Schmackhafte Pfannkuchen für die Salzgitteraner Hospizgäste

Salzgitter-Bad.  Nadja Eirich ist eine gute Seele und hat ein großes kulinarisches Herz. Egal ob Croissant oder Kartoffelpüree – sie erfüllt jeden Wunsch der Gäste.

Das Auge isst immer mit. Nadja Eirich ist es wichtig, wenn der Tisch zum Essen liebevoll gedeckt ist. Frisch gebacken: Kuchen gibt es im Hospiz fast täglich.

Das Auge isst immer mit. Nadja Eirich ist es wichtig, wenn der Tisch zum Essen liebevoll gedeckt ist. Frisch gebacken: Kuchen gibt es im Hospiz fast täglich.

Foto: Yvonne Weber

Ein Duft aus frischen Brötchen und Kaffee zieht durch den Flur des Hospizes Salzgitter. Am Ende des Ganges im warmen Licht der Morgensonne steht Nadja Eirich – ein Lächeln im Gesicht, die Kaffeekanne fest im Griff und fragt „Auf was haben Sie heute Appetit?“

Die Pflegehelferin und Alltagsbegleiterin ist die gute Seele hier. Ein Gast, so werden die Bewohner genannt, bekommt ein lauwarmes Croissant. Das hat Nadja Eirich extra nur für ihn vom lokalen Bäcker mitgebracht. Mit Butter und Erdbeermarmelade ist es für die Seniorin aus Zimmer fünf ein Genuss an diesem Dienstagmorgen. Ein anderer Gast bekommt sein geliebtes Kartoffelpüree mit extra viel guter Butter: „Nadja ist unglaublich zuvorkommend und immer für einen da.“

Nadja Eirich: „Wenn die Menschen glücklich sind, bin ich es auch.“

Mit ihrer warmherzigen Art, ihrer verständnisvollen Geduld und ihrer Fürsorge für die Sterbenskranken ist die Alltagsbegleiterin nicht mehr wegzudenken. „Ich verwöhne nicht. Ich möchte die Menschen einfach glücklich machen. Egal wie. Und wenn es nur mit einem frisch gebackenen Kartoffelpuffer ist. Wenn sie glücklich sind, bin ich es auch“, beschreibt sie ihre Arbeit.

Dabei hatte es die heute 60-Jährige nie leicht im Leben. Krieg und Abschied bestimmten in jungen Jahren ihren Alltag in Kasachstan. 1990 floh die gelernte Schneiderin mit ihren beiden Kindern nach Deutschland und arbeitete alleinerziehend unter anderem als Produktionshelferin und Haushälterin.

Montags bis freitags, manchmal auch am Wochenende, ist sie für die Gäste da

Nach einem Praktikum im Hospiz 2015 wurde sie angestellt. Nun ist sie Montag bis Freitag, gelegentlich auch am Wochenende, für ihre Gäste da. Und das nicht nur am Bettrand als Zuhörerin oder zum Teller anreichen. Nadja Eirich liebt es, für ihre Schützlinge in der Küche zu wirbeln und ihnen den Tag mit einer leckeren Mahlzeit zu versüßen. Und die schmeckt nicht nur gut, sondern sieht besonders schön aus.

„Essen ist sehr wichtig und eine Kultur für sich. Es darf nicht zu viel, nicht zu wenig auf dem Teller liegen. Es muss schön angerichtet sein, gut riechen und es gehört auch poliertes Besteck dazu. Das Herz muss sich einfach freuen“, erzählt Nadja Eirich mit strahlenden Augen. Ihr Anspruch ist es auch, die der Gäste zum Leuchten zu bringen. Dabei seien es eher die simplen Gerichte, die sich die Sterbenskranken an ihren letzten Tagen aus ihrer Küche wünschen. „Der Mensch wird dann ganz einfach. Oft wollen sie noch einmal ein Spiegelei, Kartoffelbrei oder einen Pfannkuchen schmecken. Fleisch kommt da fast nie vor“, berichtet die Lebenstedterin.

Gemeinschaft spielt eine große Rolle

Sie ist nie nur Köchin, sondern immer die gute Seele am Tisch. Oft isst sie und die Krankenschwestern mit den Gästen mit. Dabei spiele die Gemeinschaft eine wichtige Rolle am großen Esstisch mitten in der Hospizküche. Auch zuhause sei es das Schönste, wenn die Tafel mit Mann Paul, den Kindern, Schwieger- und Enkelkindern mit Leben erfüllt wird. Leckeres Essen, schönes Geschirr und gute Gespräche sind selbstverständlich. Das Leben genießen. Mit all seinen Sinnen. Und sich an den Kleinigkeiten des Tages erfreuen. Das liegt Nadja Eirich im Blut. Und gäbe es nicht Corona, man könnte sie herzen und dankbar umarmen für diese liebenswerte Art den Menschen so entgegenzutreten.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder