Grizzlys-Rückblick: „Hatte das Gefühl, es geht in die Hose“

Wolfsburg.  Christoph Höhenleitner erinnert sich in Folge 5 der Serie an das letzte Saisondrittel des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten und an sein Jubiläum.

Christoph Höhenleitners Jubiläum in Köln.

Christoph Höhenleitners Jubiläum in Köln.

Foto: Privat / Verein

Nach 686 DEL-Spielen tritt Christoph Höhenleitner (36) als Rekordspieler der Grizzlys ab. Von 2007 bis jetzt trug er das Trikot des Eishockey-Erstligisten, war der dienstälteste Profi. Seine 13. war die letzte Saison für Wolfsburg als Spieler. Von dieser und seiner großartigen, 803 Erstliga-Partien umfassenden Karriere berichtet er zum Abschied in dieser Serie.

Heute in Teil 5 spricht „Höhi“ über die Chance auf Platz 6 im letzten Saisondrittel und besondere Momente.

Aufgezeichnet von Christian Buchler

Mittlerweile hatten wir Mitte Januar, und nach einem Null-Punkte-Wochenende mit einem bitteren 1:7 gegen Ingolstadt und einem 2:3 in Mannheim sowie einem folgenden 1:5 in Straubing standen wir als Tabellenneunter mit 49 Punkten nur einen beziehungsweise zwei Zähler besser da als der Zehnte Augsburg beziehungsweise der Elfte Nürnberg. Und beide Konkurrenten hatten eine Partie weniger absolviert als wir. Unsere Play-off-Teilnahme war akut in Gefahr.

Allerdings begann dann die schönste Phase der Saison. Aus den folgenden neun Spielen holten wir acht Siege und verloren bei der einzigen Niederlage auch erst nach Penaltyschießen mit 1:2 in Düsseldorf. Nach dem 5:1-Heimsieg am 21. Februar gegen Krefeld hatten wir den Anschluss an Platz 6 hergestellt und waren zum Sprung direkt ins Viertelfinale bereit.

Aber um ehrlich zu sein: Zwischenzeitlich war unsere Leistungskurve schon wieder etwas nach unten gegangen. Das schlug sich nur noch nicht in den Ergebnissen nieder. Wenn man einen Lauf hat, ist Selbstvertrauen da und man gewinnt auch Spiele, obwohl man nicht unbedingt die bessere Mannschaft ist.

Mit dem 0:5 verlorenen Match bei den Kölner Haien folgten bis Hauptrunden-Ende fünf Niederlagen am Stück, mit denen wir uns um die direkte Viertelfinalqualifikation brachten. Der Tag war irgendwie wie gemacht für die Kölner. Die hatten zwar 17-mal in Folge verloren, aber auch mit Uwe Krupp einen neuen Trainer und wollten unbedingt vermeiden, einen neuen DEL-Negativserien-Rekord aufzustellen. Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass es in die Hose geht. Schade, dass es ausgerechnet mein 800. DEL-Spiel war. So wurden wir am Ende Neunter und hätten Pre-Play-offs gegen Nürnberg gespielt, wenn Corona nicht ausgebrochen wäre.

Die Saisonabsage gehörte neben dem ärgerlichen Spielausgang an meinem Jubiläum, meiner zehn Spiele dauernden Verletzungspause und zweier Spiele, die ich aus dem Kader gestrichen wurde zu den Momenten zum Vergessen. Aber es gab auch schöne Augenblicke. Klar, unsere Serie von acht Siegen aus neun Spielen gehört dazu. Auch mein Tor direkt beim Comeback nach Verletzungspause beim 2:4 gegen Nürnberg am 25. Oktober. Dass ich mehr als 800 Spiele gemacht habe in meiner Karriere, ist toll. Aber erst die 1000 ist eine Zahl bei der ich wow sage. So wie beim Jubiläum meines Kollegen Sebastian Furchner. Das war auch für mich ein besonderer Moment.

Lesen Sie am Donnerstag in Folge 6: Nach 13 Jahren bei den Grizzlys – das ist mein ganz persönliches All-Star-Team.

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