Episode 3

"Streitpunkte" mit Reza Asghari: Zu langsam für die Welt

Braunschweig.  In Deutschland gelinge es zu selten, aus Ergebnissen einer starken Forschung gute Geschäftsmodelle zu entwickeln, kritisiert der Start-up-Experte.

Deutschland ist zu langsam, zu scheu gegenüber neuen Techniken und zu sehr darauf bedacht, Risiken zu meiden. Das sagt Reza Asghari in der dritten Folge des Podcasts „Streitpunkte“ im Gespräch mit Andreas Schweiger. Asghari ist Professor für High-Tech-Innovation und Entrepreneurship (Unternehmertum) an der TU Braunschweig und Leiter des an TU und Ostfalia angesiedelten Entrepreneurship-Hubs. In Deutschland gelinge es zu selten, aus den Ergebnissen einer starken wissenschaftlichen Forschung ertragreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln, kritisiert der Start-up-Experte. Das sei angesichts des Erstarkens Chinas eine Fehlentwicklung, Deutschland und Europa liefen Gefahr abgehängt zu werden.

Deutschland habe zum Beispiel die Entwicklung des Internethandels verschlafen. Längst seien Konzerne wie Amazon zu wirtschaftlichen Großmächten und Datenkraken aufgestiegen. Immer wieder wurde Amazon ein zu laxer Umgang mit Daten vorgeworfen.

Diese Entwicklung könne aber nicht durch eine Verteufelung der digitalen Technik verbessert werden, sagt der Wissenschaftler. Besser sei es dagegen, eigene Antworten und Lösungen zu finden Asghari: „Ich wünsche mir, dass Deutschland, dass Europa Weltmarktführer gewesen wären im Bereich der digitalen Wirtschaft. Dann hätten wir unsere Normen der Welt vorgegeben.“

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