Podcast

Armin Wolf: „Scholz ist ein angenehmer Interviewpartner“

| Lesedauer: 3 Minuten
Der Kanzlerpodcast: Ein Wegbegleiter von Scholz Kanzlerschaft

Der Kanzlerpodcast: Ein Wegbegleiter von Scholz Kanzlerschaft

Alle zwei Wochen spricht der Journalist Lars Haider mit Personen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über den neuen Kanzler. Alle Infos zum Podcast “Das Scholz-Update”.

Beschreibung anzeigen

Berlin  In unserem Podcast "Das Scholz Update" erklärt Armin Wolf, wie Olaf Scholz als Gesprächspartner ist und wer als uninterviewbar gilt.

Wie ist Olaf Scholz eigentlich als Gesprächspartner? Obwohl der neue Kanzler selten direkt auf Fragen antwortet, ist er als Gesprächspartner gar nicht so schlimm, findet Armin Wolf, einer der renommiertesten Journalisten in Europa. Der Moderator der österreichischen Nachrichtensendung „ZIB 2“, die auf einen höheren Zuschaueranteil kommt als „Tagesthemen“ und „heute-journal“ in Deutschland zusammen, ist für seine Interviews berühmt und (bei Politikern) gefürchtet.

In der neuen Folge des Scholz-Updates sagt er, Scholz sei das Gegenkonzept zu dem Bundeskanzler, den die Österreicher in den vergangenen vier Jahren gehabt haben: „Bei dem Inszenierungswirbel, den wir in Österreich um Sebastian Kurz erlebt haben, kann man die nüchterne, sachliche Art von Olaf Scholz schon angenehm pragmatisch finden“, sagt Wolf.

"Das Scholz Update": Scholz antwortet kurz und kompakt

Er könne die Leiden der deutschen Journalisten, die sich über die mangelnden Kommunikationsfähigkeiten des Kanzlers beschweren, nicht nachvollziehen: „Ich würde allen mal 14 Tage Interviews mit österreichischen Politikerinnen und Politiker empfehlen, dann wird der Schmerz über Scholz deutlich nachlassen.“ Er habe Scholz als angenehmen Gesprächspartner in Erinnerung, allein deshalb, weil der relativ kurz und kompakt antworten würde.

„Österreichische Politiker scheinen dagegen alle zu denselben Medientrainern zu gehen, die ihnen raten, auf eine Frage so lange zu antworten, wie es nur irgendwie geht. Denn je länger sie reden, desto weniger unangenehme Fragen kann der Interviewer stellen.“ Es gebe kaum Politiker aus seinem Land, die Antworten unter einer Minute geben, „bei deutschen Politikern erlebe ich das ganz anders, das gilt auch für Herrn Scholz. Ich war positiv überrascht“. Übrigens sei nichts einfacher, als einen Politiker, der kurze Antworten gibt, zu längeren zu bringen. „Notfalls fragt man einfach: Warum?“

Wladimir Putin ist einer der schwierigsten Interviewpartner

Wolf wünscht sich „als Staatsbürger Politiker, die ihr Geschäft inhaltlich beherrschen, die sich also nicht davor fürchten, zu ihrer Arbeit befragt zu werden und die ihre Politik halbwegs verständlich erklären können. Demokratie lebt davon, dass man seine Politik nicht nur verkündet.“

Und in der Rangliste der schwierigsten Interviewpartner unter den Regierungschefs auf dieser Welt hat Olaf Scholz sowieso noch jede Menge Menschen vor sich – vor allem einen: „Wladimir Putin ist Scholz in der siebten Potenz. Der ist uninterviewbar, und er versucht die ganze Zeit, den Interviewer bloß zu stellen“, sagt Armin Wolf.

(fmg)

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder