Amazon bestätigt: Lengede/Broistedt erhält Verteilzentrum

Broistedt.  Der Online-Versandhandel will die Anlage dieses Jahr bauen und eröffnen; entstehen sollen 80 Arbeitsplätze. Anwohner und Verdi äußern Bedenken.

Mitarbeiter des Paketversenders Amazon sortieren Pakete im Sortierzentrum in Garbsen (März 2029). Lengede/Broistedt soll Standort für ein Verteilzentrum werden.

Mitarbeiter des Paketversenders Amazon sortieren Pakete im Sortierzentrum in Garbsen (März 2029). Lengede/Broistedt soll Standort für ein Verteilzentrum werden.

Foto: Peter Steffen / dpa

Nun ist die Katze aus dem Sack: Noch in diesem Jahr will der Onlineversandhändler Amazon im Gewerbegebiet Lengede/Broistedt ein Verteilzentrum bauen und eröffnen – das bestätigt das Presse-Team des Konzerns mit Sitz in München.

Bei dem neuen Verteilzentrum „werden wir mit einigen unabhängigen Lieferpartnern zusammenarbeiten, um die schnelle und zuverlässige Paketzustellung zu ermöglichen“, teilt Amazon mit. In diesem Neubau kämen Pakete von Amazons Logistik- und Sortierzentren an, die dann „von den Lieferpartnern abgeholt und an die Kunden zugestellt werden“. Nach eigenem Bekunden wird Amazon in Lengede/Broistedt „mehr als 80 Arbeitsplätze auf den etwa 8000 Quadratmetern des neuen Verteilzentrums schaffen“; für die Auslieferung der Pakete an die Kunden würden bei den Lieferpartnern über 250 Fahrer zuständig sein.

Wie diese Arbeit von dem weltweit agierenden Konzern bezahlt wird, lässt Amazon allerdings offen. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Arbeitsbedingungen von Amazon: Demnach sei der Onlineversandhändler nicht gewillt, über Tarifverträge zu verhandeln – laut Verdi ist das Einstiegsgehalt für die Mitarbeiter zwar verhältnismäßig gut, aber es gebe keine nennenswerten Gehaltserhöhungen“. Das wäre mit einem Tarifvertrag der Gewerkschaft zufolge anders.

Mehr zu dem Thema: Amazon hat Pläne für ein Logistikzentrum in Helmstedt

Amazon selbst verweist darauf, in „Transportinfrastruktur und Innovationen“ investieren zu wollen, um die Kapazitäten der Lieferkette zu erhöhen und den Kunden schnellere Lieferoptionen zu ermöglichen – offenbar geht es dabei (auch) darum, „zusätzliche Kapazitäten und Flexibilität auf die letzte Meile zu bringen“.

Zudem entwickele sich das Unternehmen auch weiter, um die Situation für Kunden und Mitarbeiter zu verbessern: Dank der Abholstationen sei zu erkennen, „wo sich das Paket befindet und wie viele Stationen der Fahrer noch zu machen hat, bevor die Lieferung ankommt“. Auf speziellen Fotos könnten die Kunde sehen, dass „ihr Paket sicher angeliefert worden ist“ – das sei insbesondere für die wichtig, die zum Zeitpunkt der Lieferung nicht zu Hause seien.

„Wir freuen uns sehr, ein Verteilzentrum in Lengede/Broistredt zu eröffnen, in dem mehr als 20 Jahre logistische Kompetenz, technologischer Fortschritt und Investitionen in die Transportinfrastruktur stecken“, fasst Robert Viegers, Direktor von Amazon Logistics in Deutschland, zusammen.

So kann Amazon Kunden schnellere und flexiblere Lieferoptionen anbieten“, kommentiert Robert Viegers, Direktor von Amazon Logistics in Deutschland. Ab März entstehe das Verteilzentrum, „voraussichtlich im Herbst dieses Jahres“ solle es in Betrieb gehen.

Im Zusammenhang mit der Amazon-Ansiedlung gibt es aber auch Bedenken von Anliegern: Schon jetzt gebe es an der Kreuzung Carl-Zeiss-Straße/Kreisstraße 74, von der aus es auch ins Gewerbegebiet Lengede/Broistedt geht, zeitweise viel Verkehr – und der werde mit Amazon wohl noch zunehmen.

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