Pandemie

Johnson & Johnson: Booster-Studie sorgt für Überraschung

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Coronavirus: eine mögliche vierte Impfung gegen das Virus

Coronavirus: eine mögliche vierte Impfung gegen das Virus

In Deutschland können sich die Menschen seit mehreren Wochen eine dritte Impfung, eine sogenannte Booster-Impfung, gegen das Coronavirus geben lassen. Jetzt ist bereits eine vierte Impfung im Gespräch.

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Berlin.  Ein Corona-Booster mit Johnson & Johnson bietet einen guten Schutz vor der Omikron-Variante. Das zeigt eine neue Studie aus Südafrika.

  • Als Booster kommen in Deutschland vor allem die Corona-Impfstoffe der Firmen Moderne und Biontech/Pfizer zum Einsatz
  • Doch eine Studie aus Südafrika zeigt: Auch das Vakzin von Johnson & Johnson bietet einen guten Schutz
  • Die Ergebnisse der Forschenden im Überblick

Gute Nachrichten im Kampf gegen die Omikron-Variante: Den vorläufigen Ergebnissen einer Studie aus Südafrika zufolge schützen Booster-Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Johnson und Johnson besonders gut vor schweren Verläufen von Covid-19. Das teilte der Südafrikanische Medizinische Forschungsrat mit. Der Vektorimpfstoff biete laut den Forschenden bei zweimaliger Verabreichung einen 85-prozentigen Schutz gegen eine Krankenhauseinweisung wegen einer Omikron-Infektion.

Lesen Sie hier: So läuft die Booster-Impfung bei Johnson & Johnson ab

Johnson und Johnson als Booster: Studie überrascht

Für die Studie hatte der staatliche Forschungsrat 69.000 Mitglieder des medizinischen Personals, die zweimal mit Johnson und Johnson geimpft worden waren, mit einer Gruppe ungeimpfter Menschen verglichen. Durchgeführt wurden die Untersuchungen zwischen Mitte November und dem 20. Dezember. In dieser Zeit war der Anteil der Omikron-Variante in Südafrika von 82 auf 98 Prozent aller Corona-Infektionen gestiegen.

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Studie: Die Booster-Impfung mit Johnson und Johnson braucht einige Zeit, um bestmöglich vor einer Krankenhauseinweisung wegen einer Omikron-Infektion zu schützen. So lag der Schutz vor schweren Verläufen zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis bei 63 Prozent, ein bis zwei Monate nach dem Boostern betrug sie hingegen 85 Prozent.

Johnson & Johnson-Impfstoff bietet große Vorteile

Weil der Vektorimpfstoff des US-Konzerns Johnson und Johnson nicht so kalt gelagert werden muss wie die Vakzine der Konkurrenz, ist er für den Einsatz in Afrika besonders interessant. Die Studienautoren kommentierten entsprechend, ihre Ergebnisse seien bedeutend, da Afrika verstärkt auf das Vakzin setze. Der Wissenschaftler Mathai Mammen erklärte, die Studie zeige, dass das Vakzin „über die Zeit stark und stabil bleibt – auch gegen zirkulierenden Varianten wie Omikron und Delta“. Lesen Sie hier: Welcher Impfstoff für Booster-Impfung nach Erstimpfung mit Johnson & Johnson?

Bisher durchgeführte Studien hatten darauf hingedeutet, dass der Impfstoff von Johnson und Johnson die Produktion von Antikörpern, die im Körper gegen die Omikron-Erreger ankämpfen, weniger stark anrege als mRNA-Impfstoffe. Doch das Vakzin scheint besser zu wirken, als erwartet. Das könnte an einer verstärkten Reaktion eines anderen Teils des menschlichen Immunsystems, der sogenannten zellulären Immunantwort, liegen.

Kreuzimpfung mit Johnson und Johnson besonders effektiv

Doch nicht nur zur reinen Impfung mit Johnson und Johnson, sondern auch zu Kreuzimpfungen gibt es neue Erkenntnisse. Eine Studie des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston deutet darauf hin, dass der Schutz vor einer Corona-Infektion nach zwei Impfdosen von Biontech und einem Booster mit Johnson und Johnson höher sein könnte als bei einer dreifachen Immunisierung mit Biontech.

Der Grund: Nach der Booster-Impfung mit Biontech nahm die Zahl der Antikörper zwar deutlich zu, ging allerdings innerhalb weniger Wochen wieder zurück. Nach einem Booster mit Johnson und Johnson sei das Niveau der Antikörper nach vier Wochen hingegen deutlich höher gewesen, schilderten die Studienautoren. Inwiefern diese Ergebnisse aber aussagekräftig sind, ist noch offen. Denn an der Studie waren nur 65 Probanden beteiligt. (pcl/afp)

Dieser Artikel ist zuerst bei morgenpost.de erschienen.

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