„Fridays for Future“: Radweg für Celler Straße in Peine

Peine.  Alternativrouten attraktiver/fahrradfreundlicher zu gestalten, lehnen die Aktivisten als „Besänftigung“ für die Radfahrer ab.

An der Celler Straße in Peine verlangen die Umweltaktivisten von „Fridays für Future“ einen Radweg.

An der Celler Straße in Peine verlangen die Umweltaktivisten von „Fridays für Future“ einen Radweg.

Foto: Harald Meyer

Die Celler Straße (Bundesstraße 444) in Peine – auf je zwei Fahrstreifen in beide Richtungen rollt der Autoverkehr: Die Rede ist von 15.000 und mehr Kraftfahrzeugen am Tag. Doch wo bleiben die Radfahrer? Diese Frage stellen sich die „ Fridays for Future “ (FFF) in der Ortsgruppe Peine und verlangen einen Fahrradweg an dieser vielbefahrenen Straße.

Abgelehnt hat der Peiner Planungsausschuss – wie Polizei und Stadtverwaltung – den Vorschlag eines Ingenieurbüros für eine Integrierung des Auto- und Fahrradverkehrs auf der Celler Straße: Eine dreistreifige Fahrbahn (statt vier) und in jede Fahrtrichtung je einen Radfahrerstreifen ( Schutzstreifen ) auf der Fahrbahn – das hat das Büro vorgeschlagen. Vergebens, denn dann gäbe es – so die Gegenargumentation – eine zu geringe Kapazität für Kraftfahrzeuge. Für die FFF-Ortsgruppe Peine begrüßt Timon Rahr zwar die Ablehnung des Entwurfs, denn: „Er hat sehr viele Schwächen , sowohl für den Auto-, als auch für den Fahrradverkehr.“ So kreuzten sich teilweise Fahrrad- und Autospuren ohne Grund, und es bleibe ein großer Teil der Fläche ungenutzt.

„Die Wohngebiete sind nicht auf einen sicheren Fahrradverkehr ausgelegt“

Allerdings drängen die Umweltaktivisten auf den schnellen Bau eines sicheren Fahrradwegs an der Celler Straße – abgetrennt von der Fahrbahn. Rahr befürchtet aber: „Der Umbau wird im nächsten Jahr nicht geplant – und nach den Bauarbeiten an der Straße soll die Celler Straße wieder ohne Fahrradweg fertiggestellt werden.“ Als „ Besänftigung “ für Radfahrer will die Stadt ihm zufolge zwar Alternativrouten attraktiver/fahrradfreundlicher gestalten – etwa den Bereich um den Hagenmarkt . Das sei aber „nicht zeitgemäß und ungenügend“, kritisieren die FFF, denn: „Die Celler Straße ist eine wichtige Verbindung zwischen Nord und Süd, die derzeit nur von Autofahrern genutzt werden kann.“ Fahrradfahrer müssten Umwege fahren – teilweise „durch Wohngebiete, die nicht auf einen sicheren und schnellen Fahrradverkehr ausgelegt sind“, gibt Rahr zu bedenken: „Wenn zum Beispiel viele Schüler jeden Tag diese Strecke nutzen, ist die Ablehnung eines schnellen und sicheren Fahrradwegs an der Celler Straße und der Verweis auf mögliche Alternativrouten unverständlich.“

Rahr beklagt damit auch eine „ Abkehr von jeglichen klimapolitischen Zielen “: „Eine Verkehrswende muss stattfinden – es braucht weniger Autos und mehr Fahrräder, Fußgänger und Öffentlichen Verkehr, das bestätigen uns jegliche Studien.“ Werde die Infrastruktur in den nächsten zehn Jahren weiterhin auf den Autoverkehr ausgelegt, könne die „Verkehrswende nicht stattfinden, und selbst konservative Klimaziele können wir damit nicht einhalten“. Mit einem „vorteilhaften Umbau für das Fahrrad“ gebe es hingegen eine „Verringerung der Autokapazität“. Rahr: „Das Auto muss im Vergleich zu klimafreundlichen Verkehrsmitteln unattraktiver gemacht werden, damit Menschen umsteigen und so ihren Kohlendioxid-Ausstoß verringern können.“

„Fahrradfreundlicher Umbau des Hagenmarkts wäre gut“

Anstatt – wie vorgeschlagen – erst eine Studie für einen möglichen Umbau der Celler Straße in den nächsten zehn Jahren anzulegen, müsse der Umbau der Straße schon im nächsten Jahr vonstatten gehen – mit zwar mit Einbettung des Fahrradverkehrs. Rahr: „Unabhängig davon heißen wir die Idee des Ausbaus weiterer fahrradfreundlicher Zonen und Bereiche wie dem Hagenmarkt sehr willkommen und sind gespannt auf die Entwürfe.“

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