Umfrage in Lebenstedt

Sehen sich die Salzgitteraner die WM im Fernsehen an?

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Wir haben Stephanie Clomann (von oben, links, im Uhrzeigersinn), Pauline Kamber, Christian Pätzold und Rasgar Salihi zur WM in Katar befragt

Wir haben Stephanie Clomann (von oben, links, im Uhrzeigersinn), Pauline Kamber, Christian Pätzold und Rasgar Salihi zur WM in Katar befragt

Foto: Jürgen Runo (Collage) / Rudolf Karliczek (Fotos)

Lebenstedt.  Fiebern die Salzgitteraner bei der Fußball-WM vor den Fernsehgeräten mit? Das wollten wir wissen und haben uns in Lebenstedt umgehört.

Jetzt wird es spannend: Die Fußball-Nationalmannschaft steigt bei der Weltmeisterschaft in Katar ins Turnier ein. Am Mittwoch, 14 Uhr, heißt der erste Gegner Japan. Wir wollten wissen, ob die Salzgitteranerinnen und Salzgitteraner angesichts der Menschenrechts-Diskussionen und der Korruptionsvorwürfe die WM in Katar im Fernsehen verfolgen. Wir haben uns in der Lebenstedter Fußgängerzone umgehört. Die Ergebnisse:

WM ansehen oder boykottieren? Wir haben uns in Salzgitter umgehört

Stephanie Clomann habe sich noch nicht entschieden, ob sie die WM gucken werde. „Ich bin nicht ganz so begeistert von der WM“, sagt die 42-jährige Lebenstedterin. Ein Grund sei, dass in Katar Homosexualität verboten sei. Dass die Spieler die „One Love“-Kapitänsbinde nicht tragen dürften, sei ein weiterer Faktor. „Das sollten die Spieler selbst entscheiden dürfen. Dass sie sich jetzt an die Fifa-Entscheidung halten müssen und sonst sanktioniert werden, ist nicht richtig.“ Schwierig sei auch, dass Katar gegen Menschenrechte verstoße. Und: „Außerdem hätte die WM im Sommer stattfinden müssen. Da habe ich sie in den vergangenen Jahren auch noch gerne geguckt. Jetzt aber weiß ich noch nicht, ob ich die Deutschlandspiele gucken werde.“

Rasgar Salihi, 19 Jahre alt und ebenfalls aus Lebenstedt, sagt: „Wenn ich ehrlich bin, war ich kurz davor, diese WM zu boykottieren, aber ich finde es ein bisschen schade. Dort sind viele junge Menschen, die hart für ihre Ziele gekämpft haben. Zum Beispiel der iranische Torwart Alireza Beiranvand. Er hat sich vom Obdachlosen zum WM-Keeper hochgearbeitet. Deswegen tut es mir weh, dieser WM keine Beachtung zu schenken. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, die Ergebnisse im Internet zu recherchieren und Highlights auf YouTube anzuschauen. Zur Einschaltquote trage ich so nicht bei.“

Ein großer Nachteil dieser WM in Katar: Sie wird im Winter ausgetragen

Pauline Kamber wird die WM nicht ansehen. Aber: „Vielleicht werde ich die Deutschlandspiele ein wenig verfolgen. Andererseits bin ich aber dieses Jahr nicht so in der Stimmung, die WM zu schauen“, sagt die 19-Jährige aus Üfingen. Bei den Weltmeisterschaften zuvor habe sie gerne im Sommerurlaub viele Spiele geschaut.

Ganz anders sieht Christian Pätzold, 57 Jahre, aus Westerlinde, die Sache: „Ich schaue die WM, denn ich habe damit keine Probleme. Warum sollte ich sie nicht schauen? Allerdings habe ich das erste Spiel verpasst. Sonst habe ich die WM immer geschaut. Das war für mich Pflicht, man fiebert schließlich mit seinem Land und will Weltmeister werden.“

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