Mutter gibt 50 000 Euro für Mörder-Suche

Vechelde  Der Tod von Yasmin Stieler ist nach 18 Jahren immer noch ungeklärt. Der Torso der Uelzenerin wurde damals in Vechelde gefunden.

Mit einer Plakataktion suchte die Polizei 1997 nach dem Mörder und den fehlenden Armen sowie Händen der 18-jährigen Yasmin Stieler.

Mit einer Plakataktion suchte die Polizei 1997 nach dem Mörder und den fehlenden Armen sowie Händen der 18-jährigen Yasmin Stieler.

Foto: dpa (Archiv)

18 Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Yasmin Stieler hofft die Mutter des Opfers immer noch auf Aufklärung. Nun hat Rosemarie Schäfer die Belohnung von 30 000 auf 50 000 Euro erhöht, und hofft auf Hinweise, die zu einer Verurteilung führen, wie die Allgemeine Zeitung Uelzen berichtet. Der Grund: Das Verbrechen droht zu verjähren.

Sollte der Täter gefunden werden, würde er womöglich wegen Totschlags verurteilt. Und Totschlag verjährt nach 20 Jahren. „Der Angeschuldigte wurde damals nicht wegen Mordes angeklagt, da es keine Anhaltspunkte für Mord, zum Beispiel Heimtücke oder Habgier, gab“, erklärt Julia Meyer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. 2008 wurde ein Tatverdächtiger aus Vechelde festgenommen. Damals sprachen einige Indizien für den 41-Jährigen. Doch das Landgericht Braunschweig ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft nicht zu.

„Weder die Schwurgerichtskammer des Landgerichts, noch später der Senat des Oberlandesgerichts erachtete im Beschwerdeverfahren die Beweislage für ausreichend“, sagt Julia Meyer. Nach halbjähriger Untersuchungshaft wurde der Vechelder entlassen.

Die junge Frau wollte am 5. Oktober 1996 mit dem Zug nach Braunschweig fahren und galt seitdem als vermisst. Der Torso der Uelzenerin war am Bahndamm in Vechelde gefunden worden.

Die Chronologie

5. Oktober 1996 Die 18-jährige Yasmin Stieler aus Uelzen will mit dem Zug nach Braunschweig in die Discothek „Atlantis“ fahren. Seitdem ist sie verschwunden.

14. Oktober 1996 Yasmin Stielers Torso wird an Vechelder Bahndamm gefunden.

Ende Oktober 1996 Yasmin Stielers abgetrennte Beine werden in Hannover an den Ricklinger Teichen gefunden.

Dezember 1996 1300 Männer aus Vechelde geben Speichelproben ab.

13. Mai 1997 In einem Waldstück wird der skelettierte Kopf von Yasmin Stieler gefunden.

September 1997 Damit der Fall nicht vergessen wird, lässt die Polizei Plakate entlang der Bahnstrecke Braunschweig/Hannover mit Bildern des Opfers anbringen.

4. September 2008 Die Peiner Polizei verhaftet einen Vechelder, den ein Spaten mit Erd-Anhaftungen vom Fundort belastet.

7. November 2008 Die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhebt Anklage gegen den Tatverdächtigen. Der Mann bestreitet den Vorwurf.

2. März 2009 Nach einem halben Jahr in Untersuchungshaft wird der Vechelder entlassen. Das Landgericht hat beschlossen, kein Hauptverfahren zu eröffnen.

März 2009 Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft legt Beschwerde gegen die Entscheidung des Landgerichts ein, kein Verfahren zu eröffnen.

29. Juni 2009 Das Oberlandesgericht Braunschweig entscheidet endgültig: Bei dem Angeklagten liege kein hinreichender Tatverdacht vor. Es gibt keinen Prozess im Mordfall Stieler.

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