Transfeindlichkeit

Attacke in Bremen: Jugendliche verletzen trans Frau schwer

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Jugendliche haben in Bremen eine trans Frau schwer verletzt.

Jugendliche haben in Bremen eine trans Frau schwer verletzt.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Berlin/Bremen.  Jugendliche haben in Bremen eine trans Frau angegriffen und schwer verletzt. Die Gruppe flüchtete – die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Brutaler Angriff auf eine trans Frau in Bremen. Die 57 Jahre alte Frau wurde in einer Straßenbahn aus einer Gruppe Jugendlicher heraus beleidigt, attackiert und schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilte, geschah der Angriff unmittelbar nachdem eine Gruppe von rund 15 Jugendlichen zugestiegen war.

Die Angreifer beleidigten die Frau sofort transfeindlich und rissen ihr die Perücke vom Kopf. Einer der Angreifer schlug der 57-Jährigen dann mehrfach mit beiden Fäusten ins Gesicht. Laut zeugen soll er zwischen 14 und 16 Jahre alt sein. Seine Begleiter sollen den Schläger lautstark angefeuert haben.

Erst als andere Passagiere einschritten, ließen die Angreifer von der Frau ab und flüchteten unerkannt aus der Bahn. Die 57-Jährige kam mit schweren Gesichtverletzungen in ein Krankenhaus.

Die Bremerin war gegen 19.35 Uhr in der Straßebahnlinie 4 Richtung Neustadt unterwegs. Die Tatverdächtigen verließen die Bahn laut Polizeiangaben an der Haltestelle Schwankhalle. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, sich zu melden.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) äußerte sich am Montagmittag bei Twitter zu der Attacke. "Übergriffe gegen queere Menschen sind traurige Realität", sagte Buschmann. "Daher ist es so wichtig, ihren Schutz auszubauen und ihre Rechte zu stärken."

Zweite transfeindliche Attacke innerhalb kurzer Zeit

Es ist bereits der zweite transfeindliche Angriff in Deutschland innerhalb weniger Tage. Ende August war der trans Mann Malte C. auf dem Christopher Street Day in Münster von einem Angreifer niedergeschlagen worden.

Der Mann verletzte sich dabei schwer und starb wenige Tage nach der Attacke im Krankenhaus. Er hatte sich laut Polizeiangaben schützend vor eine Gruppe von Frauen gestellt, die von einem 20-Jährigen massiv homophob angefeindet wurden. Der mutmaßliche Angreifer befindet sich in Haft.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Zum Tod des trans Manns Malte: So viel Hass schmerzt

Die Tat von Münster hatte bundesweit für Empörung und Bestürzung gesorgt. "Zu viele von uns werden durch seinen Tod einmal mehr daran erinnert, dass es Teile der Gesellschaft gibt, die uns die Menschenwürde absprechen", hieß es etwa vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD). Die Tat zeige erneut deutlich, wie dringend es Aktionspläne gegen Trans- und Homophobie brauche. (pcl/dpa)

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