Ruhe und Idylle sind hier Zuhause

Auf dem "Waldsee-Campingplatz" in Bettmar haben sich die Pächter ihr eigenes Reich geschaffen

Genießt den Waldsee am Campingplatz: Sennenhund "Ronja". 

Genießt den Waldsee am Campingplatz: Sennenhund "Ronja". 

BETTMAR. In den Blumenkästen an den Holzhäuschen blüht es in voller Pracht; Beete und Rasen sind picobello hergerichtet; Gartenzwerg mit roter Mütze, aber auch Krähe und Nashorn – Plastikfiguren – beäugen den Besucher. Auf dem "Waldsee-Campingplatz" in Bettmar bemüht sich gerade die Sonne um angenehme Wärme.

"Berliner Straße" steht auf einem Schild auf der Anlage am Bettmarer Holz mit 80 Ganzjahresplätzen (für Häuschen und Zelte). Der Hinweis scheint kein Zufall zu sein – an ihrer Hütte haben es sich Erika und Jürgen Schedler gemütlich gemacht: Das Ehepaar aus Berlin hat Freunde aus der Hauptstadt zu Gast.

Durch Bekannte – erzählt Erika Schedler mit berlinerischer Offenheit – seien sie in der Millionenstadt auf den Campingplatz im lüttschen Bettmar aufmerksam geworden. "1984 war das, damals stand noch die Mauer", erschrickt die 62-Jährige fast davor, wie schnell die Zeit vergangen ist. Seit 21 Jahren also haben sie ihr Kleinod in Bettmar gemietet: "400 Quadratmeter – reichlich Platz also", freut sich Erika Schedler. Das Positive an dieser Idylle ist schnell aufgelistet: "Ruhe, der wunderbare Badesee nebenan", zählt sie auf und ergänzt: "Duschen, Waschanlagen, Chemieklo – alles sauber." Dennoch hat Erika Schedler einen Wunsch: "Es wäre noch schöner, wenn die Menschen ein bisschen freundlicher miteinander umgehen könnten."

Hecken und Bäume, aber auch Zäune sorgen dafür, dass die Parzellen voneinander abgeschottet sind – fast scheint es, als ob jeder in seinem eigenen kleinen Reich wohnt. Der Hinweis an einem der Grundstücke fällt auf: "Betreten und Befahren verboten." Klaus Munkelt wird nachdenklich: "Die Kommunikation auf dem Campingplatz hat abgenommen", stellt er traurig fest. "Jeder lebt nur noch für sich alleine", bedauert der 68-Jährige, der es sich seit 33 Jahren dort eingerichtet hat: "Ehrlich gesagt: Es geht abwärts hier", meint der Braunschweiger.

Seit fünf Jahren kümmern sich Manuela und Dietmar Bernecker um den Campingplatz an der Ohestraße, der sich im Familienbesitz befindet. "Der Großteil der Plätze ist bereits seit 20 Jahren oder länger an die jeweiligen Pächter vermietet: Einen besseren Beweis dafür, dass es den Leuten hier gefällt, gibt es doch gar nicht", glaubt Dietmar Bernecker. Die meisten Mieter kämen aus der Region, aber auch Berliner seien dabei, sagt der 44-Jährige, der seinen Urlaub im Winter machen muss: "Aber auch nur kurz."

Derzeit stehen aber 10 Plätze auf dem Campingplatz leer, suchen einen Mieter. "Den Leuten fehlt heute das Geld", beklagt Munkelt, dass "zu wenig Neue nachkommen". Wer Interesse an den Plätzen hat, melde sich unter (0 53 02) 63 17.

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