Juncker will den Euro auch in Osteuropa

Straßburg  Der EU-Kommissionspräsident sieht die Chance für Korrekturen. Schäuble sagt in Braunschweig: Wer den Euro will, muss den Haushalt solide finanzieren.

Jean-Claude Juncker.

Foto: dpa

Jean-Claude Juncker. Foto: dpa

Der Euro für alle und ein Europa ohne Grenzen: Kurz vor der Bundestagswahl hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit brisanten Vorschlägen die Debatte über die Zukunft der EU angeheizt. In Deutschland stieß er damit bei FDP, AfD und Linken auf teils heftigen Widerspruch. CDU und SPD tragen die große Linie dagegen mit.

SPD-Politiker Martin Schulz sagte, die Vorschläge seien „keine große Überraschung“ und entsprächen bestehenden Zielen. Ähnlich äußerte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Rande einer Wahlkampfveranstaltung seines Braunschweiger Parteifreundes Carsten Müller. Schäuble sprach von einer „eindrucksvollen Rede“ Junckers.

Der Kommissionspräsident präsentierte im Europaparlament in seiner Rede zur Lage der Union seine Vision für die EU bis 2025. Zwar ist längst das Ziel vertraglich festgeschrieben, dass alle EU-Staaten den Euro als Gemeinschaftswährung einführen. Sie gilt derzeit aber nur in 19 von 28 EU-Staaten. Die Chance zur Reform der EU sei jetzt da. „Wir haben den Wind in unseren Segeln“, sagte Juncker und schloss mit den Worten: „Leinen los!“

Finanzminister Schäuble mahnte, der Euro müsse stabilisiert werden. Es gebe klare Voraussetzungen für dessen Einführung: „Wer den Euro will, muss seinen Haushalt solide finanzieren.“ Wann wirtschaftlich schwächere Länder wie Bulgarien oder Rumänien reif für den Euro und den Schengenraum seien, vermochte Schäuble im Gegensatz zu Juncker nicht zu sagen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (1)