Wochenendhäuser in Gefahr wegen Naturschutzauflagen

Bettmar  Auf dem Campingplatz in Bettmar sind zudem Rechtsstreitigkeiten und die Pacht ein Gesprächsthema.

Westlich vom Waldsee will Manuel Ziebeil auf dem Bettmarer Campingplatz den Bau von Wochenendhäusern anbieten.

Westlich vom Waldsee will Manuel Ziebeil auf dem Bettmarer Campingplatz den Bau von Wochenendhäusern anbieten.

Foto: Archiv

Möglicherweise ist die Idylle auf dem Waldsee-Campingplatz in Bettmar ein wenig trügerisch: Jedenfalls ist der Plan des Besitzers Manuel Zielbeil, dort den Bau weiterer Wochenendhäuser anzubieten, nicht einfach umzusetzen. Auch von Rechtsstreitigkeiten und Pachterhöhung ist die Rede.

Beim Bau der etwa 14 Wochenendhäuser geht es um naturschutzrechtliche Auflagen: Auf dem Gelände westlich des Sees, auf dem die Häuser errichtet werden sollen, haben Unkraut und hohes Gras das Sagen – es sieht verwildert aus. Doch es erfüllt einen ökologischen Zweck. „Das Gelände ist eine vorgeschriebene Ausgleichsfläche für den Campingplatz“, beschreibt Ralf Werner, Bauamtsleiter im Vechelder Rathaus. Sollte das Areal mit Wochenendhäusern bebaut werden, müsste Ziebeil doppelt Ausgleichsflächen schaffen. „Eine als Ersatz für die dann überbaute Ausgleichsfläche, und eine wegen der neuen Wochenendhäuser“, benennt Werner diese naturschutzrechtliche Verpflichtung.

Hartwig Lühmann, Betreiber des Meerdorfer Campingplatzes und Ziebeils Vater, betont: „Wir haben nach wie vor Interesse, weitere Wochenendhäuser anzubieten.“ Entscheidend sei aber, wie groß die geforderte Ausgleichsfläche sei, die „wir kaufen müssten“, sagt Lühmann. Ziebeil und er warteten noch auf die Antwort des Architektenbüros, das im Auftrag der Gemeinde tätig geworden ist. Erforderlich für die Wochenendhäuser ist die Änderung des Bebauungsplans – die Kosten schätzt Werner auf 10 000 Euro, zu tragen hätte das Ziebeil.

Die Vechelder Gemeindeverwaltung hat den Bau weiterer Wochenendhäuser auf dem Campingplatz abgelehnt, weil das „nicht vorrangig im allgemeinen Interesse liegt“. Der Ortsrat Bettmar und später die Gemeindepolitik haben aber entschieden, das Planänderungsverfahren einzuleiten, um das Projekt zu ermöglichen.

„Inzwischen sind wir aber skeptisch geworden“, räumt Bettmars Ortsbürgermeister Lothar Kothe ein. Grund seien Informationen über unschöne Umgangsweisen auf dem Campingplatz. Nach den Sommerferien werde der Ortsrat das Projekt Wochenendhäuser noch mal sprechen. „Wir haben den Wochenendhäusern zugestimmt, um die Attraktivität des Campingplatzes zu erhöhen“, ruft Kothe in Erinnerung.

Lühmann gibt Auskunft: Es gebe Rechtsstreitigkeiten mit zwei Pächtern, die ihre Häuser auf dem Bettmarer Campingplatz in Massivbauweise (Stein) zurückbauen müssten auf 50 Quadratmeter. „Das ist eine Auflage des Kreises, der wir nachkommen müssen.“

Zudem sei die Pacht für die Wochenendplätze am Waldsee mit eigener Wasserlinie um etwa 20 Prozent erhöht worden. „Wir haben für die Plätze eine größere Nachfrage“, begründet Lühmann: „Im Gegenzug sind die Campingplätze in zweiter und dritter Reihe billiger geworden.“ Somit bleibe die Einnahme bei plus minus null.

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