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Corona: Inzidenz erstmals seit Mai wieder über 100

| Lesedauer: 73 Minuten
Corona-Lage spitzt sich europaweit zu

Corona-Lage spitzt sich europaweit zu

Das RKI meldet fast 20.000 neue Corona-Infektionen in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei mehr als 95, das ist der höchste Wert seit Mai. Auch in anderen europäischen Ländern spitzt sich die Lage zu, zum Beispiel in Großbritannien. Lettland befindet sich wieder im Lockdown.

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Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI erstmals seit Mitte Mai wieder über 100. Alle Entwicklungen im Corona-Newsblog.

  • Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown
  • Das Robert Koch-Institut meldet erstmals seit Mitte Mai wieder eine Inzidenz von 100
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigt seinen Vorstoß für eine Beendigung der epidemischen Lage
  • Rumänien verschärft die Corona-Vorsichtsmaßnahmen
  • AfD-Chef Chrupalla hat sich mit dem Coronavirus infiziert
  • Fast 70 Prozent der Deutschen sind mindestens einmal geimpft

Berlin. Die Corona-Fallzahlen in Deutschland könnten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der kommenden Zeit dynamisch anwachsen. "Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird", schreibt das Institut in seinem neuen Wochenbericht zur Pandemie.

Auch Intensivmediziner schlagen Alarm, weil mangels Pflegepersonals viele Intensivbetten nicht mehr betrieben werden könnten. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt derzeit rasch an. Am Samstagmorgen lag sie erstmals seit Mitte Mai wieder bei 100 - gegenüber 70,8 in der Vorwoche.

Derweil breitet sich in Europa eine neue Unterart der Delta-Variante aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat laut eigener Aussage die neue Mutante im Blick, die auch in Deutschland bereits gefunden wurde.

RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.145 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.949 Ansteckungen gelegen. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Samstag, 23. Oktober: Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown

8.11 Uhr: Österreichs Regierung erhöht in der Corona-Krise mit einer drastischen Drohkulisse den Druck auf ungeimpfte Menschen. Bei einer dramatischen Verschärfung der Lage auf den Intensivstationen müssten ungeschützte Menschen mit Ausgangsbeschränkungen rechnen, sagte Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Freitagabend nach einer Sitzung mit den Ministerpräsidenten.

"Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern", sagte der Regierungschef. Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus. Er hoffe auf eine Signalwirkung dieser Pläne. Es gebe noch zu viele "Zögerer und Zauderer", sagte Schallenberg mit Blick auf die Impf-Skeptiker.

Kassenärzte-Chef unterstützt Forderung nach Ende der epidemischen Lage

7.57 Uhr: Kassenärzte-Chef Andreas Gassen unterstützt die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem baldigen Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Spahns Vorstoß sei "letztlich folgerichtig", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "Das bedeutet auch nicht das sofortige Ende aller Maßnahmen", fügte Gassen hinzu.

"Wir werden aber erleben, dass es regional unterschiedliche Herangehensweisen geben wird, die natürlich auch von regionalen Faktoren wie Impfquote, Infektionszahlen, Altersverteilung und Krankenhausbelegungen abhängig sind. Ab einem bestimmten Punkt und mit ausreichender Vorlaufzeit sei es dann möglich, dazu überzugehen, "die notwendigen Schutz- und Abwehrmaßnahmen in die Hände der Bürger zu legen", sagte Gassen.

Peru überschreitet Schwelle von 200.000 Corona-Toten

7.41 Uhr: In Peru sind inzwischen mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Mit 200.003 Todesfällen wurde die Schwelle am Freitag (Ortszeit) überschritten, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Peru verzeichnet die weltweit höchste Corona-Todesrate pro Kopf. In dem Land mit 33 Millionen Einwohnern wurden seit Pandemiebeginn zudem 2,2 Millionen Infektionen registriert.

Derzeit sind die Neuansteckungen und Todesfälle jedoch rückläufig, wie die Behörden mitteilten. "Es ist wahrscheinlich, dass die erste und die zweite Welle bei einem Teil der Bevölkerung eine Immunität erzeugt haben, ebenso wie die Impfung", sagte Gesundheitsminister Hernando Cevallos.

Städtetag warnt vor "Flickenteppich" bei Corona-Bekämpfung

1.08 Uhr: Städtetagspräsident Burkhard Jung hat vor einem "Flickenteppich" bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gewarnt. "Es muss weiter einen bundeseinheitlichen Rahmen im Kampf gegen Corona geben. Die Länder müssen über den Winter Regeln wie 3G oder sogar 2G und das Tragen von Masken in Innenräumen weiter vorgeben können", sagte der Leipziger Oberbürgermeister dieser Redaktion. "Die epidemische Lage von nationaler Tragweite muss entweder beibehalten werden oder es muss eine Übergangsfrist geben." Der Bund sei gut beraten, einem entsprechenden Votum der Ministerpräsidentenkonferenz zu folgen. "Auf den letzten Kilometern der Pandemie können wir keinen Flickenteppich gebrauchen."

Jung mahnte eine Verschärfung der Corona-Regeln an. Die Pandemie der Ungeimpften komme, warnte er. "Wir können nicht sicher sein, dass die Auswirkungen dieser Welle im Winter an den Geimpften vorübergehen." Daher müsse schnell 2G in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Kindertagesstätten und anderen Bildungseinrichtungen eingeführt werden. Sinnvoll sei auch, nur Geimpfte und Genesene in Clubs, Theater, Kinos und Fitnessstudios zu lassen.

Corona-News von Freitag, 22. Oktober: Biontech-Gründer mit "Spanischem Nobelpreis" geehrt

21.09 Uhr: Ugur Sahin (56) und Özlem Türeci (54), Gründer des in Mainz ansässigen Biotechnologieunternehmens Biontech, sind mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis geehrt worden. Das deutsch-türkische Forscherehepaar teilte sich die als "spanische Nobelpreise" bekannte Auszeichnung in der Sparte Forschung und Technik mit fünf weiteren Entwicklern von Corona-Impfstoffen.

Die international renommierten Preise werden jedes Jahr in acht Kategorien von König Felipe VI. sowie der spanischen Thronfolgerin Leonor im nordspanischen Oviedo vergeben und sind mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Die Forscher der Covid-Impfstoffe waren jedoch die "Stars des Abends", denen für die Rettung von Millionen Menschenleben ein minutenlanger Applaus gespendet wurde.

Spahn verteidigt Vorstoß zur Beendigung der "epidemischen Lage"

18.35 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat seinen Vorstoß für eine Beendigung der sogenannten epidemischen Lage nationaler Tragweite verteidigt. Es gehe darum, nach 19 Monaten einen Ausnahmezustand zu beenden, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Befugnisse der Bundesregierung sollten dadurch in einen Normalzustand zurückgeführt werden. Spahn betonte, das Ende der epidemischen Lage bedeute keinen "Freedom Day" oder das Ende aller Maßnahmen. Man brauche weiterhin einen Zustand besonderer Vorsicht sowie 3G-Regelungen im Innenraum oder die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen.

Dies könne aber auch ohne den Ausnahmezustand der sogenannten epidemischen Lage von nationaler Tragweite geregelt werden. Dafür müsse entweder die bundesgesetzliche Regelungskompetenz geändert werden, oder die Landtage müssten entsprechende Befugnisse auf Landesebene beschließen, sagte Spahn.

Rumänien verschärft Vorsichtsmaßnahmen

16.59 Uhr: Rumänien verschärft angesichts einer Corona-Notlage die Vorsichtsmaßnahmen für die nächsten 30 Tage. Ab diesem Montag gilt landesweit eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen wie auch im Freien. Die Regierung beschloss am Freitag weiterhin, dass Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen zwei Wochen lang geschlossen werden. Zugang zu allen Geschäften, Gaststätten und Kultureinrichtungen haben nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete. Nur Lebensmittelläden und Apotheken stehen allen offen - ebenso die Kirchen.

Nachts gelten Ausgangsbeschränkungen: Von 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MEZ) bis 5.00 Uhr morgens dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene frei ihre Wohnungen verlassen. Wer nicht dazu gehört, muss einen triftigen Grund nachweisen. Negative Corona-Testnachweise allein berechtigen nicht dazu, nachts auf die Straße zu gehen. Bars und Tanzlokale werden geschlossen.

AfD-Chef Chrupalla mit Corona infiziert

15.32 Uhr: Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD, Tino Chrupalla, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 46-Jährige sei positiv auf Covid-19 getestet worden und befinde sich derzeit in häuslicher Quarantäne, teilte die AfD-Bundestagsfraktion am Freitag mit. Er könne daher nicht an der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestags am kommenden Dienstag teilnehmen. In welchem Zusammenhang sich Chrupalla infiziert hatte, wurde nicht mitgeteilt. Lesen Sie hier: Schikanen: Wie sich die AfD im Bundestag radikalisiert hat

Er weise nur leichte Symptome auf, hieß es in Parteikreisen. Chrupalla hatte die Frage, ob er sich gegen das Coronavirus habe impfen lassen, stets offen gehalten und betont, Impfen sei eine private Sache. Die Co-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel hatte dagegen im Bundestagswahlkampf preisgegeben, dass sie nicht geimpft sei.

Freiburg im Breisgau: Corona-Ausbruch an Waldorfschule

13.55 Uhr: Nach Zirkusaufführungen in der Freien Waldorfschule in Freiburgs Stadtteil St. Georgen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Für einen großen Teil der Schüler gilt nun Fernlernunterricht. Bis Donnerstag wurden 44 Fälle registriert, darunter 30 Schülerinnen und Schüler, eine Lehrkraft und 13 Folgefälle in Familien und bei Besuchern, wie das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald am Freitag bestätigte. Bislang seien keine schweren Verläufe bekannt. Der Ausbruch wird auf mehrere Zirkusaufführungen zurückgeführt, die zwischen dem 8. und 10. Oktober in der Schule veranstaltet wurden.

Nach Angaben der Behörde fanden die Veranstaltungen mit einem 3G-Konzept statt. Sie geht von einer Aerosolbildung während der Veranstaltungen aus. Insgesamt könnten 1500 Zuschauer betroffen sein. Nach Informationen der "Badischen Zeitung" trugen Schüler auf der Bühne und einige Zuschauer keine Maske; der Schule zufolge hatten einige Zuschauer ein gesundheitliches Attest.

Fast 70 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

13.41 Uhr: Fast 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft. Das sind knapp 57,4 Millionen Menschen (69,1 Prozent), wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht. 66,1 Prozent der Gesamtbevölkerung (54,9 Millionen Menschen) ist inzwischen vollständig geimpft. Am Donnerstag wurden in Deutschland rund 192.700 Dosen verabreicht.

Bei aktuell im Mittel rund 124.400 Impfungen pro Tag wird laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums im Schnitt rechnerisch mehr als eine Person pro Sekunde geimpft.

Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte.

Kassenärzte: Auffrischungsimpfungen werden gut angenommen

13.15 Uhr: Die Corona-Auffrischungsimpfungen werden nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gut angenommen. "Die bisherigen Rückmeldungen zeigen, dass das Interesse an Booster-Impfungen gemäß der Stiko-Empfehlung durchaus groß ist", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Man empfehle, die Impfung gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) wahrzunehmen. "Die Versorgung mit Impfstoffen ist insgesamt ausreichend. Mittlerweile sind genügend Impfstoffe vorhanden, so dass jeder, der sich impfen lassen möchte, dies auch zeitnah machen kann." Die KBV vertritt rund 181.000 in Praxen tätige Ärzte und Psychotherapeuten.

In Deutschland haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Freitag bisher 1,5 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung bekommen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie ab 70 - laut Statistischem Bundesamt gibt es rund 13 Millionen Menschen in Deutschland, die 70 und älter sind. Empfohlen wird die sogenannte Booster-Impfung (boost: Englisch für auffrischen, verstärken) auch für Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten, für Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben, und für Personen mit einem geschwächten Immunsystem.

Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Lage: Bundestag soll Rechtsrahmen bis 25. November schaffen

12.44 Uhr: "Wir haben viel miteinander erreicht", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) über die vergangenen eineinhalb Jahre. Mit Auslaufen der epidemischen Lage dürfe es nicht dazu kommen, dass die Rechtsgrundlage zum Handeln fehle, betonte Müller. "Wir brauchen weiterhin einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen durch den Bundestag", hielt Müller fest.

Der Bundestag müsse diesen bis zum 25. November schaffen, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU), am Freitag nach Beratungen in Königswinter bei Bonn. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt erklärt, die derzeit geltende epidemische Notlage von nationaler Tragweite Ende November auslaufen lassen zu wollen.

Türkei: Namen von Ungeimpften in türkischem Dorf über Moschee ausgerufen

12.29 Uhr: Um mehr Menschen zur Impfung gegen das Coronavirus zu bewegen, haben Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde in der Türkei zu fragwürdigen Mitteln gegriffen. In einem Dorf in der östlichen Provinz Mus seien die Namen der nicht oder nicht vollständig Geimpften über die Lautsprecher der dortigen Moschee ausgerufen und zur Impfung aufgefordert worden. Das berichtete das türkische Nachrichtenportal Ntv am Freitag. In der gesamten Provinz seien zudem Gesundheitsteams unterwegs, die von Tür zu Tür gingen und für eine Impfung werben.

Auch in der Türkei gilt keine generelle Impfpflicht. Derzeit meldet das Gesundheitsministerium täglich rund 30 000 Neuinfektionen landesweit. In der Provinz Mus sind offiziellen Angaben zufolge bisher etwa 57 Prozent der über 18-Jährigen geimpft. Zuletzt waren auf 100 000 Einwohner 180 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche registriert worden. Betrachtet man die restlichen türkischen Provinzen, liegt Mus damit im Mittelfeld.

Kroatien und Bulgarien ab Sonntag Corona-Hochrisikogebiete

12.11 Uhr: Mit Kroatien und Bulgarien stuft die Bundesregierung ab Sonntag zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Bisher sind Rumänien, Litauen und Slowenien die einzigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, für die das gilt.

Weltweit stehen rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Neben Kroatien und Bulgarien kommen am Sonntag auch Kamerun, Singapur und die Republik Kongo hinzu. Gestrichen werden Kenia, Kosovo, Irak und Honduras.

Länder-Mehrheit für rechtliche Absicherung von Corona-Schutz in Sicht

11.29 Uhr: In der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zeichnet sich nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden Michael Müller (SPD) eine Mehrheit für eine weitere rechtliche Absicherung der Corona-Schutzmaßnahmen ab. "Ich gehe davon aus, dass es - vielleicht nicht ganz einstimmig - aber doch eine große Mehrheit gibt der Länderkollegen, die sagen: Ja, genau das brauchen wir - mindestens eine Übergangsregelung", sagte Berlins scheidender Regierender Bürgermeister am Freitag in einem ARD-Interview.

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beenden am Freitag auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn ihre Jahrestagung. Bisher habe es mit der Bundesbeschlussfassung einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für alle Länder gegeben, so Müller. Die MPK habe jetzt einen Vorschlag formuliert und werde darüber am Freitag noch weiter beraten.

Darin werde festgehalten, dass man nicht von heute auf morgen einen Ausstieg aus der Beschlusslage wolle, sondern sich zumindest Übergangsmaßnahmen wünsche oder zumindest bestimmte einzelne Maßnahmen auf Bundesebene, die es ermöglichten, mit den Abstands- und Hygieneregeln, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen weiterarbeiten zu können. "Das ist uns wichtig", sagte Berlins Regierungschef. Die Länder bräuchten Rechtssicherheit für ihre Corona-Schutzmaßnahmen.

IfW erwartet hohe Kosten für ungeimpfte Corona-Patienten

10.48 Uhr: Für die stationäre Behandlung ungeimpfter Corona-Patienten erwarten Wissenschaftler des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in diesem Winter stark steigende Kosten. Diese wären bei einer höheren Impfquote vermeidbar, wie das Institut mitteilte. Im Winter drohen den Berechnungen zufolge Ausgaben von rund 180 Millionen Euro pro Woche für die Krankenhausbehandlung von Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung.

Seit August liege der Anteil ungeimpfter Personen an den stationären Corona-Behandlungen bei durchschnittlich fast 85 Prozent. Die Behandlungskosten pro Patient betragen nach Angaben der AOK durchschnittlich 10 200 Euro. Damit ergeben sich nach der Berechnung der Kieler Wissenschaftler für die Monate August und September 2021 Ausgaben von mehr als 160 Millionen Euro für die stationäre Behandlung von ungeimpften und an Corona erkrankten Erwachsenen. Unter Einbeziehung von erwarteten Nachmeldungen durch das Robert Koch-Institut (RKI) steige die Summe auf rund 180 Millionen Euro.

Im Winter könnten die Ausgaben auf 180 Millionen Euro pro Woche steigen, sollte die Impfquote nicht zulegen und die Prognose des RKI von einer 7-Tage-Inzidenz von 400 pro 100 000 Einwohnern eintreten. Die Autoren rechnen auch mit einer Steigerung der durchschnittlichen Behandlungskosten, da die Intensivbetten zunehmend mit Jüngeren belegt werden könnten, die eine höhere Überlebenschance hätten, was die die Behandlungsdauer verlängere.

Biontech-Booster-Impfung zeigt hohe Wirksamkeit

10.19 Uhr: Eine dritte Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zeigt nach Angaben der beiden Unternehmen eine Wirksamkeit von über 95 Prozent. Sicherheitsbedenken oder unbekannte Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner am Donnerstag unter Berufung auf eine Untersuchungsreihe mit über 10 000 Teilnehmern mit.

Die verabreichte Dosis war den Angaben zufolge genauso hoch wie bei den ersten beiden Impfungen. Die Studie sei in einem Zeitraum erfolgt, in der Delta die vorherrschende Virusvariante gewesen sei, erklärten Biontech und Pfizer. Alle Studienteilnehmer waren vor Beginn der Studie zweimal mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff geimpft worden. Ihr Durchschnittsalter lag bei 53 Jahren. Zwischen Zweitimpfung und Auffrischung lag im Mittel ein Abstand von elf Monaten.

Während des Studienzeitraums gab es den Angaben zufolge in der Gruppe der Auffrischungsimpfungen fünf Covid-19-Fälle, während in der Placebo Gruppe 109 Fälle auftraten. Es habe sich gezeigt, dass eine Auffrischung den hohen Impfschutz, der nach der zweiten Dosis erreicht worden sei, wiederherstelle, erklärten die Unternehmen. "Diese wichtigen Daten erweitern den bestehenden Kenntnisstand und zeigen, dass Auffrischungsimpfungen dabei helfen können, große Teile der Bevölkerung vor diesem Virus und seinen Varianten zu schützen", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin.

Sozialgerichte erwarten Klagen wegen "Long Covid"

9.24 Uhr: Die Sozialgerichte in Bayern erwarten eine Corona-Klagewelle - auch wegen der möglichen Spätfolgen einer Infektion. "Long Covid ist ja ein Begriff. Man kann davon ausgehen, dass deswegen Klagen bei den Sozialgerichten eingehen", sagte der Präsident des Landessozialgerichtes, Günther Kolbe, der Münchner "Abendzeitung". "Das Gleiche gilt für die Rentenversicherung, wenn es um die Erwerbsminderung infolge von Long Covid geht. Diese Angelegenheiten werden uns laufend beschäftigen."

Bislang seien im Zusammenhang mit Corona schon viele Verfahren anhängig, sagte Kolbe der Zeitung - "und da wird noch mehr erwartet". In vielen Fällen werde Corona als Berufskrankheit anerkannt. Bundesweit seien das bis August 2021 schon 103.000 Fälle. Außerdem sei Corona in 10.000 Fällen als Arbeitsunfall anerkannt worden. "Diese Fälle werden uns auch in Zukunft beschäftigen, ob ein Versicherungsfall anerkannt ist oder nicht."

Neuseeland stellt Ende von Lockdown bei 90 Prozent Impfquote in Aussicht

7.25 Uhr: Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland hat angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante einen neuen Fahrplan im Kampf gegen das Virus angekündigt. Lockerungen der Corona-Einschränkungen sollen in Kraft treten, wenn 90 Prozent der Bevölkerung geimpft seien, teilte die Regierung am Freitag mit. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sagte, sie sei anfangs dagegen gewesen, ein Impfziel zu setzen. Niemand solle zurückgelassen werden. "Die Delta-Variante hat es uns sehr schwer gemacht, unsere Strategie des Ausmerzens beizubehalten. Ihre Tentakel haben unsere Gemeinden erreicht und es schwer gemacht, sie abzuschütteln."

Wenn das Impfziel erreicht sei, werde Neuseeland zu einer Strategie "der Minimierung und des Schutzes" übergehen. Bislang greifen schon beim Auftreten weniger Fälle strikte Beschränkungen wie etwa örtliche Lockdowns. Nach Erreichen des Impfziels solle ein Ampelsystem eingeführt werden, das sich nach der Zahl der Fälle und der Belastung des Gesundheitssystems richte. Bei Grün beispielsweise dürften dann bestimmte, bislang als Hochrisiko-Geschäfte eingestufte Lokale für vollständig Geimpfte öffnen. Die Impfungen seien wie eine Rüstung. "Wenn Sie die Dinge tun wollen, die sie lieben, dann müssen sie sich impfen lassen", sagte Ardern.

Schlagersänger Tony Marshall erholt sich von Covid-Erkrankung

3.46 Uhr: Schlagersänger und Entertainer Tony Marshall (83, "Der letzte Traum") erholt sich im Krankenhaus von einer Covid-Erkrankung. Er befinde sich auf dem Weg der Besserung und nicht in Intensivbehandlung, bestätigte seine Familie der Deutschen Presse-Agentur. Auch seine Frau Gabriele sei krank gewesen. Während Tony Marshall wegen einer Vorerkrankung aber noch stationär begleitet werde, habe die 83-Jährige die Erkrankung mit mildem Verlauf in häuslicher Pflege auskuriert und sei genesen.

Die drei erwachsenen Kinder des Paares sind "dankbar, dass es diesen Impfschutz gibt, und überzeugt, dass die Infektion ohne Impfung einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können". Dass die Familie die Corona-Infektion öffentlich machte, erklärte sie mit dem medialen Druck der vergangenen Tage. Im Namen des Künstlers dankte die Familie für die Anteilnahme, appellierte jedoch an alle - insbesondere die Medien - Marshall Ruhe und Zeit zur Genesung zuzugestehen.

Grundschulen für anhaltende Corona-Tests bei Kindern und Lehrern

1.00 Uhr: Angesichts hoher Corona-Neuinfektionszahlen vor allem bei Jüngeren dringen die Grundschulen in Deutschland auf anhaltende Schutzmaßnahmen auch für die kommenden Wochen. "Die Testung von Kindern und Schulpersonal muss bis auf Weiteres fortgeführt werden", sagte der Vorsitzende des Grundschulverbands, Edgar Bohn, unserer Redaktion. Ein Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht sei zwar aus pädagogischer Sicht sinnvoll an den Grundschulen, aber in der aktuellen Situation "nur dann vertretbar, wenn dies mit flankierenden Maßnahmen abgesichert wird", sagte Bohn.

So müsse durch den Einsatz von Raumluftanlagen "größtmögliche Sicherheit gewährleistet sein", sagte der Chef des Grundschulverbands. Zudem müssten bei einem Anstieg der Corona-Erkrankungen die notwendigen Maßnahmen schnell ergriffen werden, etwa das erneute Tragen von Masken. Es müsse "politisch verantwortungsvoll gehandelt werden", sagte Bohn auch mit Blick auf die weiteren Corona-Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder an diesem Freitag. Dabei soll auch ein Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite Thema sein.

Corona-News von Donnerstag 21. Oktober: EU-Staaten wollen Impfskeptiker überzeugen

22.38 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen die EU-Länder das Impftempo beschleunigen und Skeptiker von einer Immunisierung überzeugen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs vereinbarten am Donnerstagabend bei ihrem Gipfel in Brüssel laut EU-Diplomaten die "Anstrengungen gegen Impfskepsis zu erhöhen" und "gegen Desinformation vorzugehen, vor allem in den sozialen Medien".

Die Impfquoten gehen in der EU weiter stark auseinander. Nach Angaben des das Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind etwa in Bulgarien bisher nur rund 24 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft, während es im EU-Schnitt rund 75 Prozent sind.

RKI warnt vor beschleunigtem Anstieg der Corona-Fallzahlen

19.17 Uhr: Die Corona-Fallzahlen in Deutschland könnten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der kommenden Zeit dynamisch anwachsen. "Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird", schreibt das Institut in seinem neuen Wochenbericht zur Pandemie, der am Donnerstagabend erschienen ist.

Hingewiesen wird darin auch auf einen deutlichen Anstieg bei den übermittelten Ausbrüchen in medizinischen Einrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen. Erstmals seit der Woche vom 3. bis 9. Mai sei die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen über 90 Jahre vergangene Woche wieder auf über 50 gestiegen, hieß es. Hochaltrige sind besonders gefährdet, bei einer Corona-Infektion schwere und tödliche Verläufe zu erleiden. Deutlich höhere Inzidenzen verzeichneten aber wie bereits in den Vorwochen jüngere Altersgruppen, in denen die Impfquoten niedriger sind.

RKI: Neue Delta-Mutante auch in Deutschland nachgewiesen

18.15 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat laut eigener Aussage eine neue Mutante der Corona-Variante Delta im Blick, die auch in Deutschland bereits gefunden wurde. Das Virus namens AY.4.2 weise zwei zusätzliche Mutationen auf, teilte die WHO am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtete auf Anfrage, dass die Subvariante von Delta seit der Woche vom 5. bis 11. Juli circa 280 Mal in Deutschland nachgewiesen worden sei. Es wird jedoch nur ein kleiner Teil der Corona-Proben auf Virenvarianten geprüft. Der Anteil von AY.4.2 an allen Gesamtgenomsequenzen habe seit jener Woche in der Stichprobe des RKI zwischen 0 und 0,5 Prozent gelegen. Die Verbreitung ist damit noch sehr gering.

In RKI-Veröffentlichungen zu Varianten wird bislang nicht auf AY.4.2 eingegangen. Dies wäre erst der Fall, wenn die WHO die Mutante als von Interesse oder als besorgniserregend einstufen würde, hieß es.

Schwesig sieht Ende der epidemischen Lage noch nicht gekommen

17.00 Uhr: Angesichts wieder steigender Infektionszahlen hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor einer verfrühten Aufhebung von Corona-Schutzvorkehrungen gewarnt. "Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Wir brauchen eine sichere Rechtsgrundlage, um wichtige Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen aufrechterhalten zu können. Es geht insbesondere um den Schutz der Älteren und der chronisch Kranken in unserem Land", sagte Schwesig am Donnerstag in Schwerin.

Zuvor hatte sich auch ihr bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) gegen den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewandt, die epidemische Lage auf Bundesebene nicht über den 25. November hinaus zu verlängern. Diese ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Komme es nicht zu einer erneuten Verlängerung, gebe es de facto keine Rechtsgrundlage mehr etwa "für das Testen in der Schule, noch für Masken, noch für ganz normale Ideen wie 3G plus, oder 2G oder 3G", sagte Söder im Bayerischen Rundfunk. Ein Stück weit sei die Gesellschaft dann auch wehrlos und jeder einzelne müsse für seinen Schutz sorgen.

Israel will Touristen Einreise ab November unter Auflagen erlauben

16.30 Uhr: Nach mehr als anderthalb Jahren Corona-Sperre sollen Touristen vom 1. November an unter Auflagen wieder nach Israel einreisen dürfen. Dies haben Regierungschef Naftali Bennett, Gesundheitsminister Nitzan Horowitz und Tourismusminister Joel Raswosow am Donnerstag entschieden. Die Entscheidung muss allerdings noch abschließend von der Regierung gebilligt werden.

Laut der Entscheidung dürfen Ausländer einreisen, die zwei Dosen des Impfstoffs der Hersteller Pfizer/Biontech erhalten haben, wenn mindestens sieben Tage seit der zweiten Dosis vergangen sind. Nach zwei Impfdosen von Moderna, Astrazeneca, Sinovac oder Sinopharm müssen mindestens zwei Wochen vergangen sein. Nach einer einzelnen Impfdosis des Corona-Vakzins von Johnson & Johnson ist ebenfalls ein Zeitabstand von 14 Tagen notwendig. Diese Zeitfenster gelten auch nach einer Auffrisch-Impfung.

Krankschreibungen nach Verpflichtung zu Corona-Pass in Italien stark gestiegen

16.02 Uhr: In Italien ist die Zahl der Krankschreibungen seit der Einführung des obligatorischen Corona-Gesundheitspasses stark angestiegen. Wie die Sozialversicherung der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag mitteilte, wurden am vergangenen Freitag 94.113 Krankschreibungen von Ärzten ausgestellt - das entspricht einem Anstieg von über einem Viertel im Vergleich zur Vorwoche. Am Montag lag die Zahl der Krankschreibungen rund ein Fünftel höher.

Seit vergangenem Freitag darf in Italien nur zur Arbeit erscheinen, wer den sogenannten Grünen Pass vorzeigen kann. Der meist digitale Pass bescheinigt, dass der Besitzer geimpft, genesen oder negativ getestet wurde. Die Pflicht zum Vorzeigen am Arbeitsplatz hat auch zu einem deutlichen Anstieg der Zahl der Corona-Schnelltests geführt.

WHO beobachtet neue Delta-Mutante - Auch Fälle in Russland

15.04 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat laut eigener Aussage eine neue Mutante der Corona-Variante Delta im Blick. Das Virus namens AY4.2 weise zwei zusätzliche Mutationen auf, teilte die WHO am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Kürzlich hatten Experten von einer - noch geringen - Ausbreitung der Mutante in Großbritannien berichtet. Auch Russland verzeichnete erste Fälle, wie ein Vertreter der Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor laut Agentur Interfax sagte.

Neben den britischen Fällen hat es auch Nachweise von AY4.2 in den USA und in Dänemark gegeben. Erstmals ist die Mutante der BBC zufolge im Juli von Experten entdeckt worden, seitdem hat ihr Anteil an den Corona-Fällen langsam zugenommen. Forscher gehen allerdings bislang nicht davon aus, dass die Mutante deutlich ansteckender sein könnte als die bisherige Delta-Variante.

Weitere Corona-Fälle nach Party im Berliner Club Berghain

14.43 Uhr: Nach der Wiedereröffnung des Berliner Techno-Clubs Berghain Anfang Oktober sind weitere Corona-Infektionen bekannt geworden. Dem Gesundheitsamt des Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg seien neue Fälle im "einstelligen Bereich" bekannt, sagte eine Behördensprecherin am Donnerstag. Die Betroffenen lebten in Friedrichhain-Kreuzberg sowie zwei weiteren Berliner Bezirken. Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost" berichtet. Nach Angaben der Sprecherin wurden bislang rund 3300 Menschen per Mail kontaktiert.

Dies sei erneut mit Hilfe der Anwesenheitsliste geschehen. Bereits nach der ersten Clubnacht im Berghain Anfang Oktober waren laut Behörde auf diesem Weg rund 2500 Menschen kontaktiert worden, nachdem ein Corona-Ausbruch mit 19 Infektionen bekannt geworden war.

Sorge vor Corona: Marokko stoppt Flüge von und nach Deutschland

13.44 Uhr: Marokko hat mit Verweis auf steigende Corona-Zahlen in der Bundesrepublik alle Direktflüge von und nach Deutschland ausgesetzt. Auch die Flugverbindungen nach Großbritannien und in die Niederlande seien betroffen, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. Der Flugstopp gilt demnach ab sofort. Verbindungen in andere europäische Länder seien aktuell weiter möglich, könnten aber zeitnah auch ausgesetzt werden, warnte die Bundesbehörde. Deutsche Touristen in Marokko sollten sich umgehend um eine baldige Rückreise kümmern.

Laut britischem Außenministerium ist der Reisestopp von der marokkanischen Regierung für einen unbestimmten Zeitraum verhängt worden. Anfang des Monats waren auch Flüge von und nach Russland gestrichen worden.

Beschlussvorlage: Länder pochen auf Corona-Schutzregeln

13.35 Uhr: Die Bundesländer wollen auf einen rechtssicheren Rahmen dringen, um Corona-Schutzmaßnahmen auch über den Herbst und Winter hinweg aufrechterhalten zu können. In einer Beschlussvorlage (Stand: 20. Oktober) für die Jahrestagung der Ministerpräsidenten, auf die sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Staatskanzleichefs geeinigt haben, wird der Bund aufgefordert, das sicherzustellen.

Das Papier zur epidemischen Lage soll an diesem Freitag beraten werden und könnte dann auch noch in veränderter Fassung beschlossen werden. In der Vorlage erinnern die Ministerpräsidenten an ihren Beschluss vom 10. August, wonach die eingeübten Corona-Schutzstandards in Innenräumen - wie die sogenannte 3G-Regel, Maske, Abstand, Lüften - auch in den Herbst- und Wintermonaten grundsätzlich erforderlich seien. "3G" steht für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Zudem heißt es in der Vorlage, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wörtlich: "Es ist darüber hinaus von größter Bedeutung, dass den Ländern auch nach einem etwaigen Ende der Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite für einen befristeten Zeitraum die Möglichkeit eingeräumt wird, zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 weiterhin erforderliche und geeignete Maßnahmen zu treffen." Niedrigschwellige Maßnahmen könnten und sollten verhindern, "dass es zu einem erneuten massiven Anstieg des Infektionsgeschehens kommt, der im Bund oder in den Ländern deutlich verschärfte Maßnahmen wieder nötig machen würde".

Nicht lebensnotwendige Geschäfte müssen ab 28. Oktober in Moskau schließen

12.16 Uhr: Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Moskau hat Bürgermeister Sergej Sobjanin die Schließung aller nicht für die Grundversorgung notwendigen Geschäfte und Organisationen vom 28. Oktober bis zum 7. November angeordnet. Der Verkauf von Medikamenten, Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern sei davon nicht betroffen, teilte Sobjanin am Donnerstag mit. Erst am Dienstag hatte Sobjanin erstmals seit dem Sommer wieder Corona-Restriktionen verhängt.

In ganz Russland steigt die Zahl der täglichen Corona-Infektionen und -Todesfälle seit einiger Zeit wieder dramatisch an. Dies liegt auch an der niedrigen landesweiten Impfquote von rund 35 Prozent. Präsident Wladimir Putin hatte daraufhin am Mittwoch vom 30. Oktober bis 7. November "arbeitsfreie Tage" ausgerufen. St. Petersburg will ab dem 1. November einen Gesundheitspass einführen, um den Zugang zu größeren Veranstaltungen zu regulieren.

Studie: Corona-Impfung von Jugendlichen zu 90 Prozent effektiv

11.36 Uhr: Die Biontech/Pfizer-Impfung senkt laut einer Studie das Risiko einer Infektion mit der Delta-Variante des Corona-Virus bei Jugendlichen um 90 Prozent. Sie schütze zudem zu 93 Prozent vor einer Erkrankung mit Symptomen bei dieser Virus-Variante, wie eine Sprecherin der israelischen Krankenkasse Clalit am Mittwoch bestätigte.

Gemeinsam mit Forschern von der Harvard-Universität (USA) habe man Daten von 94 354 zweifach geimpften Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren ausgewertet, hieß es in einer Mitteilung. Diese seien mit Daten einer entsprechenden Anzahl ungeimpfter Jugendlicher verglichen worden. Die Ergebnisse sind im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht worden. Die Daten wurden zwischen dem 8. Juni und dem 14. September dieses Jahres erhoben, also während der vierten Corona-Welle in Israel, in der die Delta-Variante das Infektionsgeschehen dominierte. Wie sich die Impfung auf das Risiko auswirkt, schwer zu erkranken, ins Krankenhaus zu müssen oder zu sterben, konnten die Wissenschaftler nicht angeben. Solche Fälle seien bei Jugendlichen zu selten.

Bayern-Trainer Nagelsmann positiv getestet - trotz Impfung

11.05 Uhr: Trainer Julian Nagelsmann vom FC Bayern München ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Fußball-Rekordmeister mit, nachdem der 34-Jährige am Abend zuvor das Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon krank verpasst hatte. Als Grund war dafür von Vereinsseite ein grippaler Infekt genannt worden. Die Münchner hatten ohne ihren Coach 4:0 gewonnen.

Der Verein wies darauf hin, dass Nagelsmann einen vollständigen Impfschutz habe. Er wird nicht mit der Mannschaft nach München reisen, sondern getrennt in einem Ambulanzflieger. Nach seiner Rückkehr werde er sich in häusliche Isolation begeben, teilte der FC Bayern mit. Nagelsmann wird den Münchnern vorerst weiter fehlen. In Lissabon hatte ihn in erster Linie Assistenztrainer Dino Toppmöller vertreten.

Großbritannien rechnet mit 100.000 Neuinfektionen pro Tag

10.25 Uhr: Ärzte in Großbritannien fordern neue Maßnahmen, um die ansteigende Corona-Welle zu stoppen. Auch der britische Gesundheitsminister Sajid Javid warnte in einer Pressekonferenz, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen sogar bis auf 100.000 steigen könnten. Trotzdem hält er es "zum jetzigen Zeitpunkt" für noch zu früh, um eine Rückkehr der im Juli abgeschafften Coronaregeln im größten Landesteil England zu rechtfertigen, so der Minister weiter.

Zuletzt wurden im Vereinigten Königreich bis zu knapp 50.000 tägliche Neuinfektionen registriert. Die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen liegt bei fast 1000. Bei den Todesfällen wurde ein Stand wie zuletzt im März erreicht.

Zum sogenannten Plan B der britischen Regierung gehören Maßnahmen wie verpflichtendes Maskentragen oder Nachweispflicht von Impfungen bei Großveranstaltungen. Trotz Forderungen aus Medizin und Wissenschaft sei das entscheidende Kriterium eines unaushaltbaren Drucks auf den Nationalen Gesundheitsdienst NHS noch nicht erreicht, sagte Javid. Stattdessen sollten nun die Bemühungen verstärkt werden, so viele Menschen wie möglich zu impfen. Besonders bei Jugendlichen und älteren Menschen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten sollen, stockt das britische Impfprogramm derzeit.

Patientenschützer warnen vor Ende der epidemischen Lage

9.49 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnt vor einem Ende der Corona-Notlage. "Weiterhin gibt es eine dynamische Ausbreitung eines bedrohlich übertragenen Virus", sagte Stiftungs-Vorstand Eugen Brysch dem BR. Brysch verwies darauf, dass derzeit in den Krankenhäusern dreimal mehr an Covid erkrankte Menschen über 80 Jahre behandelt werden als im vergangenen Jahr. In den Pflegeheimen sei noch keine Normalität eingekehrt, so Brysch.

Er sprach sich deshalb für eine bundesweite Testpflicht in den Pflegeheimen aus, "für Patienten, für Bewohner, Personal und Besucher, für jedermann, jeden Tag, egal ob geimpft oder genesen."

Söder will Verlängerung der epidemischen Lage

9.18 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einem Auslaufen der epidemischen Lage auf Bundesebene. Wenn dies passiere, "gibt es de facto keine Rechtsgrundlage mehr - egal für was. Weder für das Testen in der Schule, noch für Masken, noch für ganz normale Ideen wie 3G plus, oder 2G oder 3G", sagte er im BR. Dann müsste jeder einzelne für seinen Schutz sorgen. Söder verwies vor der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz auf die wieder steigenden Infektionszahlen, insbesondere bei den über 80-Jährigen. "Ich wäre skeptisch, jetzt einfach dieses Ende der Lage zu erklären."

Söder sagte weiter, es brauche eine rechtliche Grundlage, um nicht wehrlos zu sein, für den Fall, dass die Zahlen im Winter wieder steigen. "Es braucht eine saubere und vernünftige Rechtsgrundlage, damit in den Ländern kein Flickenteppich entsteht."

Die epidemische Lage ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie wurde erstmalig vom Bundestag im März 2020 festgestellt und später mehrfach vom Parlament verlängert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, dass es nicht zu einer erneuten Verlängerung kommt. Damit würde die bundesweite Corona-Notlage am 25. November auslaufen.

Bolsonaro weist Vorwürfe wegen Corona-Politik zurück

8.49 Uhr: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat nach den schweren Vorwürfen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses jegliches Fehlverhalten in der Corona-Poliltik seiner Regierung bestritten. Zugleich griff er den Ausschuss an. "Wie gut wäre es, wenn der Ausschuss etwas Produktives für unser Brasilien getan hätte", sagte Bolsonaro Medienberichten zufolge bei einer Veranstaltung in Russas im Bundesstaat Ceará.

"Sie haben nichts bewirkt, außer Hass und Feindseligkeit. Aber wir wissen, dass wir für absolut nichts verantwortlich sind, wir haben vom ersten Moment an das Richtige getan."

In dem am Mittwoch vorgestellten Abschlussbericht werden Bolsonaro neun teilweise schwere Verbrechen während der Corona-Pandemie zur Last gelegt. Außerdem wird eine Anklage empfohlen. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Corona-Infektionen. Zuletzt überschritt das größte Land in Lateinamerika die Marke von 600.000 Corona-Toten.

Längster Lockdown der Welt endet im Großraum Melbourne

6.00 Uhr: Aufatmen bei Millionen Menschen im Großraum Melbourne: Im australischen Bundesstaat Victoria endet in der Nacht zum Freitag nach 262 Tagen der bisher längste Lockdown der Welt. Die Lockerungen sollen eintreten, weil mittlerweile 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Ministerpräsident Scott Morrison bestätigte am Donnerstag, dass in der Region an der Ostküste mittlerweile 70,51 Prozent der Bürger im Alter von über 16 Jahren zwei Impfdosen erhalten hätten. Die Öffnung werde aber schrittweise erfolgen, so dass zunächst nur einige Maßnahmen gelockert würden, so Morrison. "In australischer Manier machen wir vorsichtige, aber bewusste Schritte, damit wir sicher öffnen können und auch offen bleiben können."

Baerbock: Impfkampagne braucht neuen Schwung

5.30 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen fordert Grünen-Chefin Annalena Baerbock einen verstärkten Kampf gegen Corona. Die Impfkampagne brauche neuen Schwung, sagte sie unserer Redaktion. "Die Auffrischungsimpfungen müssen jetzt den besonders vulnerablen Gruppen angeboten werden. Auch die regelmäßige Testung am Arbeitsplatz muss aufrechterhalten werden."

Eingriffe in den Alltag müssten sehr gut begründet sein, betonte Baerbock. "Wenn es in einer Region zu einer Explosion der Zahlen komme und die Krankenhäuser wieder an der Grenze der Belastung arbeiten, kann es sinnvoll sein, Maßnahmen wie 2G zu ergreifen." Eine allgemeine Impfpflicht halte sie angesichts der Impfquote nicht für nötig, fügte die Grünen-Chefin hinzu. "Und auch in Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sind wir mit den Impfungen ja ein gutes Stück vorangekommen." Daran solle weitergearbeitet werden. Gerade jüngeren Menschen sollten die Impfungen direkt vor Ort - an Hochschulen, Schulen, Einkaufszentren - angeboten werden.

4.20 Uhr: In Niedersachsen ist die Ärztekammer alarmiert. Zwei Querdenker-Ärzte behandeln nur noch ungeimpfte Patienten. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Schwerin: Fast alle Patienten auf Palliativstation infiziert

3.10 Uhr: In Norddeutschland gibt es wieder in mehreren Einrichtungen für alte und kranke Menschen größere Corona-Ausbrüche. In Schwerin haben sich fast alle Patienten auf der Palliativstation der Helios-Kliniken angesteckt. Bei neun von zehn Patienten sei in den vergangenen Tagen eine Infektion nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher des Krankenhauses. Auch neun Mitarbeiter der Station seien positiv getestet, ebenso wie ein weiterer Patient, der bereits vergangene Woche von der Station wieder nach Hause zurückgekehrt war.

In einem Senioren- und Pflegeheim in Norderstedt in Schleswig-Holstein starb ein 95 Jahre alter Bewohner. Ein weiterer sei in eine Klinik gebracht worden, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung am Mittwoch. In einer Pflegeeinrichtung in Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern starben in den vergangenen zwei Wochen sechs Bewohner im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Corona-News von Mittwoch, 20. Oktober: Neue Corona-Maßnahmen in Israel wegen Delta-Unterart

  • Nach dem Auftreten einer neuen Unterart der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus in Israel ist Ministerpräsident Naftali Bennett zu einer Dringlichkeitssitzung mit Gesundheitspolitikern zusammengekommen. Israel werde Maßnahmen ergreifen, um die "positiven Ergebnisse des Kampfes gegen das Virus zu bewahren", hieß in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung von Bennetts Büro. In Erwägung gezogen würden unter anderem Änderungen bei den Einreisebestimmungen.
  • In der Region Europa sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund eine Milliarde Corona-Impfungen verabreicht worden. "Das ist eine großartige Leistung", teilte der Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, am Mittwochabend mit.
  • In einem Schlacht- und Zerlegebetrieb im Landkreis Cloppenburg hat es erneut einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie der niedersächsische Landkreis am Mittwoch mitteilte, wurde in dem Betrieb seit dem 4. Oktober bei insgesamt 65 Menschen aus der Region eine Corona-Infektion nachgewiesen.
  • Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigte sich im TV-Sender "Welt" überrascht von der Ankündigung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), die "epidemische Lage nationaler Tragweite" Ende November auslaufen zu lassen.
  • Wegen des Verdachts des millionenschweren Abrechnungsbetrugs mit Corona-Schnelltests hat die Staatsanwaltschaft Bochum Anklage gegen zwei Verantwortliche bei einem Testzentrumsbetreiber erhoben. Durch falsche Abrechnungen in mindestens 70 Teststellen in vielen deutschen Städten soll ein Schaden von mindestens 25 Millionen Euro verursacht worden sein, teilte das Landgericht Bochum am Mittwoch mit.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es auch bei einem möglichen Auslaufen des bundesweiten Corona-Ausnahmezustands Ende November für "unbedingt erforderlich", dass bestimmte Schutzmaßnahmen regional und auf Landesebene weiter angeordnet werden können. Das geht aus einem auf den 15. Oktober datierten Brief des Ministers an die Partei- und Fraktionschefs von SPD, Grünen und FDP hervor.
  • Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, geht davon aus, dass die meisten Corona-Einschränkungen Mitte des Jahres 2022 aufgehoben werden können.
  • Die Mehrheit der Bevölkerung ist einer Umfrage zufolge dafür, den seit eineinhalb Jahren geltenden bundesweiten Corona-Ausnahmezustand auslaufen zu lassen - aber gleichzeitig Schutzmaßnahmen weiter aufrechtzuerhalten. 57 Prozent würden es laut einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Yougov-Befragung befürworten, wenn die sogenannte epidemische Lage nationaler Tragweite ab Ende November unter fortbestehender Einhaltung von 3G-, Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr verlängert würde. 27 Prozent würden das ablehnen, 16 Prozent machten keine Angabe.
  • Die US-Arzneimittelbehörde FDA steht einem Medienbericht zufolge kurz vor der Bekanntgabe von Empfehlungen zu Covid-19-Auffrischungsimpfungen.

Corona-News von Dienstag, 19. Oktober: Corona-Ausbruch in Alten- und Pflegeheim in Schleswig-Holstein

Corona-News von Montag, 18. Oktober: Ehemaliger US-Außenminister Colin Powell an Corona-Folgen gestorben

  • Der frühere US-Außenminister Colin Powell ist tot. Der pensionierte Vier-Sterne-General starb im Alter von 84 Jahren an Komplikationen in Folge einer Corona-Infektion, wie seine Familie mitteilte.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun auch die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller BioNTech und Pfizer für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass zentrale Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch dann weiter gelten, wenn die "epidemische Lage nationaler Tragweite" nicht verlängert wird.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen. Wie ein Ministeriumssprecher bestätigte, äußerte sich der CDU-Politiker entsprechend am Montag bei Corona-Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder.
  • Der Virologe Hendrick Streeck und weitere Experten haben einen Leitfaden erarbeitet, mit dem sich das Infektionsrisiko in Innenräumen verringern lässt. Die Aerosol-Forscher zeigen, wie sich bereits mit einfachen Tipps viel zur Corona-Sicherheit beitragen lässt.
  • Die Europäische Union hat binnen zehn Monaten mehr als eine Milliarde Corona-Impfstoffdosen an andere Länder weltweit exportiert.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat dazu aufgefordert, die Bemühungen für Covid-Genesene zu intensivieren. Studien hätten klar nachgewiesen, dass eine Corona-Erkrankung, den Alterungsprozess deutlich beschleunige, schrieb Lauterbach auf Twitter. "Man altert im Zeitraffer und wird gegen chronische Krankheiten anfälliger sein", so Lauterbach.
  • Der französisch-österreichische Konzern Valneva hat "positive erste" Ergebnisse aus der klinischen Phase-3-Studie für seinen Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus bekanntgegeben. Im Vergleich zum Astrazeneca-Impfstoff sei bei den Probanden ein höherer mittlerer Wert an neutralisierenden Antikörpern festgestellt worden, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Corona-News von Sonntag, 17. Oktober: Warum Israel sich vor infizierten Touristen fürchtet

  • Anfang November will Israel wieder Touristen aus Europa ins Land lassen. Europäer können also schon jetzt Flüge nach Israel buchen – wenn sie dreimal geimpft wurden oder ihre zweite Impfung vor weniger als sechs Monaten erhalten haben. Doch an den Plänen gibt es nun Zweifel. Eine neue Subspezies der Delta-Variante wurde in mehreren europäischen Ländern identifiziert und bereitet den Epedemiebekämpfern in Israel Sorgen.
  • Thüringens Staatskanzleichef und Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) ist trotz Impfung an Covid-19 erkrankt. "Der Krankheitsverlauf ist sehr unangenehm. Zum Glück bin ich geimpft!", twitterte der Linke-Politiker am Sonntag.
  • Trotz zahlreicher Corona-Vorgaben und Personalengpässen ist das befürchtete Chaos an deutschen Flughäfen am Wochenende ausgeblieben. Am Berliner Flughafen BER, wo vor einer Woche Passagiere stundenlang warten mussten und teils ihre Flüge verpassten, habe es zwar Schlangen vor der Abfertigung gegeben, sagte ein Sprecher. Der Betrieb sei aber weitgehend normal gewesen. Am Sonntag war von einem normalen Ablauf in den Herbstferien die Rede.
  • Russland hat so viele Corona-Neuinfektionen verzeichnet wie noch nie: Innerhalb eines Tages wurden 34.303 neue Fälle registriert, wie die nationale Corona-Task-Force mitteilte. Etwa einen Monat zuvor, am 19. September, waren es noch 20.174 gewesen.
  • Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat in der Großen Moschee von Mekka in Saudi-Arabien wieder ein Gebet ohne Abstandsregeln stattgefunden. Nach entsprechenden Lockerungen fänden die Gebete dort jetzt wieder "normal" statt, teilte das staatliche Kommunikationszentrum mit.
  • Der Schlagersänger Tony Marshall ist einem Bericht zufolge im Krankenhaus und liegt auf der Intensivstation. Der 83-Jährige sei mit dem Coronavirus infiziert, berichtet die "Bild am Sonntag" und beruft sich auf den Manager des Musikers, Herbert Nold. Marshall sei vollständig gegen das Coronavirus geimpft, sagte Nold der Zeitung. "Wir wissen nicht, wo sich Tony die Infektion eingefangen hat." Auch trug er "stets seine Maske und hielt Abstand", so Nold weiter.
  • Der in diesem Herbst bislang allenfalls milde Anstieg der Corona-Infektionen wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich erheblich beschleunigen. Das prognostiziert Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Corona-News von Samstag, 16 Oktober: RKI-Chef Wieler erwartet steigende Infektionszahlen durch Reiserückkehrer aus den Herbstferien

  • RKI-Chef Lothar Wieler rechnet mit einem Anstieg der Infektionszahlen in Folge der Herbstferien: "Wir müssen im Herbst und Winter mit einem Anstieg der Infektionszahlen rechnen", sagte Wieler unserer Redaktion. Die Herbstferien spielten dabei eine besondere Rolle: "Wir haben einerseits durch die geschlossenen Schulen kurzeitig weniger Infektionen. Durch den Urlaubsverkehr wird es aber wieder zu mehr Infektionseinträgen aus dem Ausland kommen."
  • In Lettland hat es am Samstag einen Höchstwert an Coronoa-Neuinfektionen seit Ausbruch der Pandemie gegeben. Die Gesundheitsbehörde in Riga vermeldete 2799 positiven Tests binnen 24 Stunden. Damit spitzt sich die Lage in dem baltischen EU-Land weiter zu: In den letzten 14 Tagen wurden nach offiziellen Angaben 1195,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert - auch dies ist ein neuer Höchststand.
  • In Russland hat die Zahl der Corona-Toten erstmals die Marke von 1000 pro Tag überschritten. Das ist ein Höchststand seit Beginn der Pandemie.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren eindringlich aufgefordert, sich gegen Corona impfen zu lassen. "Nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, empfehle ich die Impfung den über 12-Jährigen heute allgemein und uneingeschränkt, ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen", sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
  • Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnt bundesweite Zugangsbeschränkungen beim Einkaufen für Geschäfte ab. Gerade in Läden mit hohen Kundenfrequenzen wie dem Lebensmittelhandel, bei Möbel- oder Bekleidungsgeschäften mache eine 3G- oder 2G-Regelung keinen Sinn.
  • Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat sich für ein rasches Ende der Wirtschaftshilfen in der Pandemie ausgesprochen. "Die Corona-Hilfen sollten zum Jahresende auslaufen", sagte er dieser Redaktion. Lesen Sie mehr dazu im Interview mit dem BDA-Chef.

Corona-News von Freitag, 15. Oktober: US-Experten empfehlen Auffrischung auch bei Johnson & Johnson

  • Ein Expertenausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht für Auffrischungsimpfungen mit dem Corona-Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson (J&J) gegeben. Die Entscheidung des Gremiums fiel am Freitag einstimmig.
  • Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide teilten mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten. Dieselben Daten wurden bereits der US-Arzneimittelbehörde FDA übergeben.
  • Die USA lassen gegen das Coronavirus geimpfte Reisende ab dem 8. November wieder ins Land. "Die neue Reiseregelung der USA, die für ausländische Reisende eine Impfung verlangt, wird am 8. November beginnen", erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses auf Twitter. Die USA hatten im März vergangenen Jahres wegen der Corona-Pandemie Einreiseverbote unter anderem für Europäer verhängt.
  • Supermärkte in Niedersachsen können - wenn sie möchten - nur geimpften und genesenen Menschen Zutritt zu ihren Läden gewähren. "Auch in Niedersachsen würde für den Einzelhandel und auch für die Supermärkte die Option bestehen, sich für 2G zu entscheiden", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums der "Neuen Deister-Zeitung" am Freitag.
  • In Dänemark bekommen nun alle Einwohner das Angebot für eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus. Das teilte Gesundheitsminister Magnus Heunicke mit. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie Bewohnern von Pflegeheimen wird bereits seit September eine dritte Impfung verabreicht.
  • Hunderte Hafenarbeiter haben am Freitag in Italien gegen die neu eingeführte Pflicht zur Vorlage eines Corona-Passes am Arbeitsplatz protestiert. Rund 300 Arbeiter blockierten am Morgen die Zufahrt zum Hafen von Genua und sorgten für Verspätungen beim Warenumschlag. Auch am Hafen von Triest demonstrierten hunderte Arbeiter.Seit Freitag darf in Italien nur noch zur Arbeit erscheinen, wer eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Corona-Test nachweisen kann.
  • Die nordafrikanischen Länder Tunesien, Marokko und Algerien gelten für Urlauber aus Deutschland ab diesem Sonntag nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiete. Ebenfalls von der Risikoliste gestrichen werden dann auch Sri Lanka und Fidschi, wie das Robert Koch-Institut (RKI) nach entsprechenden Einstufungen der Bundesregierung am Freitag bekanntgab. Neu als Hochrisikogebiete gelten ab Sonntag das afrikanische Gabun sowie der vor der Küste liegende Inselstaat São Tomé und Príncipe.
  • Die Corona-Impfquote in Deutschland steigt langsam, aber stetig. In Deutschland sind nun 65,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 76,2 Prozent. Mehr als 54,5 Millionen Menschen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vollständig geimpft.
  • Rechtzeitig zu den britischen Herbstferien lockert die Regierung in London erneut die Corona-Regeln für die Einreise nach England. Vom 24. Oktober an müssen vollständig Geimpfte nach der Ankunft nur noch einen Antigentest machen und keinen PCR-Test mehr. Damit halbieren sich auch die Kosten, die Reisende selbst tragen müssen. PCR-Tests kosten mindestens 50 Pfund, das sind rund 59 Euro. Diese Kosten waren vor allem von Familien scharf kritisiert worden.
  • Die Mehrheit der Bundesbürger ist einer aktuellen Umfrage zufolge für die Einführung der 2G-Regel im Freizeitbereich. 61 Prozent der Befragten ist dafür, dass der Zutritt zu einer Veranstaltung, einem Restaurant oder einer kulturellen Einrichtung nur noch für Corona-Genesene und Geimpfte möglich ist, wie aus einer am Freitag in Köln veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Sender RTL und ntv hervorgeht. Eine 2G-Regel für Weihnachtsmärkte befürworten der Umfrage zufolge 58 Prozent. 39 Prozent lehnen das ab.
  • Zuletzt zeigte sich Jan Josef Liefers ein Stück weit geläutert: Der Schauspieler besuchte eine Intensivstation, um sich mit der Covid-Erkrankung auseinanderzusetzen. Doch hat er auf der Intensiv nichts gelernt? Bei "Maybrit Illner" traf der Schauspieler Jan Josef Liefers zum Thema Corona auf Karl Lauterbach. Lesen Sie dazu: "Maybrit Illner": Das sagt Jan Josef Liefers heute zu Corona
  • RKI-Chef Lothar Wieler hat eingeräumt, dass exakte Angaben zur aktuellen Impfquote bis heute nicht möglich sind: "Wir können nicht sagen, wie hoch die tatsächliche Quote jetzt, Mitte Oktober, ist", sagte Wieler dieser Redaktion. "Die offiziell gemeldeten Daten sind die Mindestimpfquote. Wir können die tatsächliche Impfquote nur schätzen", so der Präsident des Robert Koch-Instituts. Die letzte RKI-Schätzung ist mittlerweile zwei Wochen alt. Lesen Sie dazu mehr in unserem Interview.

Corona-News von Donnerstag, 14. Oktober: RKI: Teils sehr hohe Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen.

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona-Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt.
  • Wegen überfüllter Intensivstationen schickt Rumänien schwer kranke Covid-19-Patienten zur Behandlung ins Nachbarland Ungarn. Wie das Gesundheitsministerium in Bukarest am Donnerstag mitteilte, waren die ersten 10 Patienten, die intensivmedizinische Betreuung benötigen, bereits in Begleitung von Ärzteteams unterwegs. Ungarn habe sich bereit erklärt, 50 Patienten zu übernehmen.
  • ls eines der letzten Länder weltweit hat das ostafrikanische Burundi eine erste Lieferung mit Corona-Impfstoffen erhalten. Regierungsvertreter nahmen die 500.000 Impfstoff-Dosen des chinesischen Herstellers Sinopharm am Donnerstag bei einer Zeremonie in der Wirtschaftsmetropole Bujumbura entgegen. "Wenn alles gut geht, beginnen die Impfungen gegen Covid-19 nächste Woche", erklärte das Gesundheitsministerium.
  • Fast 86 Prozent aller Corona-Infektionen in Afrika bleiben unbemerkt. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag. Damit werde die Zahl aller Infektionen auf dem Kontinent auf 59 Millionen geschätzt - das ist siebenmal mehr als die über acht Millionen gemeldeten Fälle.
  • Eine Auffrischungsimpfung mit den Vakzinen von Moderna oder Biontech/Pfizer funktioniert laut einer Studie offenbar auch nach einer Erstimpfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Probanden wiesen nach einer Auffrischungsimpfung mit den beiden mRNA-Impfstoffen sogar deutlich mehr Antikörper auf als nach einer weiteren Spritze Johnson & Johnson, erklärte das US-Gesundheitsinstitut NIH am Mittwoch (Ortszeit). Gesundheitsrisiken durch die Kombination verschiedener Impfstoffe ergaben sich demnach nicht.
  • Lettlands Staatspräsident Egils Levits ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Präsidialkanzlei in Riga sei ein Schnelltest am Mittwochabend nach Levits' Rückkehr von einem Arbeitsbesuch in Schweden positiv ausgefallen.
  • Die indonesische Urlaubsinsel Bali erlaubt erstmals seit mehr als einem Jahr ausländischen Besuchern wieder die Einreise. Wer eine vollständige Impfung nachweisen könne, bei Ankunft negativ auf das Coronavirus getestet werde und sich in festgelegten Hotels auf eigene Kosten in fünftägige Quarantäne begebe, sei willkommen, sagte der örtliche Pandemiebeauftragte Luhut Binsar Pandjaitan.
  • Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts, wonach Arbeitgeber geringfügig Beschäftigte nicht entschädigen müssen, wenn sie ihr Unternehmen aufgrund einer Corona-Verordnung zur Eindämmung der Pandemie schließen müssen, dringt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf eine Minijob-Reform.

Corona-News von Mittwoch, 13. Oktober: Youtube sperrt erneut zwei #allesaufdentisch-Videos

  • Die Videoplattform Youtube hat zwei weitere Videos der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch gelöscht. Das bestätigte ein YouTube-Sprecher am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Als Grund wurde ein Verstoß gegen eine Richtlinie des Unternehmens, in der es um Missinformation zur Corona-Pandemie geht, angeführt. Damit sind derzeit insgesamt vier Videos der Aktion gelöscht.
  • Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland benötigen im kommenden Jahr einen Rekordzuschuss vom Bund. Hintergrund sind stark gestiegene Ausgaben. Nach Kassenangaben auch wegen Corona, aber vor allem wegen "ausgabenintensiver" Gesetzgebung der vergangenen Jahre.
  • Wegen vorübergehender Probleme mit dem britischen Online-Impfzertifikat sind am Mittwoch Pläne von Reisenden in Großbritannien durchkreuzt worden. Wie der Nationale Gesundheitsdienst NHS per Twitter mitteilte, waren die Online-Zertifikate per App und Webseite zeitweise nicht erreichbar. Die Nachrichtenagentur PA meldete, Reisende seien teilweise am Flughafen von den Fluggesellschaften abgewiesen worden, weil sie nicht in der Lage gewesen seien, ihren Impfstatus vorzuweisen. Später waren die Zertifikate wieder abrufbar, wie der NHS mitteilte.
  • Die Niederlande befürchten eine neue Corona-Welle. Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den vergangenen sieben Tagen stark und liegt nun um 62 Prozent höher als in der Vorwoche. Das ist der größte Anstieg seit Mitte Juli, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Mittwoch mitteilte. Landesweit wurden 3746 neue Infektionen gemeldet, fast doppelt soviel wie am Mittwoch der Vorwoche.
  • Studierende in Thüringen sollen künftig zweimal die Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltest machen können. Die Universitäten müssten die Tests aus den Zuweisungen des Landes bezahlen und auch Testangebote vor Ort organisieren, teilte das Wissenschaftsministerium am Mittwoch in Erfurt mit. Das ergebe sich aus der Corona-Arbeitsschutzverordnung des Bundes in Verbindung mit den Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherungen.
  • Die Schweiz will die relativ niedrige Impfquote gegen eine Corona-Infektion mit neuen Initiativen anheben. Vom 8. bis 14. November findet eine nationale Impfwoche statt, wie die Regierung am Mittwoch in Bern mitteilte. Bis Mittwoch waren in der Schweiz bezogen auf die Gesamtbevölkerung knapp 61 Prozent vollständig geimpft. In Deutschland waren es gut 65 Prozent. Die 14-Tage-Inzidenz neu gemeldeter Infektionen lag pro 100 000 Einwohner bei knapp 150.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Berliner Virologen Christian Drosten als Mitglied eines wichtigen neuen Beirats vorgeschlagen. Der Beirat soll Richtlinien für künftige Studien über den Ursprung von Pandemien und Epidemien erarbeiten und Untersuchungen beaufsichtigen, wie die WHO am Mittwoch in Genf berichtete.
  • Geschäftsschließungen per Corona-Verordnung zur Eindämmung der Pandemie gehören nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nicht zum allgemeinen Betriebsrisiko für Unternehmer. Diese würden damit auch nicht das Risiko für den Arbeitsausfall von Minijobbern tragen und seien nicht verpflichtet, ihnen in dieser Zeit eine Vergütung zu zahlen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch in Erfurt (5 AZR 211/21). Es handelte sich um den ersten Corona-Streitfall, der beim Bundesarbeitsgericht verhandelt wurde.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Verantwortung für offenbar zu niedrige, offiziell gemeldete Corona-Impfquoten in Deutschland zurückgewiesen. "Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind", sagte Präsident Lothar Wieler laut einer Mitteilung vom Mittwoch. Eine zu niedrige Erfassung stelle "keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar", sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, hieß es. Man sei bei der Ermittlung der Impfquote auf das sogenannte Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) angewiesen, schreibt das RKI. Die Anwendung und Zuverlässigkeit dieses Meldesystems liege "ausschließlich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte)".
  • Im Norden der Bundesrepublik gibt es gute Nachrichten. Bremen hat nach eigenen Angaben als erstes Bundesland eine Erstimpfquote von 80 Prozent erreicht. Mit den Impfungen des Dienstags sei die Quote im Land auf 80 Prozent gestiegen, teilte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) am Mittwoch mit. 76,5 Prozent der Bremerinnen und Bremer hätten bereits einen vollständigen Impfschutz erlangt: "Diese Impfquote ist ein erneuter Beleg dafür, dass unsere Strategie aufgegangen ist und auch weiterhin aufgeht", sagte die Senatorin.
  • Die Impfquote steigt langsam weiter an. In Deutschland sind nun 65,4 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Am Vortag lag die Quote bei 65,3 Prozent. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 76 Prozent. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,6 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen sowie 79,4 Prozent der Erwachsenen.
  • Das Landgericht Stuttgart hat zwei linke Aktivisten wegen gefährlicher Körperverletzung von Teilnehmern einer Querdenker-Demonstration zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Kammer verhängte am Mittwoch Haftstrafen von vier Jahren und sechs Monaten sowie fünf Jahren und sechs Monaten gegen die beiden 21- und 26-jährigen Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall.
  • Ein venezolanischer General und früherer Anhänger von Ex-Präsident Hugo Chávez ist im Gefängnis nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. "Wir bedauern den Tod von Raúl Isaías Baduel", teilte Generalstaatsanwalt Tarek Saab am Dienstag (Ortszeit) bei Twitter mit. Baduel war einer der bekanntesten politischen Gefangenen des Landes und hatte unter dem ehemaligen Staatschef als Verteidigungsminister gearbeitet, bevor er sich mit Chávez überwarf.
  • Deutschlands Intensivmedizinern zufolge gibt es auf den Corona-Intensivstationen nahezu keine geimpften Patientinnen und Patienten ohne Vorerkrankung. "Die allermeisten Patienten, die wir behandeln – das wissen wir aus den Gesprächen mit vielen Kollegen großer deutscher Intensivstationen – sind gar nicht oder nicht vollständig geimpft", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vom Mittwoch.
  • Vor dem Bundesarbeitsgericht wird heute über die Lohnfortzahlung für Minijobber während des Lockdowns geurteilt. Geklagt hatte eine Frau aus Niedersachsen, sie hatte als geringfügig Beschäftigte in einem Geschäft für Nähmaschinen und passendes Zubehör gearbeitet. Als der Laden während des Lockdowns im April schließen musste, gab es auch für die Verkäuferin keine Verwendung und damit kein Gehalt. Denn geringfügig Beschäftigte können im Gegensatz zu Festangestellten nicht in Kurzarbeit geschickt werden.
  • Die Kapazitäten für freie Betten auf den Intensivstationen sind nach Angaben der Intensivmediziner derzeit relativ stabil. "Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase, wir stagnieren bei etwa 1300 Covid-Intensivpatienten. Die Lage ist unter Kontrolle", sagt Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.
  • Die USA öffnen ihre Grenzen zu Kanada und Mexiko für Geimpfte wieder. Ab Anfang November werden nach 19 Monaten die Beschränkung für geimpfte Reisende aus Kanada aufgehoben, teilt das Büro des Mehrheitsführers im Senat, Chuck Schumer, mit. Auch die Grenze zu Mexiko werde dann für vollständig Geimpfte geöffnet, erklärt das Büro der demokratischen Senatorin Kirsten Gillibrand.
  • Der US-Flugzeugbauer Boeing führt im Rahmen einer von Präsident Joe Biden erlassenen Anordnung für Auftragnehmer von US-Bundesbehörden eine Impfpflicht ein. "Bis zum 8. Dezember müssen die rund 125.000 US-Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder infolge einer Behinderung oder einer aufrichtigen religiösen Überzeugung anerkannte, zumutbare Schutzmaßnahmen treffen", teilt Boeing mit. Auch die US-Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, JetBlue Airways und Alaska Airlines sowie der Flugzeugteilehersteller Spirit AeroSystems erklären, dass sie sich an die von Biden vorgeschriebene Frist halten werden.

Corona-News von Dienstag, 12. Oktober: Lauterbach teilt Studie zu Impfdurchbrüchen

  • Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf Twitter das Ergebnis einer großangelegten Untersuchung geteilt. In Frankreich habe in einer Studie von 22 Millionen Menschen gezeigt werden können, dass die Corona-Impfungen Krankenhauseinweisungen und schwere Verläufe um 90 Prozent sinken. Es sei, so SPD-Politiker, die bisher größte Studie dieser Art.
  • Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt prüft am Mittwoch, ob eine Minijobberin in einem Geschäft auch bei coronabedingter Schließung Anspruch auf ihren Lohn hat. Hintergrund ist, dass für Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt werden und Arbeitgeber daher auch keine Kurzarbeit anmelden können. (Az: 5 AZR 211/21) Die Klägerin aus Niedersachsen war in einem Handel für Nähmaschinen und Zubehör als Verkäuferin geringfügig beschäftigt. Im April 2020 war der Laden wegen einer Corona-Allgemeinverfügung geschlossen. Der Arbeitgeber verweigerte daher die Lohnzahlung von 432 Euro.
  • Sachsen will trotz derzeit steigender Corona-Infektionszahlen in diesem Jahr Weihnachtsmärkte und Bergparaden auch im größeren Rahmen wieder zulassen. Als Ausnahmeregelung sollen Gesundheitsämter vor Ort die 3G-Regel und Kontakterfassungen weglassen dürfen, sagte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach der Kabinettssitzung.
  • In der neusten Folge des "Coronavirus-Updates" äußert sich Christian Drosten zu der Aufregung über die vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Impfquote. Das RKI hatte die Zahlen zuletzt nach oben korrigieren müssen und war dafür in die Kritik geraten.Den Wirbel um die Korrektur hält der Virologe für "totalen Klamauk", wie er in dem NDR-Podcast, der am Dienstag veröffentlicht wurde, deutlich macht. Der Fehler im Meldesystem sei dem RKI nicht anzulasten. Es wird angenommen, dass es bei der Meldung der Daten an das Institut zu Verzögerungen gibt.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) pocht bei der neuen EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen wie der Corona-Pandemie auf ein Mitspracherecht der EU-Staaten. Die Hera (Health Emergency Preparedness and Response Authority) genannte Behörde soll gesundheitliche Notstände in Zukunft verhindern, gefährliche Erreger schneller entdecken und grenzüberschreitend darauf reagieren.

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Alle bisherigen Corona-News finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)

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