Kanaren

Erdbeben auf La Palma: Lava strömt wie "Tsunami" aus Vulkan

| Lesedauer: 2 Minuten
Spanien, La Palma: Menschen säubern ein Haus von der Asche des Vulkans in Las Manchas auf der Kanareninsel La Palma.

Spanien, La Palma: Menschen säubern ein Haus von der Asche des Vulkans in Las Manchas auf der Kanareninsel La Palma.

Foto: Saul Santos/AP/dpa

Berlin.  Mehrere Erdbeben haben die Kanaren-Insel La Palma erschüttert. Der Lavafluss verstärkte sich unterdessen zu einer Art "Lava-Tsunami".

  • Der Vulkan Cumbre Vieja kommt auf La Palma einfach nicht zur Ruhe
  • Neue Erdbeben erschütternd die Insel
  • Unterdessen sorgt ein "Lava-Tsunami" dafür, dass ganze Landstriche verschwinden

Die Kanareninsel La Palma kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder erschüttern Erdbeben die Insel mit rund 85.000 Einwohnern, das bisher heftigste Beben wurde am Donnerstag mit einer Stärke von 4,5 gemessen.

Die Zahl der Menschen, die seit Beginn des Vulkanausbruchs in der Cumbre Vieja im Süden von La Palma evakuiert werden mussten stieg auf über 7000 an. Die Auswertung der Daten des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus ergab, dass bisher 1548 Gebäude von der Lava zerstört und eine Fläche von 700 Hektar von Lava und Asche bedeckt ist. Das entspricht etwa 980 Fußballfeldern.

Kanaren: Lava ergießt sich wie "Tsunami" über Insel

Ernsthaft verletzt wurde bisher niemand. Teilweise lag die Asche so hoch, dass von Häusern nur noch die Schornsteinspitze herausragte. Am Freitag verstärkte sich der Lavafluss aus dem Vulkan und wurde deutlich heftiger und schneller. Lesen Sie auch: „Gran Cratere“: Droht ein Vulkanausbruch auf Vulcano?

Das vulkanologische Institut der Kanaren, Involcan, sprach angesichts beeindruckender Videoaufnahmen in einem Tweet sogar von einem „Lava-Tsunami“.

Vulkanausbruch: Lavaströme auf La Palma verstärken sich

Der Geologe José Mangas, Professor an der Universität Las Palmas de Gran Canaria, betonte jedoch, dieses Bild sei etwas schief. „In diesem Fall kann nicht von einem Tsunami gesprochen werden, sondern von mehr als 1200 Grad heißen Lavaströmen, die wegen des steil abfallenden Geländes sehr schnell werden“, sagte er im staatlichen TV-Sender RTVE.

Der Vulkanologe Juan Carlos Carracedo vermutete sogar, dass sich der seit fast vier Wochen andauernde Vulkanausbruch auf La Palma stabilisiert habe, indem das Magma nun ohne Hindernisse aus dem Vulkan laufe, bis der Druck nachlasse. Wann das so weit sei, lasse sich aber nicht sagen. (csr/dpa)

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder