Warnetalbahn transportiert Sturmholz aus dem Harz

Klein Mahner.  Zehn Güterwaggons werden am Museumsbahnhof Klein Mahner zur Fahrt nach Schweden beladen.

Diese Waggons müssen beim Holzladen in Klein Mahner noch gefüllt werden. Kai Edelmann (von links), Jörg Nowak und Christian Wegmann am Umschlagplatz.

Diese Waggons müssen beim Holzladen in Klein Mahner noch gefüllt werden. Kai Edelmann (von links), Jörg Nowak und Christian Wegmann am Umschlagplatz.

Foto: Jörg David / Agentur Regio-Press

Kann die 15 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zwischen Salzgitter-Bad und Börßum noch mehr leisten als eine Museumsbahn rollen zu lassen? Am Montag war rund um den Museumsbahnhof Klein Mahner jedenfalls eine rege Verladetätigkeit zu beobachten.

Gleich zehn Waggons hat ein Dienstleister aus dem Ostallgäu dort gestern mit Holzstämmen beladen, vor allem Fichten und anderes Sturmholz aus dem Harz. „Wir haben die Idee der Reaktivierung nach mehr als 30 Jahren ohne Gütertransport auf der Warnetalbahn mit Jörg Nowak aus Klein Mahner entwickelt“, erklärt Kai Edelmann, Geschäftsführer der Tourismus und Warnetalbahn GmbH.

Das Tochterunternehmen der Dampflokgemeinschaft sowie Nowaks Forstbetrieb räumten auf den leeren Lagerflächen des früheren Güterbahnhofs erst einmal auf und planierten ihn, damit dort knapp 30 Sattelzüge mit Holzstämmen abladen können. Dabei fuhren die Lastkraftwagen über das RHG-Betriebsgelände, um die Bewohner der Teichstraße nicht unnötig zu belasten.

Das Holz, überwiegend verwertbarer Windbruch, stammt aus dem Harz. „Die Landesforsten brauchen dort nach den Stürmen immer noch Lagermöglichkeiten, um ihre Wälder zu räumen“, erklärt Nowak. Die in Klein Mahner binnen eines Tages umgeschlagene Ladung bildete Montagabend schon einen 260 Meter langen Güterzug.

In den Abendstunden kamen dann acht weitere Waggons aus Münchehof, so dass ein Güterzug von 1800 Tonnen, davon 1200 Tonnen Nutzlast, das Gleis der Museumsbahn belastete. Von Klein Mahner transportierte die Lok eines ostdeutschen Eisenbahnunternehmens den Güterzug dann zum Hafen Wismar.

„Dort werden die Harzer Stämme nach Schweden verschifft“, erklärte Jörg Nowak. Denn während die Harzer nach den Stürmen Holz im Überfluss haben, muss die schwedische Holzindustrie die Lücken füllen, die durch die riesigen Waldbrände in Skandinavien im Rekordsommer entstanden sind. Soviele Festmeter, erklärte Nowak weiter, habe man auf anderen Wegen nicht so schnell versenden können.

Die sonst von Personen-Sonderfahrten zehrenden Museumsbahner hoffen, dass alles klappt, und würden sich über weitere Aufträge freuen. Als gemeinnütziger Verein, dessen Mitglieder ehrenamtlich arbeiten, könnte die Dampflok-Gemeinschaft 41 096 zusätzliche Gelder immer gebrauchen. Alle Einnahmen werden ausschließlich zur Verwirklichung der Vereinsziele und zur Deckung der entstehenden Kosten verwendet. Die Vereinsmitglieder sorgen für die Instandhaltung der Gleise, die auch Groß Mahner, Gielde und Werlaburgdorf tangieren.

Die Aufarbeitung und der Betrieb der historischer Eisenbahnfahrzeuge wie der Gleisanlagen samt Weichen sind dabei Aufgaben, die von der Tourismus und Warnetalbahn GmbH zu erledigen sind.

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