25-Jähriger betreibt nun den Bettmarer Campingplatz

Vechelde  Manuel Ziebeil aus Peine will vieles verändern. Zurzeit ist er vor allem damit beschäftigt, aufzuräumen.

Edeltraud und Hermann Götting aus Lebenstedt sitzen unter ihrem Pavillon. Auch Königspudel Jul gehört, wie man sieht, zur Familie.

Edeltraud und Hermann Götting aus Lebenstedt sitzen unter ihrem Pavillon. Auch Königspudel Jul gehört, wie man sieht, zur Familie.

Foto: Kienast

Wer zum Campingplatz nach Bettmar will und ihn nicht kennt, hat schlechte Karten. Nicht ein einziges Schild weist auf ihn hin im Dorf. Da hilft nur: Menschen nach dem Weg fragen. Das soll aber bald nicht mehr geschehen müssen. Manuel Ziebeil will vieles ändern. Seit März ist der 25-Jährige neuer Besitzer des Waldsee-Campingplatzes in Bettmar.

Was auf ihn zukommt, das wusste er genau: Seinem Vater Hartwig Lühmann gehört der Platz in Meerdorf. Über ihn wurde er auch zum neuen Betreiber in Bettmar. „Als man nach einem neuen Besitzer gesucht hat, wurde mein Vater angesprochen“, erzählt Manuel Ziebeil.

Lühmann hatte kein Interesse, wohl aber sein Sohn. Ein 25-Jähriger also, der einen Campingplatz betreibt – das ist ungewöhnlich. „Es ist eine neue Aufgabe. Sie macht mir Spaß. Ich sehe den Platz als meine Altersvorsorge an“, erklärt der junge Mann.

Eigentlich ist er Erzieher in Vöhrum auf einer Teilzeitstelle – und das soll auch so bleiben. Seine Eltern, sagt er, unterstützen ihn. „Wenn ich mal keine Zeit habe, fahren sie auf den Platz und schauen nach dem Rechten.“ Ansonsten dreht Ziebeil – ganz Campingplatzbesitzer – seine Runden auf dem Fahrrad, spricht mit den Mietern. Aber das ist nur der kleinere Teil seiner Arbeit.

Im Moment beschäftigt ihn vor allem eins: Aufräumen. Der Peiner sagt: „Der Vorbesitzer hat Einiges schleifen lassen – um es vorsichtig auszudrücken. Es gab viel Missmut.“

So kümmert er sich nun um die verlassenen Parzellen. Einige unbewohnte Wohnmobile müssten noch entrümpelt werden, einige Plätze noch hergerichtet, berichtet er. Potentielle neue Mieter sollen einen guten Eindruck bekommen.

„Ich will, dass es hier wieder ansehnlicher und einladender wird.“ Von den insgesamt 80 Campingplätzen sind nach Angaben von Ziebeil im Moment 60 vermietet. Es sollen mehr werden.

Die Sanitärräume hat er bereits neu gefließt. Die Mülltonnen sind jetzt abschließbar und nur noch zu bestimmten Zeiten geöffnet. „Es gab hier ein riesiges Müllproblem.“ Leute, auch aus dem Dorf, hätten sämtlichen Abfall bis hin zu Matratzen in den großen Container abgeladen. Die Kosten mussten die Mieter tragen.

Regeln habe es noch vor Kurzem so gut wie gar keine auf dem Platz gegeben. Jetzt, da Ziebeil die Zügel in der Hand hält, hat sich das geändert. „Es ist wichtig, dass die Parzellen ordentlich sind.“ Sollte ein Mieter nicht mitziehen, müsse er halt gehen, sagt Ziebeil. Die meisten Mietverträge würden für ein Jahr unterschrieben.

Dass endlich was passiert auf dem Platz, darüber freuen sich viele der Camper. So wie die Göttings. Das Ehepaar – Edeltraud, 69, Hermann, 74 – sitzt in seinem Garten unterm Pavillon. Und neben den beiden auf dem Stuhl: Jul. Ihr Königspudel. Auf dem Tisch mit der Himbeeren-Decke steht eine Schale mit Erdbeeren. „Wir sind froh, dass sich hier auf dem Platz endlich was tut“, sagt Edeltraud Götting. Sie und ihr Mann wohnen jedes Jahr von Mai bis Oktober auf dem Platz – und das schon seit 1980. Im Winter sind sie immer in Lebenstedt. Ihre Wohnung liegt gleich neben dem Salzgittersee. Der See am Campingplatz ist viel kleiner. Aber es gefalle ihnen in Bettmar einfach so gut, sagt die Salzgitteranerin. „Die Ruhe, der Wald“. Sie guckt ganz beseelt. Am Morgen war sie Pilze sammeln.

Was dem Paar, das über 50 Jahre verheiratet ist, allerdings weniger gefallen hat, war ihre Stromrechnung für den Winter. Hermann Götting war doch etwas verdutzt, als es auf der Abrechnung plötzlich 80 Euro standen. „Wir sind ja zwischen Oktober und Mai höchstens mal zur Kontrolle auf dem Platz“, sagt er. Da hat jemand den Stromkasten der Göttings angezapft.

Das wird dieses Jahr nicht noch einmal passieren. Die Stromkästen sind nun abschließbar. Was sich die Salzgitteraner ebenfalls wünschen: Keine pauschale Wasserrechnung mehr. Im Moment zahlen alle zu gleichen Teilen. Auch das soll geregelt werden. Manuel Ziebeil sagt: „Ich will die Leitungen auf dem kompletten Gelände neu verlegen.“ Die sollen dann mit Wasseruhren für die einzelnen Parzellen ausgestattet werden.

Der Campingplatz-Betreiber hat sein Auto schon mit Werbefolien seines neuen Besitzes beklebt. Um aufmerksam zu machen. Eine Internetseite gibt es auch schon. Und jetzt sind die Schilder dran. Am Eingang und im Dorf soll in Zukunft jeder wissen, wo sich der Campingplatz am Waldsee in Bettmar befindet. Damit niemand mehr Passanten nach dem Weg fragen muss.

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