Eine Anlaufstelle, um sich kreativ auszuprobieren

Braunschweig.  Der Kunstverein Jahnstraße bringt mit seinem Projekt „Die Kunstkoffer kommen“ ein rollendes Atelier zu den Kindern im Westlichen Ringgebiet.

Die Aktiven des Projekts „Die Kunstkoffer kommen“ fahren inzwischen mit einem eigenen Mobil vor, um bei Kindern und Jugendlichen den Spaß an der Kreativität zu fördern.

Die Aktiven des Projekts „Die Kunstkoffer kommen“ fahren inzwischen mit einem eigenen Mobil vor, um bei Kindern und Jugendlichen den Spaß an der Kreativität zu fördern.

Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Es fing mit einem Koffer an. Jetzt ist es schon ein kleiner Wagen. Noch nicht motorisiert, aber ganz praktisch bestückt mit allem, was große und kleine Kinder brauchen, um sich kreativ unter freiem Himmel auszutoben. Quasi ein rollendes Atelier für Nachwuchskünstler. Eine Kuhglocke kündet schon von Weitem von dessen Kommen.

Der Kunstverein Jahnstraße leistet im Westlichen Ringgebiet künstlerische und soziale Arbeit gleichermaßen. Das Projekt heißt „Die Kunstkoffer kommen“. Nur im Winter ist Pause. „Die Idee stammt aus Wiesbaden, wurde dort 2004 von Titus Grab ins Leben gerufen und hier in Braunschweig von Janina Schmid und Frederik Kochbeck etabliert“, erklärt Sophia Hamann. Sie ist freie Künstlerin und eine sogenannte „Kunstkoffer-Trägerin“. Das heißt, sie betreut die Jungen und Mädchen vor Ort. „Wir machen den Kindern keine Vorgaben, sondern lassen ihnen alle künstlerische Freiheit“, sagt Sophia Hamann. Fantasie und eigenständiges Denken seien gefragt. „Wir ermutigen die Kinder, ihren eigenen Ideen zu vertrauen.“ Im Durchschnitt lockt das Mobil zehn Kinder an.

Immer freitags um 16 Uhr macht es am Spielplatz Arndtstraße/Jahnstraße Halt. Es beinhaltet Papier und Pappe, Stifte und Pinsel, jede Menge Bastelmaterialien und allerlei Werkzeuge. „Die Kinder können ohne Anmeldung kommen und werden von zwei Vereinsmitgliedern zwei Stunden lang in ihrem kreativen Tun begleitet“, sagt Sophia Hamann und betont: „Hier können sich die Kinder ohne Leistungsdruck und ohne Bewertung ausprobieren.“ Selbst Kinder, die sich schwer konzentrieren könnten, blieben bei diesem Konzept meist aufmerksam bei der Sache.

Das Projekt ist unbestritten eine Bereicherung fürs Quartier. Die Kinder werden nicht nur kreativ gefördert, sondern lernen nebenbei, wie schön und erfüllend es sein kann, tolerant und respektvoll mit anderen umzugehen. Jeder ist willkommen, niemand wird ausgegrenzt.

Die Idee macht Furore und spricht sich herum. Ab Mai soll es daher eine zweite Haltestelle geben. Montags von 16 bis 18 Uhr wird dann das Mobil am Frankfurter Platz Station machen. „Das Projekt ist ausbaufähig“, ist Sophia Hamann sicher. Die Werkstatträume in der Jahnstraße könnten Angebote über das ganze Jahr hinweg möglich machen. Der Verein wird unter anderem unterstützt von der Braunschweiger Baugenossenschaft, einigen Stiftungen und dem Kulturinstitut der Stadt Braunschweig. Und von zahlreichen Menschen aus dem Quartier, die tatkräftig mit anfassen. So wie Ulrich Jahns, der der Wagen baute und die Kunstkoffer damit professionalisierte. Auch Peter Meier ist mit Leidenschaft dabei. „Es macht unheimlich viel Spaß zu sehen, wie die Kinder aus sich herausgehen und was sie zu leisten vermögen“, freut sich der Senior.

Fakten:

Name des Kandidaten: Kunstverein Jahnstraße

Das Ziel: Kreativität und Toleranz fördern bei Kinder und Jugendlichen

Kontakt: werkstatt@kunstverein-jahnstrasse.de

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