Umfrage: So wirkt sich die Pandemie auf die Psyche aus

Berlin.  Was macht Corona-Pandemie mit der Psyche? Eine neue Umfrage zeigt, wer in der Krise unter Stress und Angst leidet – und wer nicht.

Die Psyche in der Corona-Krise: 6 Tipps für mentale Gesundheit

Der Ausbruch des neuen Coronavirus sowie die damit einhergehende häusliche Isolation machen vielen Menschen Angst. Sehen Sie im Video, wie Sie Ihre Psyche in dieser Zeit stärken.

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In den vergangenen Monaten haben die Folgen der Pandemie viele Menschen psychisch stark belastet. Jeder Zweite fühlt sich durch Corona gestresst. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), die dieser Redaktion vorliegt.

Als besondere Belastung empfanden 80 Prozent der Befragten den fehlende Kontakt zu Familie und Freunden. Am zweithäufigsten wurde als Belastungsfaktor die Angst vor einer Corona-Erkrankung der Angehörigen genannt (57 Prozent). Kita- und Schulschließungen (56 Prozent) nannte jeder Zweite. Ebenso fürchtet jeder Zweite einen Zusammenbruch der Wirtschaft (50 Prozent).

Corona-Pandemie: Die Älteren sind entspannter

Die Ausnahmesituation schlägt sich auch auf den Arbeitsalltag nieder. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Arbeit stressiger ist als vor der Pandemie. Einsamkeit und Langeweile wurden gleich häufig von den Befragten genannt. Hierunter leiden 22 Prozent.

Laut der TK-Umfrage belastet die Pandemie die Jüngeren stärker als die Älteren: Jeder Dritte unter 60 Jahren (38 Prozent der 18- bis 39-Jährigen und 40 Prozent der 40- bis 59-Jährigen) gab an, starke Probleme mit der aktuellen Situation zu haben. Deutlich entspannter sind die über 60-Jährigen. Nur 27 Prozent von ihnen fühlen sich von den Umständen sehr belastet und das obwohl sie zur Risikogruppe zählen.

Corona-Pandemie: Eltern spüren den Druck im Homeoffice

„Die Jüngeren sind in der Regel aktiver in ihrer Freizeit. Sie gehen aus, treffen sich mit Freunden oder reisen. Da das während des Lockdowns wegfallen musste, haben sie die Zeit als größeren Einschnitt erlebt als die Älteren“, sagt dazu David Horstmann, Psychologe bei der Techniker Krankenkasse. Lesen Sie auch: So übersteht man mit psychischer Erkrankung die Pandemie

69 Prozent der befragten Eltern gaben an, dass sie durch den Alltag in der Corona-Zeit gestresst sind. Hier ist das Homeoffice ein entscheidender Faktor. Während nur knapp die Hälfte der befragten Erwerbstätigen ohne Kinder angibt, im Homeoffice gestresst zu sein, sind es unter den Eltern 68 Prozent.

Stress durch Corona – Frauen sind stärker belastet

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage der Techniker Krankenkasse ist, dass sich Frauen stärker belastet fühlen als Männer „Diese Doppelbelastung ist vermutlich auch einer der Gründe für die unterschiedlich hohe Stressbelastung von Frauen und Männern während der Pandemie“, sagt Horstmann. Lesen Sie auch: Frauen machen in der Krise, was getan werden muss

Mehr als die Hälfte der befragten Frauen gab (57 Prozent) an, gestresster zu sein als sonst. Mit 42 Prozent empfindet allerdings auch ein Großteil der Männer mehr Stress durch Corona.

Für die Umfrage „Corona 2020“ im Auftrag der der Techniker Krankenkasse hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 13. bis 26. Mai 2020 1.000 Personen zur Corona-Zeit befragt. Die Befragten repräsentieren einen Querschnitt der volljährigen Bevölkerung in Deutschland. (diz)

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