Corona-Umfrage: Jeder Vierte zweifelt an Kontaktauflagen

Berlin.  Für Advent, Weihnachten und Silvester gelten neue Corona-Beschränkungen. Laut einer Umfrage halten viele die Auflagen für sinnlos.

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Im kleinen Kreis: Wegen der Corona-Pandemie soll es in diesem Jahr an Weihnachten keine große Familienfeiern geben. dpa-Themendienst +++

Im kleinen Kreis: Wegen der Corona-Pandemie soll es in diesem Jahr an Weihnachten keine große Familienfeiern geben. dpa-Themendienst +++

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa-tmn

Bund und Länder haben vor wenigen Tagen neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den kommenden Wochen vereinbart. Nun zeigt sich: Mehr als ein Viertel der Deutschen zweifelt am Sinn der Corona-Beschränkungen für die Adventszeit sowie für Weihnachten und Silvester .

Laut einer exklusiven Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag unserer Redaktion halten 30 Prozent der Bundesbürger nichts von der jüngsten Bund-Länder-Vereinbarung, wonach private Treffen an Weihnachten auf höchstens zehn Personen aus mehreren Haushalten (mit Ausnahme der unter 14-Jährigen) begrenzt werden sollen.

Viel Skepsis, aber trotzdem trägt Mehrheit Corona-Maßnahmen mit

Ähnlich viele Bürger (29 Prozent) zeigen sich laut Umfrage skeptisch, was entsprechende Beschränkungen für privaten Zusammenkünften an Silvester und Neujahr anbelangt. Eine deutliche Mehrheit der Befragten hält diese Pandemie-Maßnahmen dagegen für sinnvoll (70 beziehungsweise 71 Prozent).

Die ebenfalls beschlossene Begrenzung auf höchstens fünf Teilnehmer aus zwei Haushalten für privater Treffen in der Vorweihnachtszeit halten 27 Prozent der Deutschen für nicht zielführend. Eine Mehrheit von 73 Prozent sieht darin hingegen eine sinnvolle Entscheidung.

Erhebliche Zweifel gibt es beim Böllerverbot . Knapp ein Drittel der Befragten (33 Prozent) gibt an, keinen Sinn im Verzicht auf ein Silvesterfeuerwerk zu sehen. 67 Prozent äußern der Umfrage zufolge Verständnis für diese Auflage.

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Mehrzahl hat Zweifel am Sinn der Corona-Warn-App

Die größte Skepsis herrscht in Bezug auf den Nutzen der Corona-Warn-App . Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent hält das digitale Instrument zur Ansteckungskontrolle nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie. 49 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen die Warn-App als dagegen sinnvoll an.

Weitgehende Zustimmung gibt es bei der Maskenpflicht . 90 Prozent geben an, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Orten helfe bei der Bekämpfung der Pandemie. 85 Prozent werten es als sinnvoll, nicht notwendige Kontakte zu vermeiden und in der Corona-Krise auf berufliche und private Reisen zu verzichten.

65 Prozent der AfD-Anhänger hält Böllerverbot für sinnlos

Beim Blick auf die politischen Lager zeigt sich, dass die Skepsis gegenüber den neuen Pandemie-Maßnahmen mit Abstand am stärksten bei Anhängern der AfD ausgeprägt ist. Die Mehrzahl zweifelt am Sinn der Kontaktbeschränkungen in der Vorweihnachtszeit (64 Prozent) und zu Silvester (56 Prozent).

59 Prozent der AfD-Sympathisanten sehen keinen Sinn in der Vermeidung von nicht notwendigen Kontakten und Reisen. 65 Prozent glauben, der Verzicht auf Silvesterböller bringt nichts bei der Eindämmung der Pandemie. 75 Prozent sehen in der Corona-Warn-App keinen Nutzen.

Große Zustimmung für Corona-Auflagen bei Wählern der anderen Parteien

Die Pflicht zum Tragen einer Maske an belebten öffentlichen Orten hält dennoch eine Mehrheit von 62 Prozent der AfD-Anhänger für zielführend. Beschränkungen für private Treffen an den eigentlichen Weihnachtsfeiertagen sehen 52 Prozent als sinnvoll an.

In den Wählerschaften von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken finden die neuen Pandemie-Maßnahmen dagegen überwiegend sehr deutliche Zustimmung. Für die repräsentative Erhebung hat das Institut Kantar zwischen dem 25. und dem 26. November insgesamt 1011 Personen befragt.

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