Krankheiten

Tomatengrippe: Forscher besorgt – Das sind die Symptome

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In Indien haben sich bislang 82 Kinder mit der neuartigen Tomatengrippe infiziert.

In Indien haben sich bislang 82 Kinder mit der neuartigen Tomatengrippe infiziert.

Foto: Niranjan Shrestha / dpa

Berlin.  In Indien leiden derzeit mehr als 100 Kinder an der sogenannten Tomatengrippe. Forschende rätseln, was die Infektionskrankheit auslöst.

  • Die Tomatengrippe wurde bei Dutzenden Kindern in Indien festgestellt
  • Die Symptome reichen von Pusteln bis Durchfall
  • Es gibt beim Aussehen eine Ähnlichkeit zu den Affenpocken

In Indien haben Forschende ein neuartiges Virus entdeckt, die sogenannte Tomatengrippe. Das "Lancet Respiratory Medicine Journal" berichtet, dass der Erreger erstmals im Mai im südindischen Bundesstaat Kerala entdeckt wurde. Mittlerweile haben drei Bundesstatten insgesamt mehr als 100 Infektionen gemeldet, bislang sind ausschließlich Kinder unter fünf Jahren betroffen.

Am Körper der Infizierten kommt es zu roten und schmerzhaften Pusteln, die im Verlauf der Krankheit die Größe einer Tomate erreichen können – daher der eigenartige Name des Virus.

Tomatengrippe: Symptome ähneln denen einer Influenza

Die Blasen ähnelten den Wissenschaftlern zufolge denen, die bei jungen Menschen mit dem Affenpockenvirus auftreten.

Neben Hautausschlag löst der Erreger zudem grippeähnliche Symptome aus:

  • schmerzende Gliedmaßen,
  • Müdigkeit,
  • Fieber,
  • Kopfschmerzen,
  • aber auch Erbrechen und Durchfall.

Tomatengrippe: Das Virus ist besonders ansteckend

Die Ursache des Krankheitsbildesist unklar. In dem Bericht schreiben die Forschenden, dass das Virus trotz Ähnlichkeiten nicht mit Covid-19 verwandt sei, sondern eine Folgeerkrankung des Chikungunya- oder Dengue-Fiebers sein könnte. Auch sei es möglich, dass es sich um eine neue Variante der viralen Hand-Fuß-Mund-Krankheit handle, eine häufige Infektionskrankheit, die in der Regel Kinder zwischen einem und fünf Jahren sowie immungeschwächte Menschen trifft.

Wie andere Grippearten ist auch die Tomatengrippe hochansteckend. "Die seltene Virusinfektion ist endemisch und gilt als nicht lebensbedrohlich", heißt es in dem Journal. Dennoch müsse man das Virus und die Ausbreitung sorgfältig beobachten, um weitere Ausbrüche einzudämmen.

Das Forschendenteam warnt vor schwerwiegenden Folgen, sollten auch Erwachsene an der Tomatengrippe erkranken. Infizierte sollten sich ab Beginn der Symptome für fünf bis sieben Tage in Isolation begeben. Um sich vor dem Virus zu schützen, sei die Einhaltung von Hygienemaßnahmen wie die Desinfektion von Händen am wirksamsten. Ein Medikament oder einen Impfstoff gibt es bislang nicht.

Tomatengrippe: Forscher-Bericht keine vollwertige Fachstudie

Der Vorstandsvorsitzende des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM), Jürgen May, äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zurückhaltend. Er verwies darauf, dass es sich bei dem "Lancet"-Artikel nicht um eine vollwertige Fachstudie handelt. "Dies sind lediglich Informationen über in Indien beobachtete Fälle, die man so wissenschaftlich noch nicht bewerten kann." (lgr/mit dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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