Grizzlys Wolfsburg holen Schweden-Kraftpaket Max Görtz

Wolfsburg.  Das Skandinavier-Quartett der Grizzlys ist voll. Wolfsburgs Eishockey-Erstligist ist sich einig mit Stürmer Max Görtz. Das ist der Widing 2.0.

Max Görtz vervollständigt das Skandinavier-Quartett der Grizzlys. Der schwedische Außenstürmer kommt aus Malmö nach Wolfsburg.

Max Görtz vervollständigt das Skandinavier-Quartett der Grizzlys. Der schwedische Außenstürmer kommt aus Malmö nach Wolfsburg.

Foto: imago images/Bildbyran

Erstmals in ihrer Geschichte setzen die Grizzlys auf ein komplettes Skandinavien-Quartett! Mit Mathis Olimb hatten sie bereits einen Norweger. In der Sommerpause waren zudem der Däne Phillip Bruggisser und in dieser Woche der Finne Matti Järvinen hinzugekommen. Aber auch einen Schweden hat sich der Wolfsburger Eishockey-Erstligist nach Informationen unserer Zeitung bereits geangelt: Stürmer Max Görtz (27) von den Malmö Redhawks.

Manager Charly Fliegauf hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass er auf der Suche nach einem körperlich starken und kräftigen Rechtsaußen ist. Diese Eigenschaften bringt Görtz auf jeden Fall mit. 1,89 Meter groß und 91 Kilogramm schwer ist der Rechtsschütze. Mit seinem Ex-Arbeitgeber Malmö wurde er 2019/2020 Hauptrunden-Neunter in der schwedischen Top-Liga SHL und kam auf 9 Tore, 6 Assists und einen Plus-Minus-Wert von -4.

Ähnlich wie Järvinen beim finnischen Tappara Tampere war Görtz in seiner Heimat eher ein Rollenspieler, der für eine hohe Leistungsdichte im Kader sorgte. Mit seiner Klasse hat er in der DEL bei den Grizzlys die große Chance, mehr Verantwortung als bisher zu übernehmen. Auf die Linksverteidiger der Gegner kommen harte Zeiten zu. Mit Spencer Machacek (1,85 Meter, 92 Kilogramm) haben die Wolfsburger bereits einen physisch sehr starken Rechtsaußen im Kader. Im Gegensatz zu ihnen lebt der pfeilschnelle Franzose Anthony Rech auf dem rechten Flügel eher von seiner Wendigkeit – sie ergänzen sich top.

Aber Görtz ist keineswegs ein ungelenker Kraftprotz. In Schweden schätzen sie zu vorderst seine Schnelligkeit und seinen guten Antritt. Der im Örtchen Höör, 50 Kilometer nordöstlich von Malmö gelegen, geborene Südschwede durchlief die Jugend-Teams der Redhawks und war auch durchgängig Junioren-Nationalspieler seines Landes. Ein A-Länderspiel absolvierte er jedoch nie. Mit 18 wechselte er zur Saison 2011/12 nach Karlstad zu Färjestad BK, wo er sein SHL-Debüt feierte.

Im Winter 2014 ging es für ihn weiter zum Frölunda HC, wo er nach starken Leistungen für den nordamerikanischen Markt entdeckt wurde. Sein zweijähriges Gastspiel für die Milwaukee Admirals und San Diego Gulls (2015 bis 2017) verlief sportlich eher enttäuschend, so dass es in heim nach Malmö zog. Dort spielte er in den vergangenen drei Jahren mit gutem Erfolg. Mit Malmö (zweimal) und zuvor bereits mit Frölunda (einmal) nahm er insgesamt dreimal auch an der Champions Hockey League (CHL) teil und kam dort auf zusammen 28 Einsätze, 12 Tore und 11 Assists.

Görtz erinnert ein wenig an seinen Landsmann Daniel Widing, der 2015/2016 das Grizzlys-Trikot trug. Allerdings ist er sechs Jahre jünger, als es der damals schon 33-jährige Widing bei seinem Wechsel nach Wolfsburg war, und nicht ganz so bullig. Widing brachte es seinerzeit auf 62 Spiele (inklusive Play-offs) sowie 18 Tore und 16 Assists. In der zweiten Saisonhälfte baute er jedoch stark ab.

Vielleicht ja, weil ihm als einzigem Skandinavier im Team die richtige Gesellschaft fehlte... Daran sollte es Görtz auf keinen Fall mangeln. Neben Norweger Olimb, Däne Bruggisser und Finne Järvinen verfügen die Grizzlys in Petteri Väkiparta und Ilari Näckel über zwei finnische Assistenztrainer sowie in Stef Jonsson über einen sogar schwedischen Zeugwart. Möglich, dass Görtz dann mal länger bleibt als nur ein Jahr wie Widing oder vergangene Saison der enttäuschende Alexander Johansson. Erst einmal dürfte aber auch Görtz nur einen Ein-Jahres-Vertrag bekommen, vielleicht mit Option.

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