Ortsmitte als Baustelle – was sagen die Vechelder dazu?

Vechelde.  Zum Umbau der Kreuzung gibt es Lob und Kritik. Die Parkstraße ist bis Freitag nur über Umwege zu erreichen.

Der Kreuzungsumbau in der Ortsmitte in Vechelde wird voraussichtlich noch bis Mitte Oktober andauern.

Der Kreuzungsumbau in der Ortsmitte in Vechelde wird voraussichtlich noch bis Mitte Oktober andauern.

Foto: Harald Meyer

Endstation: Manch Autofahrer wird jäh gestoppt von den Baken, die die Zufahrt von der Parkstraße in Vechelde auf die Köchinger Straße (Landesstraße 475) verhindern. Also wieder zurück und über die Spinnerstraße und die Hildesheimer Straße weiter. In der Vechelder Ortsmitte wird gerade mächtig gewerkelt – auf gleich zwei Baustellen.

Denn zum einen erneuert eine Fachfirma noch bis voraussichtlich Freitag die Fahrbahndecke auf der Köchinger Straße von der Kreuzung mit der „Hildesheimer“ bis zum Ortsausgang Richtung Köchingen: Dass die Anwohner im Bereich Parkstraße diese Tage quasi „abgeschnitten“ sind von der Außenwelt, „sehe ich gelassen“, sagt eine Anliegerin der Parkstraße, denn die Fahrbahnerneuerung sei „bald vorbei“. Und dann fügt die Frau hinzu: „Immer wenn Bauarbeiten anstehen, ergibt sich daraus für irgendwen ein Nachteil“ – zumindest vorübergehend. Eine erstaunliche Gelassenheit.

„Wir haben viele Stammkunden – sie fahren auch einen Umweg“

Doch die Fahrbahnerneuerung ist im Vechelder Zentrum nur die eine Baustelle – die andere ist: der Umbau der Kreuzung Hildesheimer Straße/Köchinger Straße/Peiner Straße, der vor etwa einem Monat begonnen hat und noch bis Mitte Oktober dauern wird. Die Konsequenz: Die Kreuzung ist komplett gesperrt – eine Zufahrt von der Köchinger Straße zur Hildesheimer Straße und umgekehrt ist nicht möglich. Immerhin: Auf der Hildesheimer Straße wird der Verkehr einspurig durch die Kreuzung geführt, ein Abbiegen auf die Peiner Straße (und umgekehrt) ist zudem möglich.

Doch auch hier reagieren sie gelassen. „Wir haben viele Stammkunden – sie kommen zu uns, auch wenn sie nun einen Umweg fahren müssen“, ist Carola Windhausen von der Bäckerei Wulfestieg an der Hildesheimer Straße überzeugt. Jörg Scharfe, der sich in der Bäckerei versorgt hat, bewertet den Kreuzungsumbau positiv: „Es ist gut, wenn dann der Verkehr besser fließt.“ In der Vergangenheit hat es immer wieder Kritik gegeben, weil sich vor den Ampeln lange Autoschlangen gebildet haben – insbesondere auf der „Köchinger“. Gut wären, so Scharfe, auch noch ein paar Parkplätze in dem Bereich.

„Statt der Kreuzung wäre ich für einen Kreisverkehr“

Für die Flächen an der Kreuzung westlich der Köchinger Straße (Geschäfts- und Wohnhaus/bereits abgerissen) und östlich (Sanitäts- und Wohnhaus/wird entfernt) lobt die Gemeinde einen Investorenwettbewerb aus: Dabei sollen Ideen für die Nutzung „Wohnen/Gewerbe,Dienstleistungen/Parken“ auf den beiden gemeindeeigenen Flächen zusammenkommen.

Gar nichts hält allerdings Klaus-Dieter Erstmann vom Kreuzungsumbau, durch den die Straßen – ohne Verschwenkung – künftig nahezu senkrecht aufeinander treffen sollen. „Ich wäre für einen Kreisverkehr“, betont der Bettmarer: Genug Platz sei vorhanden. Zudem benötige die „aufblühende Kleinstadt“ Vechelde einen Hautarzt. Wolfgang Lenz (Vechelde) hingegen begrüßt den geplanten Ausbau, aber „Parkplätze brauchen wir auch noch“. Hans-Joachim Kleinert aus Wierthe ist mit dem Fahrrad in Vechelde unterwegs – er meint: „Jeder sollte froh sein, dass die Köchinger Straße und die Kreuzung neu gemacht werden.“ Da könne man für einen begrenzten Zeitraum auch Unannehmlichkeiten hinnehmen.

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