Corona-Pandemie

Corona: Warum die Wartezeiten für PCR-Test so lang sind

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Eine Mitarbeiterin nimmt eine Probe für einen PCR-Test.

Eine Mitarbeiterin nimmt eine Probe für einen PCR-Test.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Berlin.  Die Laborkapazitäten für PCR-Test sind zwar massiv ausgebaut worden - doch die 24-Stunden-Frist wird trotzdem oft nicht eingehalten.

In den Laboren von Bioscientia, einem der großen Privatlabore Deutschlands, wird sieben Tage pro Woche rund um die Uhr gearbeitet. In der vierten Corona-Welle hat sich die Nachfrage nach PCR-Tests enorm erhöht – nach Angaben der Deutschen Laborärzte um 50 Prozent in den vergangenen zwei Wochen.

Sollten die Inzidenzen im bisherigen Maße weiter steigen, können die Labore die 24-Stunden-Frist für ein Untersuchungsergebnis nicht mehr garantieren. Dann könne es „trotz der im Vergleich zum Anfang der Pandemie massiv ausgebauten Testmöglichkeiten in den Laboratorien zu einer verlängerten Untersuchungsdauer kommen“, warnt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL), Andreas Bobrowski, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Um dies möglichst zu vermeiden, „bereiten sich die Laboratorien durch Neueinstellungen von Personal, aber auch durch einen Ausbau der Gerätekapazitäten, derzeit auf diese Situation vor“.

PCR-Test: Wartezeit bis zu 48 Stunden

Auch Bioscientia hat seine Testkapazitäten bereits wieder erhöht, „wir müssen allerdings neues Personal noch einarbeiten“, sagt Bioscientia-Sprecher Hendrik Borucki im Gespräch mit unserer Redaktion: „Im Sommer konnten wir die Testergebnisse schon nach etwa acht Stunden liefern, jetzt dauert es 24 bis 48 Stunden. Auch Bobrowski versichert, „derzeit stehen aber noch ausreichende Testkapazitäten zur Verfügung, sodass die 24-Stunden-Frist bei der Übermittlung der Ergebnisse eingehalten werden kann“.

Doch bei Bioscientia rechnet man damit, dass sich das bald ändern könnte, weil mit einem Abflauen der vierten Welle noch nicht zu rechnen sei. Dann müssten die Proben wie in der zweiten Welle auch wieder medizinisch priorisiert werden. Privatpersonen, die einen Test brauchen, müssten warten. Bioscientia hat einen kassenärztlichen Versorgungsauftrag. „Falls es erforderlich wird, werden wir so gut es geht unterscheiden, welche Probe von einem Kranken stammt, der beispielsweise auf einer Intensivstation liegt, und welcher Abstrich zu einem Restaurantbesucher oder Urlauber gehört“, sagt Borucki.

21 bis 22 Prozent aller Proben positiv

Immer mehr Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 bedeuten auch immer mehr Verdachtsfälle, immer mehr Anzeigen der Corona-Warn-App, immer mehr Tests. Auch hat die Erkältungssaison begonnen. Damit steigt die Zahl der Verdachtsfälle automatisch. Hinzu kommen jetzt auch bald die auffälligen Ergebnisse der wieder kostenlosen Schnelltests, die mit der PCR-Methode überprüft werden müssen.

Verhältnisse wie in Österreich, wo die Menschen wegen der völligen Überlastung der Labore bis zu einer Woche auf ihr PCR-Testergebnis warten müssen, erwartet Borucki in Deutschland noch nicht. Sie seien aber vorstellbar.

Inzwischen sind 21 bis 22 Prozent aller Proben, die in einem Bioscientia-Labor untersucht werden, positiv. Im Sommer seien noch 98 Prozent aller Tests negativ gewesen.

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