Als die Hotels in Peine noch „Union“ und „Gambrinus“ hießen

Peine.  Uwe Neubauer erinnert an mehrere gastronomische Betriebe und an Aktivitäten an der Bodenstedtstraße.

Geschichte ist inzwischen das Hotel Gambrinus an der Ecke Schwarzer Weg/Lessingstraße in Peine.

Geschichte ist inzwischen das Hotel Gambrinus an der Ecke Schwarzer Weg/Lessingstraße in Peine.

Foto: Harald Meyer

In dieser Folge der „Eule“ blickt der gebürtige Peiner Uwe Neubauer auf die Hotels und die (frühere) Geschäftswelt an der Bodenstedtstraße in Peine zurück:

„Mit Gastwirtschaften war die Stadt Peine damals gut bestückt, Doch in der Kategorie Hotels ist dieses nicht ganz so gut geglückt. Jedoch die Hotels, die hier angesiedelt waren, hatten allesamt einen sehr, sehr guten Namen. Damals in der Echternplatz-Region war das von Familie Klaerner geführte Hotel Union . Dieses Hotel hatte Jahrzehnte Schlafensgäste in der Nacht. Vor vielen Jahren kam die Abrissbirne , und dieses Haus wurde dem Erdboden gleichmacht.

Damals nicht wegzudenken aus der Innenstadt war der Peiner Hof : Hier fand das Promi-Leben statt. Familie Jürgen Bertram führte jahrelang in diesem Haus Regie. Nach vielen Jahren ist leider dann der Gebäudeabriss dort passiert, und Bertram hat sich am Silberkamp mit einem neuen Hotel etabliert. In der Altstadtregion an der Ecke Luisenstraße und am Damm – das Urania-Lichtspielhaus gleich nebenan – war der Luisenhof von Herrn Heuser. Gastwirt und Koch – und ein mit viel Humor beseelter Mensch auch noch.

Schöne Bier- und Cafégarten-Gastronomie

Damals im Hotel Am Herzberg am Peiner Waldesrand hatte Frau Bock und ihre Tochter in diesem Haus das Zepter in der Hand. Sie führte viele Jahre gemeinsam dort Regie in dieser schönen Bier- und Cafégarten-Gastronomie. Damals an der Ecke Schwarzer Weg/Lessingstraße ist gewesen eine Gemütlichkeits-Oase aus dem Dehoga – ein nettes ,Wesen’: Das Hotel Gambrinus mit einer kleinen Gastwirtschaft dort hatte der Chef des Hauses, Herr Zielke, geschafft.

Für damalige Zeit war es ein ,hohes Gebäude“ in den Peiner Horstwiesen-Region – das Motel Uhlenhorst sich dort jahrelang befand, die Chefin Frau Schmidt hatte dort die ,führende Hand’. An der Gunzelinstraße in der Gastwirtschaft Zur Quelle war Herr Rückwarth mit einem kleinen Hotelbetrieb zur Stelle.

Möbelkaufen im Hochhaus

In der Bodenstedtstraße im Hochhaus der Innenstadt fand in den 1960er-Jahren reges Möbelkaufen statt. In der untersten Etage in der gesamten Gebäudebreite zeigte sich die Firma Lister Möbellager von ihrer guten Seite. Auf der Gegenüberseite stand in der Nachkriegszeit eine ganze Weile, wo heute das Ärztehaus ist, eine Holzbaracken-Zeile . Im linken Teil dieser Baracken war früher Herr Ostermann mit gebrauchten Comic-Heften, Schallplatten, Gemischtwaren und alle Arten von Porzellan.

In der Mitte dieses provisorischen Gebäudes war eine Laufmaschen-Reparatur für Damen-Kundschaft viele Jahr’, im rechten Teil der Baracke war Herr Thuns in seinem Kiosk mit Getränken aller Art, Zeitschriften, Süßigkeiten und Tabakwaren. Nach vielen Jahren kam die Abrissbirne für diesen Peiner Kleingeschäfte-Schatz – und man schaffte für die Autofahrer zum Parken sehr viel Platz. Wer in Erinnerungen schwelgt in puncto unsere Stadt, der weiß, was sich in den letzten Jahrzehnten hier in Peine so verändert hat. Doch der Generation von Internet, Kebab und Döner, der darf ich mit gutem Gewissen sagen, das Leben in Peine war damals schöner . Und das Wort , Bescheidenheit ’, Ihr Lieben, wurde damals ganz groß geschrieben.“

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