Corona-Mutation

Omikron-Variante twittert jetzt – was dahinter steckt

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Omikron: Das steckt hinter der Virus-Benennung

Omikron: Das steckt hinter der Virus-Benennung

Der neuen Virus-Variante B.1.1.529 wurde nun der griechische Buchstabe Omikron zugewiesen. Darum hat die Corona-Variante diesen Namen bekommen.

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Berlin  Noch ist nicht bekannt, wie gefährlich die neue Corona-Variante Omikron ist. Auf Twitter konnte sie jedoch schon einige Fans gewinnen.

Die neue in Südafrika entdeckte Variante des Coronavirus, B.1.1.529 genannt Omikron, hält die Welt in Atem. Mittlerweile sind auch erste Fälle in Deutschland bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Variante als „besorgniserregend“ eingestuft und warnte vor einem „sehr hohen“ weltweiten Risiko aufgrund der Menge an Mutationen, die die Variante aufweist.

Für Schmunzeln in der derzeitigen Lage sorgt nun ein Account auf Twitter: Hier schreibt die Variante nämlich selbst – zumindest fast. Ein anonymer Nutzer oder eine anonyme Nutzerin hatte einen Account mit dem Namen „Omicron aka B.1.1.529“ erstellt, auf dem die Variante nun selbst von ihrer Ankunft in Deutschland und der Verbreitung berichtet. Innerhalb kürzester Zeit ging der Account von Omikron auf Twitter viral – mittlerweile kann die Variante bereits knapp 40.000 Follower verzeichnen.

Omikron erzählt von Weihnachtsmarkt-Besuch

„Ich bin neu hier, was muss ich machen?“, schrieb Omikron am 26. November in seinem ersten Tweet. Bereits die Beschreibung des Accounts macht klar, dass es sich dabei um eine satirische Aktion handelt. "Hier twittert die neue SARS-CoV-2 Variante über ihre Tour durch Deutschland", heißt es. Kurz nach seinem ersten Tweet freute sich Omikron schon über die Einreise in Deutschland: „So, nun bin ich offiziell eingereist. Mal schauen, was der Tag so bringt.“ Seitdem berichtet die Variante fleißig auf Twitter von ihren Plänen. In Frankfurt würde es ihr schon ganz gut gefallen, schreibt das Virus, „ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt heute Abend steht fest.“

Auch beim Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem am Samstag 50.000 Zuschauer und Zuschauerinnen zugelassen waren, war Omikron nach eigenen Berichten anwesend. „Ich hab hier einen mit Ticket für das Spiel. Er ist geimpft, daher war ich mir nicht sicher, ob ich mich ausreichende vermehren kann. Sieht aber gut aus, ein paar Stunden hab ich ja noch“, schreibt die Variante und kann dann auch direkt ironisch von einem Erfolg berichten. „Ja, ich bin gleich im RheinEnergieSTADION! 2G und Maskenpflicht. Mal sehen, ob sich das Ganze lohnt. Seid ihr auch so aufgeregt wie ich? 50.000! Toll!“.

Virus kommentiert Politik

Und dann erwischt Omikron sogar noch einen Ungeimpften im Stadion: „Ähm Leute… 2G heißt doch Geimpft oder Genesen. Oder?“, schreibt es. „Weil ich hab mir hier grad einen geschnappt und es dauert ja auch immer einen Moment bis euer Immunsystem reagiert. Aber ich glaube, ich bin dem hier völlig unbekannt.“

Auch die Politik kommentiert Omikron sarkastisch. Auf einen Tweet der Tagesschau über die Empfehlung der Wissenschafts-Akademie Leopoldina reagiert das Virus folgendermaßen: „Ihr habt so schlaue Leute im Land. Gut, dass ihr die ignoriert.“ Und auf Olaf Scholz‘ Tweet zum neuen Krisenstab schreibt es: „Das mit den Krisenstäben müsst ihr mir bitte mal erklären. Inwieweit hilft es gegen mich, wenn sich immer neue dieser Stäbe bilden und beraten?“

Omikron-Account geht viral

Aber Omikron hat auch praktische Tipps parat. So weist es beispielsweise ironisch darauf hin, die Corona-Warn-App lieber nicht zu verwenden. „Funktioniert besser, je mehr sie nutzen. Also lasst es. Wenn ich jemanden infiziert haben, möchte ich, dass er es so spät wie möglich merkt. Sonst seid ihr Spielverderber!“

Bei seinen Followern kommt Omikron – jedenfalls auf Twitter – gut an. „Ich liebe deine Tweets. Aber nicht, dass du denkst, wir könnte Freunde werden“, schreibt ein Nutzer beispielsweise. Andere geben Omikron sogar Empfehlungen für seine Verbreitung: „Du musst nach Sachsen kommen. Hier gibt es so viele, die nicht geimpft sind.“ Und auch in der Politik machte der Omikron-Account bereits auf sich aufmerksam: Dem geschäftsführende Wirtschaftsminister Peter Altmaier gefallen die Tweets ebenfalls.

Autor des Accounts möchte anonym bleiben

Und manchmal wird die Variante dann auch ernst. Am Sonntag twitterte es eine Handlungsempfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Schutz vor Covid-19 mit den Worten: „Was kann der Einzelne tun, fragt ihr euch?“ Auch dem twitternden Omikron scheint dann doch nicht immer nach Scherzen zu Mute zu sein.

Wer hinter dem Account steckt ist nicht bekannt. Der Macher oder die Macherin möchte nach eigenen Angaben gerne anonym bleiben. Mit der Beliebtheit des Accounts hatte er oder sie aber nicht gerechnet, zunächst sei es einfach nur um Ablenkung von der aktuellen Situation gegangen, heißt es.

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