Gemeinsam-Preis: Wiebke Seifart hilft, wo sie kann

Wolfenbüttel.  Gemeinsam-Preis – die Kandidaten: Die 18-jährige Wolfenbüttelerin setzt sich für Jugendliche ein.

Hereinspaziert! Wiebke Seifart steht in der Tür der „Veränder-Bar“ in Wolfenbüttel. Die 18-Jährige hat sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass das selbstverwaltete Café als Treffpunkt für junge Menschen eingerichtet wird.  

Hereinspaziert! Wiebke Seifart steht in der Tür der „Veränder-Bar“ in Wolfenbüttel. Die 18-Jährige hat sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass das selbstverwaltete Café als Treffpunkt für junge Menschen eingerichtet wird.  

Foto: Jörg Kleinert

Still sitzen? „Kann ich nicht.“ Mal nichts tun? „Dann kribbelt es in den Fingern.“ Wiebke Seifart wirkt rastlos. Aber nicht getrieben rastlos. Die 18-Jährige ist eher umtriebig. Sich ehrenamtlich zu engagieren, das ist die Sache der Abiturientin am Theodor-Heuss-Gymnasium in Wolfenbüttel. „Ja, ich habe Freizeitstress“, sagt sie. „Andere daddeln zu Hause am Computer. Ich gehe lieber raus, um etwas zu lernen.“

Seifart hilft, wo sie kann. In ihrer Freizeit, in der Schule – und bald auch im Beruf. „Ich möchte Notfallsanitäterin werden“, sagt die Wolfenbüttelerin. Sie mag es, anderen zu helfen. Das war schon als Kind so. Bei der DLRG-Ortsgruppe Wolfenbüttel stand sie früh als Praktikantin am Beckenrand und beaufsichtigte den Schwimmunterricht, später wurde sie Schwimmtrainerin. „Ich bin da so reingerutscht.“ Heute ist sie Rettungsschwimmerin, passt bei Wasserveranstaltungen auf, dass niemandem etwas passiert. Regelmäßig fährt Seifart in Trainingslager, im vergangenen November nahm sie im australischen Adelaide an den „Livesaving World Championchips“, den Weltmeisterschaften im Rettungssport, teil. Für das Deutsche Rote Kreuz ist die Abiturientin zudem als Sanitäterin bei Eintracht-Heimspielen, beim Karneval in Braunschweig oder im Raffteichbad im Einsatz.

Früh engagierte sich Seifart (jugend)-politisch. Von 2014 bis 2016 saß sie im Wolfenbütteler Jugendparlament, parallel war sie für die Stadtjugendpflege aktiv. Als Parlamentarierin trieb sie die Gründung des Jugend- und Kulturcafés „Veränder-Bar“ mit voran, für die Jugendpflege kümmerte sie sich um die Sponsoren-Akquise für das überregional bekannte Summertime-Festival im Wolfenbütteler Seeliger-Park. Seifart sagt von sich, sie sei gut organisiert – und zwar im alten Stil. „Ich nutze Notizbücher.“ Bei ihr zu Hause würden zig davon herumliegen. In einem nur Songzeilen, die die Hobby-Singer-Songwriterin irgendwann mal verwenden möchte. In einem anderen hat sie Termine notiert. „Ich muss halt immer nur das passende Heft finden.“ Wird ihr alles zu viel, zieht sie sich zurück. Dann greift sie zur Gitarre, spielt die eigenen Songs. Ein eigenes Album, gemeinsam mit Keyboarder Nikka eingespielt, ist kürzlich erschienen. „Ich erzähle in den Liedern mein Leben“, sagt sie. Eins heißt zum Beispiel „Flaschenpost“. Es erzählt davon, dass man ständig durch die Welt strömt und links und rechts nicht viel mitbekommt. Seifart sagt von sich, dass sie die Seitenblicke behalten habe. Ihren Weg für die Zeit nach dem Abitur hat sie klar skizziert. Klappt es nicht mit der Stelle als Notfallsanitäterin, legt sie ein freiwilliges soziales Jahr ein. „Vielleicht irgendwo im Bereich Kultur. Die liegt mir am Herzen.“ jk

Am 4. Juni ehrt unsere Zeitung mit dem Braunschweiger Dom zum 16. Mal Menschen für ihr Bürgerengagement. Heute stellen wir die letzte Kandidatin für den Preis vor:

Name: Wiebke Seifart

Das Ziel: sich für Wolfenbüttels Jugendliche einsetzen

Kontakt: kontakt@wiebke-seifart.de

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