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Erste Affenpocken-Infektion bei Kleinkind in Deutschland

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WHO: Affenpocken können in Europa ausgerottet werden

WHO: Affenpocken können in Europa ausgerottet werden

Die Ausbreitung der Affenpocken hat sich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Europa verlangsamt. Es besteht demnach die Chance, die Krankheit in der Region auszurotten.

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Berlin.  In Deutschland wurde der erste Affenpocken-Fall bei einem Kind bestätigt. Es soll unter drei Jahren sein und aus Niedersachsen kommen.

Das erste Kind in Deutschland wurde mit Affenpocken infiziert. Laut der Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) ist eine Infektion bei einem Kind unter fünf Jahren in Niedersachsen nachgewiesen worden.

„Anfang September wurde eine Affenpocken-Infektion bei einem Kind bekannt, die sich derzeit weiter in Abklärung befindet“, schreibt das RKI in seiner Lageeinschätzung. Eine RKI-Sprecherin erklärte auf Anfrage, man habe letzten Freitag erstmals auf der Webseite darüber informiert.

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Affenpocken: Kind und Familie in Quarantäne

Bestätigt wurde die Affenpocken-Infektion bei dem Kind nach einem Kinderarztbesuch, sagte ein Sprecher des Landkreises Verden. Der Kreis hatte das ebenfalls am vergangenen Freitag bekannt gegeben.

Wie alt das betroffene Kind genau ist, wurde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlicht. Bekannt ist: das Kind ist jünger als drei Jahre und es seien typische Hautveränderungen festgestellt worden.

Das Verdener Gesundheitsamt suche weiterhin nach dem Virusüberträger des Kindes, so der Sprecher. Vermutet wird, dass sich das Kind innerhalb der Familie angesteckt habe, da es nicht in einen Kindergarten geht. Das Kind und seine Familie befinden sich nun in Quarantäne.

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Affenpocken: Betroffene Personen größtenteils Männer

Die Mehrheit der bundesweit 3500 erfassten Affenpocken-Fälle wurden bei Männern festgestellt. „Bislang sind nur 14 weibliche Fälle und drei Fälle bei männlichen Jugendlichen in Deutschland übermittelt worden“, hält das RKI fest.

Laut RKI waren die Virusübertragungen bislang in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten, "aktuell insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben“. Expertinnen und Experten betonen allerdings, dass sich jeder Mensch bei engem Kontakt zu Infizierten mit dem Virus anstecken kann.

Ein Behördenbericht über eine Affenpocken-Infektion bei einem vierjährigen Mädchen aus Pforzheim wurde im August revidiert. Nach weiteren Test stand fest: das symptomfreie Kind sei doch nicht mit dem Virus infiziert. (ari/dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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