Umbau der Vechelder Kreuzung: Investor für Neubauten steht fest

Vechelde.  Das Auswahlgremium hat sich auf den Sieger im Architektenwettbewerb geeinigt. Der Kaufvertrag ist aber noch nicht unterzeichnet.

Der Verkehr an der Vechelder Kreuzung rollt zwar wieder, aber weitere Veränderungen stehen an: Das Gebäude links wird noch abgerissen, ein anderes (hinten) ist bereits entfernt worden, um an diesen beiden Stellen jeweils einen Neubau hochzuziehen.

Der Verkehr an der Vechelder Kreuzung rollt zwar wieder, aber weitere Veränderungen stehen an: Das Gebäude links wird noch abgerissen, ein anderes (hinten) ist bereits entfernt worden, um an diesen beiden Stellen jeweils einen Neubau hochzuziehen.

Foto: Harald Meyer

Es soll nur so etwas wie die Ruhe vor dem „Sturm“ sein -- allerdings im positiven Sinne: Nach dem fünfmonatigen Umbau der Kreuzung Hildesheimer Straße/Köchinger Straße/Peiner Straße im Ortszentrum von Vechelde (Kreis Peine) und einigen Verzögerungen geht es weiter mit den Bauarbeiten – sie werden das Gesicht dieses Zentrums nachhaltig verändern.

Denn bei diesem Millionenprojekt geht es darum: Auf den Eckgrundstücken westlich und östlich der Köchinger Straße – mit der Vorderfront zur Hildesheimer Straße – wird ein Investor jeweils einen Neubau hochziehen. „Gewerbe- und Büroflächen sowie Wohnungen“, kündigt Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner für die zwei Gebäude an. Näheres kann der Verwaltungschef allerdings (noch) nicht verraten, denn: „Wir wollen damit warten, bis der Investor den Kaufvertrag für die beiden Grundstücke mit der Gemeinde unterzeichnet hat“, erklärt Werner. In ein paar Wochen werde das der Fall sein – so zumindest die Zeitplanung. Dann, verspricht er, wird die Gemeinde auch das Modell für die Umgestaltung der Öffentlichkeit vorstellen.

Millionenprojekt als „Duftmarke“ des scheidenden Bürgermeisters

Mehr oder weniger hinter den Kulissen hat die Gemeindeverwaltung in den vergangenen Monaten schon emsig an diesem Prestigevorhaben gearbeitet, das zur markantesten „Duftmarke“ des scheidenden Bürgermeisters Ralf Werner werden soll: Einen Architektenwettbewerb für die Gestaltung der beiden Flächen beziehungsweise für die Gebäude, die zur „Visitenkarte“ Vecheldes werden könnten, hat die Verwaltung über die Bühne gebracht – „mit mehreren Bewerbern und interessanten Vorschlägen“, meint Werner. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen kann er jedoch (noch) nicht ins Detail gehen.

Somit hat sich aber das Auswahlgremium – bestehend aus externen Fachleuten, Gemeinderatsmitgliedern und Bürgermeister Werner – inzwischen auf einen Architektenentwurf/Investor als Sieger festgelegt: Dem Verkauf der beiden gemeindeeigenen Grundstücke westlich und östlich der Köchinger Straße an den Investor hat der Gemeinderat bereits gebilligt.

Ein Gebäude im Kreuzungsbereich reißt die Gemeinde noch ab

Ralf Werner spricht von zwei „Filetstücken“, die der Kommune einen sechsstelligen Betrag in die Gemeindekasse spülen werden. Für die Bebauung allerdings muss der Gemeinderat den geänderten Bebauungsplan beschließen, der Landkreis Peine als Baugenehmigungsbehörde muss den Bauantrag des Investors erst noch genehmigen. Es ist also fraglich, ob bis zum Ende von Werners Amtszeit am 31. Oktober dieses Jahres der erste Spatenstich für eines der beiden Gebäude stattfinden kann: Der Sozialdemokrat, seit Ende 2014 im Amt, verzichtet auf eine erneute Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl und geht am 1. November in den Ruhestand. Immerhin: Nach dem Abriss des Geschäfts- und Wohnhauses westlich der Köchinger Straße kündigt die Kommune nun auch den der östlichen Immobilie (Sanitäts- und Wohnhaus) für dieses Jahr an, um auf beiden Seiten Platz zu haben für die geplanten Neubauten.

Dieses Millionenvorhaben, das allerdings nicht von der Kommune, sondern von privater Seite vorgenommen wird, zeigt: Längst hat Vechelde nicht nur einen guten Ruf als Wohngemeinde, sondern auch als Standort für Handel und Gewerbe. So gibt es nicht nur für die Wohnbaugrundstücke eine große Nachfrage von Bewerbern, sondern auch für die Ostkreisgemeinde als Gewerbestandort (was sich am Wahler Gewerbegebiet zeigt, wo bereits viele Grundstücke verkauft sind). Interessant zudem: Das besagte Mammutprojekt im „Herzen“ Vecheldes steht offenbar ungeachtet der Unsicherheiten in Corona-Zeiten an.

Ralf Werner: Verkehrsfluss ist deutlich besser geworden

Aus Werners Sicht dürfte sich zudem der Kreuzungsumbau, der mitsamt der Wasserleitungserneuerung statt drei nunmehr fünf Monate gedauert hat, gelohnt haben: „Der Verkehrsfluss hat sich deutlich verbessert – es gibt weniger Staus.“ Wobei wegen „Corona“ (mehr Menschen im Home-Office) die Verkehrsbelastung sicherlich auch nicht so hoch sei wie in normalen Zeiten. Die Kosten von 965.000 Euro übernehmen das Land (die Köchinger Straße und die Peiner Straße sind Landesstraßen), der Wasserverband Peine (wegen der Wasserleitung) und die Gemeinde Vechelde (die Hildesheimer Straße ist eine Gemeindestraße). Forderungen, die Ampelkreuzung als Kreisel umzubauen, um so den Verkehr „fließender“ zu machen, hat die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel wiederholt eine Ansage erteilt: aus Kostengründen.

Für Unmut hat aber die Vollsperrung während des Kreuzungsumbaus gesorgt: Viele Autofahrer sind über Monate innerörtlich auf die Spinnerstraße/Parkstraße ausgewichen, Anlieger haben sich über die aus ihrer Sicht unzumutbare Verkehrsbelastung beklagt. Zur Beruhigung: Für den geplanten Bau der beiden neuen Gebäude im Kreuzungsbereich wird es keine Vollsperrung geben.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder