Gewässerumbau in Lengede – Fische haben „freie Fahrt“

Lengede.  Mit dem Umbau hat das Kaskadenwehr ausgedient. Der neue Mühlgraben wird verschlungener und erhält natürliche Einbauten wie Stämme.

Das Kaskadenwehr am Woltwiescher Weg in Lengede bleibt zwar erhalten, mit dem Gewässerumbau wird es aber kein unüberwindliches Hindernis mehr für Fische sein.

Das Kaskadenwehr am Woltwiescher Weg in Lengede bleibt zwar erhalten, mit dem Gewässerumbau wird es aber kein unüberwindliches Hindernis mehr für Fische sein.

Foto: Archiv

Der Gewässerumbau am Kaskadenwehr in Lengede ist nach dem Startschuss im Juli fast abgeschlossen: Vom veränderten Gewässerlauf haben sich die Vorstandsmitglieder des Unterhaltungsverbands Fuhse/Aue/Erse einen ersten Eindruck verschafft.

Den Höhenunterschied des Kaskadenwehrs von 1,40 Meter und die Einleitung des etwa einen Meter tiefer gelegenen Mühlgrabens zu bewältigen – darin sieht Holger Hahn, Geschäftsführer des Unterhaltungsverband, die größten technischen Herausforderungen. Also hat die Baufirma eine 710 Meter lange Umgehung angelegt, die erst sehr spät den neuen verlegten Mühlgraben aufnimmt. Der alte Verlauf des Mühlgrabens ist zugeschüttet worden.

„Fische und Tiere haben wir in den neuen Mühlgraben umgesetzt“

Vorher hat der Unterhaltungsverband in Zusammenarbeit mit dem Angelsportverein „Glück Auf“ Lengede und dem Anglerverband die Fische und Tiere aus dem alten Mühlgraben gefischt und in den neuen Mühlgraben umgesetzt. „Auch Teile der standorttypischen Gewässervegetation haben wir in das neue Gewässerbett umgepflanzt“, führt Hahn aus. Mit diesem Umbau – und dem Verzicht auf das Wehr – können die Fische nun ungehindert die Fuhse auf- und abwärts schwimmen. „Für den Gewässerumbau haben wir etwa 10.000 Kubikmeter Boden entnommen und an Stellen außerhalb des Überschwemmungsgebiets der Fuhse eingebaut“, beschreibt der Geschäftsführer: „Dieser Boden verbessert zusätzlich den örtlichen Hochwasserschutz.“

Das neue Gewässer (neuer Mühlgraben) ist derzeit noch sehr linear ausgestaltet. „Nach einer Beobachtungs- und Entwicklungsphase können später weitere Einbauten wie Holzstämme und große Findlinge erfolgen“, blickt Hahn voraus. So solle das Gewässer zusätzliche Struktur bekommen und zum eigenständigen Mäandrieren (Bilden eines gewundenen Verlaufs) angeregt werden. In den nächsten Wochen erfolgen zudem das Lockern des verdichteten Bodens in den Fahrschneisen und das Pflanzen von ungefähr 170 Erlen, Weiden und Eschen entlang des Gewässers. „Ab dem nächsten Jahr kann insbesondere im nördlichen Bereich des Gesamtareals eine Weidewirtschaft stattfinden“, ist Hahn zuversichtlich.

Die Gesamtkosten der Arbeiten von rund 500.000 Euro werden zu 90 Prozent vom Land und der Europäischen Union (EU) getragen und zu zehn Prozent vom Landkreis Peine/Unterhaltungsverband. Weitere Infos:

www.braunschweiger-zeitung.de/peine/lengede/article229580962/Lengede-Fuhse-und-Muehlengraben-werden-umgebaut.html

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