Adenstedterin Helga Laue will endlich die „Sau rauslassen“

Adenstedt.  Die Vorsitzende der „Initiative für Tier, Mensch und Umwelt“ und andere Organisationen fordern zum Aktionstag das Verbot der Kastenstandhaltung.

Helga Laue und etliche Tierschutzorganisationen halten die Kastenstandhaltung der Sauen für Tierquälerei und fordern deren sofortige Abschaffung. 

Helga Laue und etliche Tierschutzorganisationen halten die Kastenstandhaltung der Sauen für Tierquälerei und fordern deren sofortige Abschaffung. 

Foto: Harald Meyer

Buchstäblich die „Sau“ rauslassen: Das wollen Organisationen und Parteien – darunter die „Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt“ mit Helga Laue an der Spitze – beim bundesweiten Aktionstag am Samstag.

Der Protest richtet sich gegen die Kastenstandhaltung – sie ist Bestandteil der Massentierhaltung: Im Kastenstand befinden sich die Zuchtsauen, um zu verhindern, dass sie die Ferkel erdrücken. Zwar hat der Bundesrat entschieden, die Verhältnisse in den Ställen zu verbessern. „Diese Länderkammer hat eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gebilligt, die die Haltung von Sauen in Kastenständen zumindest anteilig verbieten soll“, teilen die Organisatoren des Aktionstags mit: „Was sich nach einem großen Erfolg anhört, ist aus Tierschutzsicht aber völlig unzureichend. Allein in Deutschland fristen zwei Millionen Mutterschweine ihr halbes Leben qualvoll eingepfercht im Kastenstand – einem engen Metallkäfig, in dem sich die Sau kaum bewegen, nicht umdrehen und nicht entspannt hinlegen kann.“

„In den nächsten acht Jahren ändert sich für die Sauen nichts“

Durch die vom Bundesrat beschlossene Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung wird laut den Tierschützern der Kastenstand im Deckzentrum mittelfristig nur noch während des Besamungsvorgangs zugelassen: Auch im Abferkelbereich solle die Käfighaltung stark eingeschränkt werden. „Aber für die Haltung der Sauen im Deckzentrum beträgt die eingeräumte Übergangszeit ganze acht Jahre (plus zwei Jahre in Härtefällen); im Abferkelbereich sogar 15 bis 17 Jahre.“ Zudem würden die gängigen rechtswidrigen besonders engen Käfige legalisiert, die seit Jahrzehnten geduldet werden: „In den nächsten acht Jahren ändert sich für viele der leidenden Sauen überhaupt nichts. Sogar bis zu 17 weitere Jahre müssen die Sauen im Abferkelbereich rund drei Monate pro Jahr in den engen Metallkäfigen fixiert und zur Bewegungslosigkeit verdammt vor sich hinvegetieren. Eine liebevolle Kontaktaufnahme zum eigenen Nachwuchs ist so nicht möglich“, stellt die Deutsche Tier-Lobby fest: „Eine Entscheidung des Bundesrats, die für die Schweine – hoch soziale, neugierige und einfühlsame Tiere – ein verlängertes schlimmes Martyrium bedeutet.“ Notwendig sei ein sofortiges Verbot der Kastenstandhaltung.

Helga Laue aus Adenstedt ergänzt: „Sauen sind leidensfähige Mitgeschöpfe und keine empfindungslosen „Produktionseinheiten oder -maschinen.“ Auch für sie gelte das Tierschutzgesetz. „Profit kann und darf kein zulässiger Grund sein, ihnen so großes Leid durch wochenlanges Einsperren in Kastenstände und in Ferkelschutzkörbe zuzufügen“, ist die Vorsitzende überzeugt: „Diese grausame qualvolle Tierhaltung muss sofort gestoppt werden.“

Informationen zum morgigen Aktionstag gibt es unter www.deutsche-tier-lobby.de/kastenstaende/https im Internet und unter www.facebook.com/events/306511990463673 auf Facebook.

Weitere Infos:

www.peiner-nachrichten.de/politik/article229256914/Schweine-sollen-in-ihren-Staellen-mehr-Platz-bekommen.html

www.peiner-nachrichten.de/peine/ilsede/article229257112/Adenstedter-fordert-Kastenstandhaltung-fuer-Sauen-verbieten.html

https://www.peiner-nachrichten.de/peine/article229028529/Ilseder-Initiative-kaempft-gegen-Kastenhaltung-von-Sauen.html

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