Schicksal der Brandhäuser in Salzgitter-Bad noch unklar

Salzgitter-Bad.  Nach dem Feuer am Klesmerplatz bleibt fraglich, was mit den Häusern passiert. Die Polizei vermutet den Brandherd indes im Anbau des Eckhauses.

Der Klesmerplatz (damals Bankplatz) aus dem Jahr 1964. Das Gebäude auf der rechten Seite ist das ehemalige Bankhaus Sievers. 

Der Klesmerplatz (damals Bankplatz) aus dem Jahr 1964. Das Gebäude auf der rechten Seite ist das ehemalige Bankhaus Sievers. 

Foto: Privatarchiv Knöß / Stadtbildstelle

In den Dächern klaffen Brandlöcher, Dachziegel liegen auf dem Boden. Eine Absperrung schützt Passanten weiterhin vor der Gefahr, dass die Häuser zusammen stürzen. Nach dem Brand auf dem Klesmerplatz ist derzeit nicht klar, was mit den Gebäuden passiert: Abriss oder Sanierung? Ein Heimatforscher, der in unserer Zeitung nicht namentlich genannt werden möchte, kennt die Häuser und deren Geschichte. „Die betroffenen Gebäude stehen unter Ensembleschutz, das bedeutet sie könnten auch abgerissen werden“, so der Heimatforscher. Allerdings müsse die Fassade wieder so gestaltet werden, dass sie sich ins Stadtbild einfügt.

Dies wäre dann auch der Fall beim Haus von Dietlinde Weber in der Marktstraße 4. Sie ist ehemalige Inhaberin der Parfümerie Weber und Eigentümerin des Hauses. „Mein Haus steht nicht unter Denkmalschutz“, sagt Weber. Doch, wie sie das Haus wieder aufbaue, wisse sie noch nicht. Sie hat sich einen Architekten gesucht, der sie bei der Sanierung oder einem Neuaufbau unterstützt. „Wir warten auf Vorgaben der Stadt“, sagt Weber. Einer ihrer Mieter habe ihr mitgeteilt, dass im Obergeschoss des Hauses Stützen eingezogen werden sollen. „Ich denke, die Decken sind instabil“, sagt die Eigentümerin. Nun wartet sie auf einen Termin mit dem Statiker. „Bislang haben wir noch keine Nachricht von der Stadt dazu bekommen“, so Weber.

Über brennende Häuser am Klesmerplatz und in der Marktstraße weiß der Heimatforscher einiges zu berichten. „Die Fachwerkhäuser waren einst mit Stroh bedeckt. „Als in der Altstadt noch Salz gesotten wurde, kam es häufig zu Funkenflug“, sagt der Heimatforscher. Das löste auch mehrfach Brände an den Fachwerkhäusern am Klesmerplatz aus.

In dem Eckhaus, in dem sich das Café Zeit ansiedelte, waren einst verschiedene Drogerien ansässig. Gebaut wurde es im 19. Jahrhundert. „Das Haus, indem die Parfümerie Weber ansässig ist, stammt etwa aus dem Jahre 1730. Dort waren von 1800 bis 1990 immer wieder Konfektionsgeschäfte“, sagt der Heimatforscher. Der Anbau hinter dem Eckhaus ist das neueste Gebäude. Auch dieses wurde beim Brand beschädigt.

Die Häuser in der Warnestraße waren einst getrennte Gebäude mit einem eigenen Eingang“, sagt der Heimatforscher. Dass das Feuer so schnell auf andere Häuser übergreifen konnte, liege auch daran, dass es keine Brandschutzmauern zwischen den Häusern gebe.

Die Ermittlungen zum Brand laufen indes weiter. Die Polizei will am Mittwoch gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk Teile des Dachstuhls von einem der Häuser abnehmen. „Wir vermuten, dass dass Feuer dort ausgebrochen ist“, sagt Polizeisprecher Frank Oppermann.

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