Warberger haben ihre Wasserburg gerettet

Warberg  In der Oberburg gibt es heute zahlreiche Veranstaltungen. Dafür sorgt der Freundeskreis, der die Gebäude aus dem 13. Jahrhundert wieder aufbaut.

Joachim Isensee (von links), Peter Rautenschlein, Antje Hofmeister, Klaus-Dieter Blohm und Helmut Wensing vom Freundeskreis Burg Warberg. 

Joachim Isensee (von links), Peter Rautenschlein, Antje Hofmeister, Klaus-Dieter Blohm und Helmut Wensing vom Freundeskreis Burg Warberg. 

Foto: Melanie Specht

. Vernagelte Fenster und ein marodes Mauerwerk. Katastrophal, so lässt sich der Zustand der Oberburg Warberg vor 1998 wohl am ehesten beschreiben. Alte Fotos lassen erahnen, wie aussichtslos eine Restaurierung des historischen Kerns damals erschien. Zu aufwendig, zu teuer. Es wäre am einfachsten gewesen, die Oberburg abzureißen. Doch diese Option kam für eine Handvoll engagierter Bürger aus und um Warberg nicht infrage. Das Ensemble aus Unter- und Oberburg wäre für immer zerstört gewesen, blickt Joachim Isensee zurück.

Gemeinsam mit Peter Rautenschlein und weiteren Mitstreitern gründete er 1998 den Freundeskreis Burg Warberg e.V. mit dem Ziel, die Burg in Gänze zu erhalten und mit Leben zu füllen. Sie sei mehr als nur ein architektonisches Wahrzeichen, betont der Verein. Sie sei zudem ein geschichtlich bedeutsames und identitätsstiftendes Bauwerk für unsere Region.

Doch bevor es etwas zum Erhalten gab, musste die Oberburg erst einmal wieder aufgebaut werden, Stein um Stein.

Binnen kürzester Zeit gewann der Freundeskreis weitere Mitstreiter, die sich aktiv oder über Mitgliedsbeiträge und Spenden für das Vorhaben einsetzten und die Burg Warberg bis heute mit außerordentlichem Engagement im Hinblick auf bauliche und vor allem kulturelle Projekte unterstützen. Über 700 Mitglieder zählt der Verein derzeit.

Unter dem Motto „Wenn viele Menschen Kleines tun, kann großes entstehen“ gelang nach zehn Jahren Aufbauarbeit und mit einem Eigenleistungsanteil von 90 Prozent die vollständige Sanierung der Oberburg vom Gewölbekeller bis zur Turmspitze. Durch Aktionen wie „Ein Millimeter Burgturm für 35 DM“ konnte dieser sogar um drei Meter erhöht werden.

Es folgten weitere Baumaßnahmen in der Burg und auf dem Gelände: neue Gästezimmer, der Ausbau der Tagungsräume oder die Neugestaltung des Burggartens.

Gemeinsam, lautet bis heute das geflügelte Wort des Vereins. Gemeinsam mit der Bundeslehranstalt Burg Warberg, Eigentümer der Burg, Vereinen, Institutionen und natürlich den Warbergern, auf die sich der Freundeskreis stets verlassen kann. Vor allem bei den zahlreichen kulturellen Events, die der Freundeskreis Burg Warberg initiiert. Nicht nur der historische Weihnachtsmarkt oder das Frühlingsfest ziehen die Menschenmassen auf die Burg, auch Kooperationsprojekte wie der SOS-Tag, Konzerte, die mittelalterliche Tafeley und die Oper auf der Burg haben diese längst zu einem kulturellen Magneten werden lassen. Dank des Freundeskreis Burg Warberg.

Und dessen außerordentliches Engagement scheint kein Ende zu kennen. So plane der Freundeskreis den Einbau einer neuen Klimatechnik in der ehemaligen Burgbrennerei, verrät der Vorsitzende Helmut Wensing. Zudem werde der Verein die Zusammenarbeit mit Schulen intensivieren, um die folgenden Generationen für Themen wie Nachhaltigkeit und Biodiversität zu sensibilisieren. Damit ist die Burg Warberg dank ihres Freundeskreis Burg Warberg mehr als nur eine augenfällige Hinterlassenschaft des Mittelalters in ausgezeichnetem Zustand. Sie ist ein Ort der Begegnung, der Gemeinsamkeiten schafft.

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