Lebensmittelverschwendung

Aldi, Lidl, Rewe und Co.: Neues Gesetz hilft beim Sparen

| Lesedauer: 2 Minuten
Supermärkte können ablaufende Lebensmittel einfacher verkaufen

Supermärkte können ablaufende Lebensmittel einfacher verkaufen

Ab dem 28. Mai tritt ein neues Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung in Kraft. Was das für Verbraucher in Supermärkten bedeutet, zeigt das Video.

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Berlin.  Viele Lebensmittel landen im Müll. Ein neues Gesetz soll das ändern – und Kundinnen und Kunden einige Vorteile beim Einkauf bringen.

Viele Lebensmittel landen in Deutschland nicht auf dem Teller, sondern im Müll. Zwar werfen private Haushalte immer noch die meiste Nahrung in den Abfall, aber auch Supermärkte tragen ihren Teil zur Lebensmittelverschwendung bei. 500.000 Tonnen landen jährlich in der Tonne, zeigt eine Studie des Thünen-Instituts.

Am 28. Mai tritt deshalb ein neues Gesetz der Ampel-Koalition in Kraft. "Leicht verderbliche Lebensmittel, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, dürfen deutlich günstiger verkauft werden", heißt es darin. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das: Bald ablaufende Produkte müssen künftig bei Aldi, Edeka, Lidl und Co. nur noch mit einem Prozent-Schild gekennzeichnet werden.

Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung: Ein Sticker reicht in Zukunft

Bisher mussten die Läden auf jedes Produkt den alten und den neuen Preis deutlich machen. Dann steht auf ablaufendem Obst, Gemüse oder auf dem Joghurtbecher nur noch "20 Prozent günstiger".

Neue Preisschilder müssen nicht gedruckt werden. Es reicht, Lebensmittel mit einem Sticker oder einem Stempel zu kennzeichnen. Für die Mitarbeitenden im Supermarkt fällt damit ein Arbeitsschritt weg; Kundinnen und Kunden sollen das Gesetz motivieren, Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu kaufen.

Handelsverband Deutschland lobt das neue Gesetz

"Die Regelung ist aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erforderlich und wird nach unserer Einschätzung einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung einer unnötigen Ressourcenverschwendung leisten", lobte ein Sprecher des Handelsverband Deutschland im Interview mit dem Portal "chip.de".

Eine echte Revolution wird das neue Gesetz allerdings nicht auslösen, erklärt die Verbraucherzentrale: Viele Supermärkte und Discounter würden Produkte, die bald ablaufen, auch jetzt schon nur mit Stempeln oder Aufklebern kennzeichnen. Deshalb sei das neue Gesetz vor allem die "Legalisierung von gelebter Praxis", erklärt ein Sprecher gegenüber "chip.de".

Lebensmittelverschwendung: Hauptschuld liegt bei Privathaushalten

Mit dem neuen Gesetz sollen weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Ob das gelingt, ist allerdings nicht nur von den Supermärkten abhängig. Die sind nämlich nur für vier Prozent der Lebensmittelverschwendung in Deutschland verantwortlich.

Wollen wir, dass langfristig weniger Nahrung weggeworfen wird, müssen wir an uns selbst arbeiten. Denn Privathaushalte sind immer noch für 52 Prozent der Lebensmittelverschwendung in Deutschland verantwortlich. Pro Kopf kommen alle Bundesbürgerinnen und -bürger auf etwa 75 Kilo verschwendete Lebensmittel im Jahr.

Dieser Text erschien zuerst bei morgenpost.de.

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