Unwetter

Tornado in Kiel: Mehrere Menschen ins Wasser gespült

| Lesedauer: 3 Minuten
Ein Tornado ist am frühen Mittwochabend über Kiel zu sehen.

Ein Tornado ist am frühen Mittwochabend über Kiel zu sehen.

Foto: Philipp Brandl/dpa

Kiel  Eine Windhose ist am Mittwoch durch Kiel gezogen. Mehrere Menschen wurden ins Wasser gerissen. Die Polizei meldet sieben Verletzte.

  • In Kiel hat ein Tornado Menschen durch die Luft gewirbelt und ins Wasser gespült
  • Dabei wurden vier Menschen schwer verletzt
  • Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor den Wetterereignissen gewarnt

Ein schweres Sturmtief hat am frühen Mittwochabend in Kiel schwere Schäden angerichtet. Mehrere Menschen wurden von einem Tornado durch die Luft gewirbelt und von der Kiellinie ins Wasser gespült, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten.

"So etwas ist absolut nicht vorherzusagen", sagte der Kieler Diplom-Meteorologe Sebastian Wache von WetterWelt der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Entstanden sei der Tornado am Rande Kiels im Stadtteil Meimersdorf. Zu dieser Jahreszeit seien Tornados auf dem Wasser nicht ungewöhnlich - auch nicht in Kiel.

Kiel: Tornado wirbelt Menschen durcheinander

Die Rettungseinsätze waren über das ganze Stadtgebiet verteilt. In der Kieler Innenförde wurde eine Gruppe Ruderer von dem Tornado überrascht. Sie hatten versucht, zwei Boote an einem Steg zu sichern. "Sie sind vollständig durcheinander gewirbelt worden und dabei sind auch Leute ins Wasser gefallen", sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Einige hätten umherfliegende Gegenstände an den Kopf bekommen.

Die Einsatzkräfte konnten die Verletzten, darunter vier Schwerverletzte, medizinisch versorgen und in Kieler sowie umliegende Krankenhäuser verteilen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden mehrere Dächer abgedeckt.

Tornado in Kiel: "Alle emotional mitgenommen"

Der Vorsitzende des Ersten Kieler Ruder-Clubs von 1862, Bernd Klose, sagte: "Es sind Menschen betroffen. Das ist traurig." Rund um den Verein erinnerten am späten Abend ein umgestürzter Baum, abgerissene Äste oder ein umgekippter Müllbehälter an das Ereignis. "Da ist viel durch die Gegend geflogen", sagte ein Mitarbeiter eines Lokals in der Nähe. "Das hat alle emotional mitgenommen."

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) saß zum Zeitpunkt des Vorfalls im Wirtschaftsausschuss der Stadt. Erst durch eine SMS der Feuerwehr erfuhr er von dem Sturm. Kurz darauf habe er eine Benachrichtigung seines Sohnes erhalten, der auf dem Weg zum Rudertraining bei dem Club war, sagte er der dpa. Sein Sohn habe Glück gehabt, sei erst kurz nach dem Tornado dort eingetroffen. "Da sieht man, wie schnell sowas geht", sagte der Verwaltungschef. Er sprach der Feuerwehr und den Rettungskräften seinen großen Dank aus.

Kiel: Wetterdienst hatte gewarnt

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits am Nachmittag für Schleswig-Holstein und Hamburg vor einem schweren Sturmtief mit orkanartigen Böen gewarnt.

Derzeit kursieren auf Twitter mehrere Videos, die die gewaltige Windhose über Kiel zeigen.

Tornado im August: Schwere Schäden in Ostfriesland

Ein Tornado ist eine Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine Achse rotiert. Windhose ist ein anderer Begriff für das Phänomen. Es entsteht, wenn starke Temperaturunterschiede herrschen und Luft aufsteigt. Lesen Sie auch: Tote und Verletzte nach Tornado auf italienischer Insel

Mitte August hatte ein Tornado schwere Schäden in Ostfriesland angerichtet. Weggerissene Hausgiebel, umgestürzte Fahrzeuge und zahllose Trümmerteile von Dächern und Zäunen zeugten davon, mit welcher Gewalt der Tornado über die Gemeinde Großheide gezogen war. Verletzt wurde laut Feuerwehr damals niemand. (dpa/fmg)

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