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Corona: RKI meldet neue Zahlen – Knapp 530 Todesfälle

| Lesedauer: 95 Minuten
Appell von FDP-Chef Lindner: "Nehmen Sie Impfangebote wahr!"

Appell von FDP-Chef Lindner: "Nehmen Sie Impfangebote wahr!"

FDP-Chef Christian Lindner hat die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Corona-Pandemie Kontakte zu reduzieren und Impfangebote wahrzunehmen. Seine Partei baue "auf das Verantwortungsgefühl und die Einsicht der Menschen", sagte Lindner bei einem FDP-Sonderparteitag.

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Die Zahl der Corona-Toten hat den höchsten Stand seit Februar erreicht. An der Inzidenz gibt es weiter Zweifel. Mehr Infos im Blog.

  • Das RKI verzeichnet am Mittwoch eine gesunkene Inzidenz
  • Die Neuinfektionen liegen weiter auf einem hohen Niveau, die Zahl der Toten ebenfalls
  • Die Corona-Impfstoffe haben gegenüber Omikron offenbar eine schwächere Wirkung
  • An der aktuellen Corona-Inzidenz gibt es aber weiterhin starke Zweifel – vor allem im Hotspot Sachsen
  • Ein Staatsrechtler bezweifelt die Rechtmäßigkeit einer allgemeinen Impfpflicht
  • Städte und Gemeinden fordern vom Bund mehr Weitsicht in der Pandemie
  • Wichtiger Hinweis: Dieses Corona-Blog ist geschlossen. Alle neuen Corona-News und die am Donnerstag aktualisierten RKI-Zahlen für Deutschland finden Sie in unserem neuen Newsblog.

Berlin. Die Corona-Lage ist in weiten Teilen Deutschlands weiterhin dramatisch. Um die vierte Welle in den Griff zu bekommen, sei nun konsequentens, schnelles Handeln gefragt, sind sich die Experten einig. Große Hoffnung liegt auf dem designierten Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er soll die Impfkampagne vorantreiben und die Organisation der Booster-Impfungen verbessern, so zwei Forderungen. Lauterbach war am Montag von der SPD als Nachfolger von Jens Spahn offiziell vorgestellt worden. Zusammen mit den anderen Kabinettsangehörigen soll Lauterbach heute im Bundestag vereidigt werden.

Bund und Länder hatten bereits in der vergangenen Woche verschärfte Maßnahmen beschlossen, darunter eine bundesweite, sowohl im Einzelhandel als auch im Freizeit- und Kulturbereich geltende, strikte 2G-Regel.

Ungeimpfte müssen ihre Kontakte stark reduzieren. Außerdem wurden Maßnahmen für Clubs und Diskotheken, Silvester, Großveranstaltungen und Schulen beschlossen. In den Beratungen wurde auch eine allgemeine Impfpflicht thematisiert. Diese Maßnahme soll im Bundestag diskutiert und entschieden werden. Die Vorschrift könnte ab Februar 2022 umgesetzt werden.

Corona: RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen

Die Zahl der binnen eines Tages an das RKI übermittelten Corona-Neuinfektionen lag am Mittwochmorgen bei 69.601 Fällen binnen 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 427 an. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 432,2 gelegen, im Vormonat bei 201,1. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland - Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Corona-News von Mittwoch, 8. Dezember: Weltweit größter Corona-Impfstoffhersteller halbiert Produktion

11.27 Uhr: Der weltgrößte Impfstoffhersteller Serum Institute mit Sitz in Indien will seine Astrazeneca-Produktion um mindestens die Hälfte reduzieren. Grund sei, dass die Indiens Regierung keine neuen Bestellungen aufgegeben habe, sagte Firmenchef Adar Poonawalla dem indischen TV-Sender CNBC-TV18. Gleichzeitig kämen Bestellungen der internationalen Impfstoffinitiative Covax nur langsam herein. Derzeit produziere seine Firma pro Monat 250 Millionen Dosen Astrazeneca, das in Indien unter dem Namen Covishield vertrieben wird.

Das Serum Institute war Anfang Jahr als Hauptlieferant für die Impfstoffinitiative Covax vorgesehen, die dafür sorgen möchte, dass auch ärmere Länder an Impfstoff kommen. Poonawallas Firma lieferte dann zunächst auch Millionen Dosen ins Ausland - via Covax oder direkt an Länder. Aber als Indien im Frühjahr von einer heftigen Corona-Welle überrollt wurde, stoppte die indische Regierung den Export und ließ ihn erst kürzlich erst wieder zu. In der Zwischenzeit mussten viele ärmere Länder Alternativen finden.

Impfgegner demonstrierten vor Lauterbachs Privatwohnung

11.19 Uhr: Vier Impfgegner haben vor der Kölner Privatwohnung des SPD-Politikers Karl Lauterbach eine unangemeldete Demonstration veranstaltet. Die Polizei beendete die Versammlung am vergangenen Freitagabend, wie die Kölner Polizei auf dpa-Anfrage bestätigte. Am Montag wurde bekannt, dass Lauterbach neuer Gesundheitsminister wird.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Corona-Leugner Lauterbach ausgesucht hatten, weil er immer wieder in den Medien aufgetreten ist. In einem Bericht an den Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags warnt das Innenministerium in diesem Kontext vor einer zunehmenden "Emotionalisierung und Radikalisierung" durch die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern, die vor allem Einschränkungen für nicht-immunisierte Menschen bedeuten. In Österreich, den Niederlanden und Belgien sei bereits eine "Verschärfung des Protestgeschehens bis hin zu gewalttätigen Ausschreitungen zu konstatieren".

Weidel regt sich über Fragen zur Impfung auf

10.43 Uhr: Am Rande der Bundestagssitzung zur Wahl des neuen Bundeskanzlers hat sich die Vorsitzende der AfD-Fraktion, Alice Weidel, in einem Interview aufgeregt. Auslöser waren Fragen eines Phoenix-Journalisten zur Impfung gegen Covid-19. Weidel, die nach eigener Aussage mit dem Coronavirus infiziert war und inzwischen genesen ist, sagte: "Sie können die Menschen so nicht zur Impfung zwingen. Das ist kontraproduktiv". Es gebe beispielsweise auch Bürger, die auf die Zulassung eines Totimpfstoffes warteten. Sie selbst lasse sich schließlich "auch nicht von irgendwelchen ahnungslosen Politikern sagen", was sie in Bezug auf ihre eigene Gesundheit zu tun habe.

Weidel beklagte sich über das hartnäckige Nachfragen des Journalisten. Der gab zurück, er habe ihre Ausführungen zur Impfskepsis nicht überzeugend gefunden. Daraufhin sagte Weidel: "Und Ihre Fragen sind auch nicht überzeugend." Ihre Fraktionskollegen René Springer und Beatrix von Storch nahmen an der Sitzung nicht teil. Sie wurden nach eigenen Angaben beide positiv auf das Coronavirus getestet und befanden sich daher am Mittwoch in Quarantäne.

Bund organisiert zusätzliche Biontech-Impfdosen

10.02 Uhr: Der Bund hat zur Beschleunigung der Corona-Impfungen drei Millionen zusätzliche Impfdosen von Biontech organisiert, die andere EU-Staaten aktuell nicht benötigen. Sie sollen in dieser und zu Beginn der kommenden Woche den Ländern für die Impfzentren zur Verfügung gestellt werden, wie aus einem Bericht des scheidenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) von Mittwoch an seine Länderkollegen hervorgeht. Auch über den Großhandel sollen demnach mehr Biontech-Dosen an Praxen gehen. Insgesamt soll der Bund damit in der Woche vom 13. Dezember acht Millionen Dosen Biontech und mehr als zehn Millionen Dosen von Moderna für Auffrischungsimpfungen ausliefern.

Fast eine Million Impfungen am Dienstag - 15,6 Millionen geboostert

9.36 Uhr: In Deutschland haben mittlerweile 15,6 Millionen Menschen eine zusätzliche Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 18,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Demnach sind allein am Dienstag 833.000 Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Insgesamt gab es am Dienstag 973.000 Impfungen gegen das Virus.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben 57,5 Millionen Menschen (69,2 Prozent der Gesamtbevölkerung). Mindestens eine erste Impfung haben 60,0 Millionen Menschen (72,2 Prozent der Gesamtbevölkerung) bekommen. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Biontech: Forscher mit beunruhigender Entdeckung zu Omikron-Variante

8.44 Uhr: Laut südafrikanischen Labortests kann Omikron die Schutzwirkung von Biontech umgehen und einen Rückgang von Antikörpern bewirken. Lesen Sie dazu: Omikron-Variante: Biontech-Schutz "sehr stark abgenommen"

Corona-Schnelltests in Apotheken weiter knapp

8.14 Uhr: Die Apotheker in Hamburg und Schleswig-Holstein klagen weiterhin über Lieferengpässe bei Corona-Schnelltests. Es gebe aktuell kaum Nachschub und vor allem auch keine festen Liefertermine, sagte Thomas Friedrich, Geschäftsführer der Apotheker-Vertretungen in Hamburg und Schleswig-Holstein, der Deutschen Presse-Agentur. Man warte jeden Tag auf Lieferungen. Von den Schwierigkeiten sind demnach sowohl Selbsttests für einzelne Kunden als auch Großpackungen für Testzentren betroffen.

Hintergrund des Engpasses: Nach Ende der kostenlosen Bürgertests und der kurzzeitigen Normalisierung der Corona-Zahlen war die Nachfrage nach Tests deutlich gesunken. Nun steigt sie wieder. Viele Hersteller können laut den Apothekern aber wegen Herstellungs- und Logistikproblemen nicht liefern.

Terrorismusforscher warnt vor Gewaltbereitschaft bei Querdenkern

7.31 Uhr: Unter Corona-Leugnern und sogenannten Querdenkern steigt nach Einschätzung des Terrorismusforschers Peter Neumann aktuell die Gewaltbereitschaft. "Wenn eine solche Bewegung damit beginnt, sich Argumente zurechtzulegen, um Gewalt zu rechtfertigen, ist das ein deutliches Warnsignal - und genau das erleben wir seit einigen Monaten", sagte Neumann der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch).

"Wir erleben eine generelle Enthemmung, die Normen des Zusammenlebens in einer demokratischen Gesellschaft werden von vielen Leuten nicht mehr respektiert", erläuterte der am Londoner King's College tätige Professor dem Blatt. In der "Querdenker"-Szene werde seit eineinhalb Jahren propagiert, dass man Politikern nicht glauben dürfe und die Impfpflicht entgegen aller Versprechen kommen werde. "Wenn diese Impfpflicht nun tatsächlich eingeführt wird, könnte die Situation weiter eskalieren."

Kuba lässt Impfstoff für genesene Kleinkinder zu

6.02 Uhr: Die Arzneimittelbehörde in Kuba hat eine Notfallzulassung für die Impfung von Kindern ab zwei Jahren nach einer Corona-Infektion erteilt. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, wurde der in dem Karibikstaat entwickelte Impfstoff Soberana Plus für Kleinkinder zugelassen, deren Genesung mehr als zwei Monate zurückliegt. Die Entscheidung beruht demnach auf Ergebnissen einer klinischen Studie bei Kindern und Jugendlichen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Die Studie zeigte demnach, "dass die Verabreichung einer Einzeldosis sicher ist, und lieferte Hinweise auf einen potenziellen Nutzen" zum Schutz vor einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus. Der Impfstoff ist bereits seit September für genesene Erwachsene zugelassen. Zudem werden seit September Kinder ab zwei Jahren mit den Impfstoffen Soberana O2 und Abdala immunisiert.

Kommunen fordern von Ampel mehr Weitsicht in Pandemie

5.30 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund fordert von der neuen Bundesregierung mehr Weitsicht in der Corona-Pandemie. Die Ampelkoalition müsse jetzt auch liefern, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion. "Nachdem der Corona-Start verstolpert wurde, brauchen wir eine langfristige Strategie." Die Regierung solle in den Blick nehmen, dass ab März oder April die vierten Impfungen anstehen könnten. Ebenso müsse eine Impfpflicht konsequent umgesetzt werden.

Zugleich verlangte Landsberg neue Finanzhilfen für die Kommunen. "Das Jahr 2021 werden die Städte und Gemeinden mit einem Defizit von über neun Milliarden Euro abschließen, für 2022 muss ein weiteres Defizit von über zehn Milliarden Euro befürchtet werden", sagte er. "Die Ampel muss sich klar zu finanziellen Hilfen und einem weiteren kommunalen Rettungsschirm bekennen."

Dehoga-Chefin warnt vor Zuspitzung der Personalnot im Gastgewerbe

4.17 Uhr: Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, warnt angesichts der Corona-Restriktionen vor einer Zuspitzung der Personalnot im Gastgewerbe. "Wenn die Covid-19-Pandemie nicht schnellstmöglich erfolgreich bekämpft wird, befürchte ich Schlimmeres. Ein maximal professionelles Impfmanagement ist jetzt endlich geboten", sagte Hartges unserer Redaktion. Zuletzt seien im Gastgewerbe 8,4 Prozent weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als im Jahr 2019 beschäftigt gewesen. "Rund 100.000 Beschäftigte hat das Gastgewerbe durch die Pandemie bis September 2021 verloren", sagte Hartges.

Mittelstandsverband fordert Nachbesserungen bei Überbrückungshilfe

3.32 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat Nachbesserungen bei der Überbrückungshilfe IV gefordert. "Die neue Bundesregierung hat es in der Hand zu verhindern, dass zum Jahresende in vielen Betrieben endgültig das Licht ausgeht", sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger unserer Redaktion. Vor allem bei der Antragsstellung der bis Ende März 2022 Hilfszahlungen brauche es Nachbesserungen.

"Konkret sollte die Antragsberechtigung bei Corona-bedingtem Umsatzeinbruch in einem Monat von 30 auf 15 Prozent halbiert werden. Ebenso sollte auch im Dezember 2021 und Januar 2022 ein Corona-bedingter Umsatzeinbruch von mindestens 25 Prozent ausreichen", forderte Jerger. Der förderfähige Fixkostenzuschuss müsse bei 100 Prozent belassen werden, um das Zuschussverfahren nicht zu verkomplizieren, regte der BVMW-Chef an.

Branchen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie der innerstädtische Einzelhandel seien existenzbedrohenden Einschränkungen ausgesetzt, sagte Jerger. Neben stockenden Lieferketten, steigenden Beschaffungskosten, hohen Energie- und Treibstoffpreisen sorge das gedrosselte Weihnachtsgeschäft für Probleme.

Die Überbrückungshilfe IV soll die Regelungen der Überbrückungshilfe III Plus bis Ende März 2022 fortführen.

Staatsrechtler Rupert Scholz nennt allgemeine Impfpflicht verfassungswidrig

1.01 Uhr: Der Staatsrechtler und frühere Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz hält eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland für verfassungswidrig. Sie sei "unverhältnismäßig", sagte der CDU-Politiker unserer Redaktion. "Eine allgemeine Impfpflicht ist ein zu starker Eingriff in die freie Willensentscheidung eines jeden einzelnen", betonte er. Jeder Mensch habe "die persönliche Freiheit zu entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht". Diese Freiheit gelte aber nicht unbegrenzt. "Wenn der Gefahrentatbestand zu groß wird, wie er in der Pandemie zum Bespiel in der Pflege oder im schulischen Bereich geworden ist, dann muss dieses Freiheitsrecht zurücktreten", sagte Scholz.

Die Volksgesundheit stehe in diesem Fall der individuellen Willensfreiheit. Deshalb sei eine Impfpflicht beispielsweise in der Pflege oder schulischen Bereich verfassungsgemäß. Aber in diesen Bereichen. "Einen Impfzwang für 80 Millionen Menschen halte ich für einen Verstoß gegen unsere Verfassung", sagte der Staatsrechtler. Die Gefahrenlage ist mit täglichen Neuinfektionen von 30.000 oder auch 70.000 sei "nicht groß genug, um zu sagen: 80 Millionen Menschen müssen an die Impfnadel. Da müssten die Zahlen schon in die Millionen gehen".

Corona-News von Dienstag, 7. Dezember: Trotz Skepsis: Spahn hält Debatte über Corona-Impfpflicht für wichtig

22.45 Uhr: Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht eine allgemeine Corona-Impfpflicht weiterhin skeptisch. Trotzdem hält er die Debatte darüber für wichtig: "Denn die hat ja einen Grund. Wir haben gut zwölf Millionen ungeimpfte Erwachsene in Deutschland, und diese Zahl ist zu groß", sagte Spahn am Dienstagabend im "heute journal" des ZDF. Er wies darauf hin, dass es vor allem Ungeimpfte seien, die auf den Intensivstationen behandelt werden müssten.

Spahn bekräftigte, er sei konsequent für 2G-Regeln, also Zugang zu vielen Bereichen nur für Geimpfte und Genesene - "meinetwegen auch für das ganze Jahr 2022". Eine allgemeine Impfpflicht habe aber nicht nur rechtliche Aspekte, sondern auch gesellschaftliche, ethische, medizinische und ganz praktische, darunter die Frage, wie eine Impfpflicht eigentlich durchgesetzt und kontrolliert werden solle. In Österreich, wo im nächsten Jahr eine allgemeine Impfpflicht eingeführt werden soll, gebe es anders als in Deutschland ein Register aller Geimpften.

Sachsen plant Hotspot-Regelung für Gastronomie: ab 1500er-Inzidenz zu

22.17 Uhr: Sachsens Regierung plant eine moderate Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. Sie gilt allerdings erst ab einer extrem hohen Sieben-Tage-Inzidenz. "Für die Gastronomie soll eine Hotspot-Regelung eingeführt werden: Ab einer Inzidenz über 1500 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner sollen die Gastronomie-Betriebe schließen müssen", teilte das Sozialministerium am Dienstag mit. Ansonsten sollen für diese Branche die bisherige 2G-Regel (Geimpfte und Genesene) und die Öffnungszeit von 6 bis 20 Uhr gelten.

Das Kabinett beschloss am Dienstag Eckpunkte der neuen Notfallverordnung. Sie soll am 13. Dezember in Kraft treten und bis einschließlich 9. Januar 2022 Gültigkeit haben. Der Entwurf der Verordnung geht nun in die Anhörung. Zudem steht er unter Vorbehalt der Beschlüsse auf Bundesebene zum neuen Infektionsschutzgesetz. An diesem Freitag soll die neue Verordnung endgültig vom Kabinett abgesegnet werden. Die Schutzmaßnahmen der aktuellen Corona-Notfallverordnung gelten weiter.

Finnische Regierungschefin wegen Party-Nacht nach Corona-Kontakt in der Kritik

21.36 Uhr: Finnlands Regierungschefin Sanna Marin ist wegen einer Party-Nacht nur wenige Stunden, nachdem ihr Außenminister positiv auf das Coronavirus getestet worden war, in die Kritik geraten. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge halten zwei Drittel der Finnen das Verhalten der Ministerpräsidentin für einen "ernsten Fehler". Die 36-Jährige hatte sich zuvor öffentlich entschuldigt.

Ein Klatschmagazin hatte am Montag Fotos der Regierungschefin in einer Diskothek in Helsinki veröffentlicht. Marin war demnach am Samstagabend ausgegangen und bis in die frühen Morgenstunden tanzen gewesen. Am selben Tag war Außenminister Pekka Haavisto positiv getestet worden.

Sie sei mit ihrem Mann ausgegangen, habe Freunde getroffen "und auch den Abend und das Nachtleben genossen", erklärte die Sozialdemokratin auf Facebook. Zuvor sei ihr von offizieller Stelle versichert worden, dass sie sich gemäß der geltenden Corona-Richtlinien nicht isolieren musste, obwohl sie Kontakt zu einem nachweislich Infizierten gehabt hatte.

Norwegen zieht Corona-Schrauben über Weihnachten an

19.59 Uhr: Angesichts einer besorgniserregenden Corona-Lage mit dem Auftreten der Omikron-Variante verschärft Norwegen die im Land geltenden Maßnahmen. Die Infektionslage sei jetzt so ernst, dass man neue Maßnahmen ergreifen müsse, um die Kontrolle über die Pandemie zu behalten, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in Oslo. Das bedeute auch, dass es in diesem Jahr andere Weihnachtstage würden als normal.

Zu den neuen Maßnahmen zählen ein paar alte bekannte, darunter die Regel, einen Meter Abstand zu halten. Wo das zum Beispiel in Geschäften oder Restaurants nicht möglich ist, muss man Maske tragen. Alkohol darf nur an sitzende Gäste serviert werden, und zwar nur bis maximal 24.00 Uhr. Bei Sport- und Kulturangeboten für Erwachsene wird die maximal zulässige Gruppengröße auf 20 reduziert. Wichtig sei, weiterhin sozialen Kontakt zu haben, aber die Anzahl naher Kontakte zu verringern, sagte Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol.

Drosten warnt Ungeimpfte vor schweren Krankheitsverläufen durch Omikron-Variante

19.01 Uhr: Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, erwartet wegen der neu aufgetretenen Omikron-Variante bis zum nächsten Sommer Probleme mit dem Coronavirus in Deutschland. "Das Deltavirus ist unser Problem bis in den Januar rein, das Omikronvirus ist unser Problem bis Sommer", sagte Drosten am Dienstag in der NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update".

Der Virologe warnte zugleich vor Euphorie angesichts vermutlich bevorstehender Meldungen aus Südafrika über einen milden Krankheitsverlauf. In Südafrika handle es sich um Wiederansteckungen von Menschen, die schon einmal oder sogar zweimal das Coronavirus hatten. Deshalb sei die Situation mit Deutschland nicht zu vergleichen und deshalb spreche er eine Warnung für die Ungeimpften aus. "Es könnte sein, dass die Krankheitsschwere nicht nur nicht verringert ist. Es könnte sogar sein, dass es erschwert wird, die Krankheitsschwere."

Diese Annahme begründete Drosten mit der deutlich stärkeren Virusvermehrung bei Omikron. "Viel Virus, viel Krankheit", sagte der Virologe. Er riet zur Impfung gegen das Coronavirus und insbesondere zur sogenannten Booster-Impfung.

Maskenverweigerer gibt Supermarkt-Mitarbeiterin Kopfnuss

18.33 Uhr: Ein Maskenverweigerer hat einer Mitarbeiterin in einem Supermarkt in Nettersheim (Kreis Euskirchen) eine Kopfnuss gegeben. Kurz zuvor habe die 52-Jährige den Mann aufgefordert, Mund und Nase zu bedecken, teilte die Polizei am Dienstag mit. Daraufhin sei der 30-Jährige kommentarlos auf die Frau zugegangen und stieß seinen Kopf gegen ihren. Danach habe er den Laden verlassen und sei mit dem Auto davongefahren.

Die Mitarbeiterin musste nach dem Vorfall am Montag ambulant im Krankenhaus versorgt werden. Die Kriminalpolizei ermittelt und prüft nun, ob es einen Zusammenhang zu einer ähnlichen Tat in einer Drogerie in Mechernich vor zwei Wochen gibt.