"Ohne Camping, das wär’ kein Leben"

Wer bei "Waldsee Camping Bettmar" Urlaub macht, sucht nicht Abenteuer sondern Ruhe

Rolf Hauffe ist überzeugter Camper. Angefangen hat er mit einem Zweimannzelt. Heute reist er mit Wohnwagen und Vorzelt.    

Rolf Hauffe ist überzeugter Camper. Angefangen hat er mit einem Zweimannzelt. Heute reist er mit Wohnwagen und Vorzelt.    

Foto: PN- P. Sandhagen

BETTMAR. Verschmitzt grinsen einige Gartenzwerge. Hecken und Rasen sind säuberlich gepflegt. Auf dem Wasser dümpeln Seerosen. Mittags ist der Platz "Waldsee Camping Bettmar" Idylle pur. Trotz des unbeständigen Wetters sei etwa ein Viertel der Wagen bewohnt, sagt Geschäftsführer Dietmar Bernecker.

Wer hier Urlaub macht, sucht nicht Abenteuer sondern Ruhe. Deshalb sei der Platz in überschaubarer Größe gehalten, meint Bernecker. 80 Plätze kann die Campingstätte bieten. Kein Kiosk, keine Gaststätte, dafür einen Badesee. Die Parzellen sind fest vergeben, so genannte Dauerplätze. Die Nachbarn kennen sich.

Nur vereinzelt finden Durchreisende den Campingplatz, denn Werbung und Hinweisschilder fehlen. "Reklame ist in den fast 40 Jahren, die es den Platz gibt, nicht gemacht worden", erzählt Bernecker. Hin und wieder verweilen holländische Urlauber auf der Durchreise für ein oder zwei Tage. Das lauschige Plätzchen spricht sich herum. Wer es kennt, findet unter hohen, alten Bäumen Schatten, falls die Sonne einmal durch die Wolken lugt.

Rolf Hauffe ist die Wetterdebatten leid. Wetter, das ihn vom campen abhalten könnte, gibt es nicht. "Ohne Camping, das wär’ kein Leben", betont er. Das gesamte Jahr kommt die Familie nach Bettmar. "Meist von Donnerstag bis Montag", erzählt der 64-Jährige. Wohnwagen und Vorzelt bleiben auch im Winter auf dem Platz.

"Man vermisst doch nichts im Wohnwagen. Wir haben sogar warmes Wasser", sagt der Braunschweiger. Seine fahrbare Wohnung ist 7,98 Meter lang und 2,50 Meter breit. "So breit wie ein Lastwagen." Dennoch kann Hauffe das Gefährt mit Hilfe eines Rangierkopfes gut händeln und auf die Parzelle schieben und wieder herunter, denn hin und wieder geht es auf Urlaubsreise mit dem Wohnwagen.

Mit der Reiselust hat bei Hauffe vor 45 Jahren alles begonnen. Mit einem Zweimannzelt habe er gemeinsam mit seiner Frau an der Ostsee Urlaub verbracht. Als dann Nachwuchs hinzukam, sei das Zelt zu klein gewesen. Die Wohnwagenzeit begann.

Den Campingplatz am Waldrand von Bettmar habe er durch einen Arbeitskollegen kennen gelernt. Das liege zehn Jahre zurück. "Das ist eine Perle hier", schwärmt Hauffe. Bei einer Wassertemperatur von 18 Grad sei er zwar zurzeit der einzige Schwimmer, aber er nutze den Badesee regelmäßig. Radtouren entlang des Kanals gehören zum Ferienprogramm. "Und am Wohnwagen hat man immer etwas zu streichen."

Ruhiger als in den vergangenen Jahren ist es für Geschäftsführer Dietmar Bernecker. Er muss seltener an die Pforte laufen und Besucher auf das Gelände lassen. "Aufgrund des unbeständigen Wetters sind es weniger Gäste als sonst." Das ist auch am See erkennbar. Auf der Spielwiese wächst unbehelligt Klee und macht den Seerosen auf dem Wasser Konkurrenz. Idylle pur.

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