Pandemie

Corona: So gut schützen FFP2-Masken wirklich vor Infektionen

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Corona: Maske aus Harvard gegen die Pandemie

Corona: Maske aus Harvard gegen die Pandemie

Ein Forschungsteam aus Harvard hat das Tragen der Maske mit einem Corona-Test verbunden. Damit soll die künftige Verbreitung von Atemwegserkrankungen gestoppt werden.

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Berlin  Masken gelten als wichtiges Mittel gegen Corona. Forscher haben untersucht, wie gut der Typ FFP2 schützt – mit erstaunlichem Ergebnis.

"Sogar drei Meter Abstand schützen nicht." Keine fünf Minuten dauere es selbst bei doppeltem Mindestabstand, bis sich ein ungeimpfter Mensch ohne Maske in der Atemluft einer mit Corona infizierten Person mit dem Virus ansteckt. Und das mit "fast einhundertprozentiger Sicherheit", schreiben Forschende des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Göttingen haben untersucht, wie gut Masken vor einer Ansteckung schützen – mit überraschend eindeutigem Ergebnis.

Ohne Maske: "Enormes Ansteckungsrisiko"

"Wir hätten nicht gedacht, dass es bei mehreren Metern Distanz so schnell geht, bis man aus der Atemluft eines Virusträgers die infektiöse Dosis aufnimmt", sagt Eberhard Bodenschatz, Direktor des Göttinger Instituts in einer Mitteilung. Auf diese Distanz habe sich die Atemluft bereits kegelförmig im Raum verbreitet, die besonders ansteckenden Partikel seien schon verdünnt.

Zudem fielen viele der Aerosole wegen ihrer Größe schon nach kurzer Strecke zu Boden. Die Studie habe dennoch ein "enormes Ansteckungsrisiko" festgestellt, wenn man Infizierten begegnet. Vorausgesetzt, man trägt keine Maske.

Auf den Sitz kommt es an

Denn Masken, das belegt die Göttinger Studie, bieten einen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion. Dabei kommt es aber auf die richtige Tragweise an. Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen und dabei beide eine Maske tragen, liegt die maximale Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei gut einem Promille – zu einer Ansteckung kommt es dann nur in Einem von Tausend Fällen.

Bei schlecht sitzenden FFP2-Masken liege das Infektionsrisiko im gleichen Szenario dagegen bei rund vier Prozent, berechnet das Team. Für optimalen Schutz muss der Nasenbügel demnach zu einem "abgerundeten W" geformt werden, so dass er seitlich auf die Nasenflügel drückt. Bei OP-Masken reicht eine gute Passform noch, um die Infektionsgefahr auf maximal zehn Prozent zu senken.

Mit Maske: Unter realen Bedingungen auf der sicheren Seite

Die Forscher berechneten das Infektionsrisiko, indem sie diverse Faktoren wie etwa Partikelgrößen, Physik beim Ausatmen, diverse Maskentypen und Risiko des Einatmens von Coronaviren kombinierten. "Im täglichen Leben ist die tatsächliche Infektionswahrscheinlichkeit sicherlich zehn- bis hundertmal kleiner", sagt Bodenschatz in der Mitteilung des Instituts.

Denn die Atemluft, die an den Rändern aus der Maske strömt, werde verdünnt. Die Forscher hätten das Risiko jedoch so konservativ wie möglich berechnen wollen. "Wenn unter diesen Bedingungen sogar das größte theoretische Risiko klein ist, ist man unter realen Bedingungen auf der ganz sicheren Seite", sagt Bodenschatz.

Maske tragen "generell eine gute Idee"

Im Gegensatz dazu steht das Ergebnis bei Begegnungen von zwei Personen, die keine Maske tragen: Wenn in diesem Fall ein gesunder Mensch mit drei Metern Abstand wenige Minuten in der Atemluft eines Infizierten stehe, werde er sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anstecken, so die Forscher.

Solche Begegnungen seien in Schulen, Gaststätten, Clubs oder gar im Freien unvermeidbar. Bodenschatz betont daher: "Unsere Ergebnisse zeigen noch einmal, dass das Maske-Tragen an Schulen und auch generell eine gute Idee ist." (pcl/mit dpa)

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