Eintracht will Freitag den Tabellenführer schlagen

Braunschweig  Löwen-Trainer Torsten Lieberknecht fordert entschlossenes Zweikampfverhalten gegen Holstein Kiel. Es werden 21 000 Zuschauer erwartet.

In Ingolstadt haben die Löwen Selbstvertrauen zurückgewonnen. Suleiman Abdullahi, der hier für sein 1:0 gefeiert wird, machte es vor.

Foto: Armin Weigel/dpa

In Ingolstadt haben die Löwen Selbstvertrauen zurückgewonnen. Suleiman Abdullahi, der hier für sein 1:0 gefeiert wird, machte es vor. Foto: Armin Weigel/dpa

Torsten Lieberknecht antwortet gern ausführlich, relativiert vorsichtig, umschreibt schon mal, um nicht zu konkret zu werden. Doch auf die Frage, ob die Leistung seiner Mannschaft beim überraschenden 2:0-Sieg am Montagabend beim FC Ingolstadt ausreiche, um auch am Freitag daheim gegen Holstein Kiel zu gewinnen, kommt der Trainer des Fußball-Zweitligisten Eintracht Braunschweig mit einem einzigen Wort aus: „Nein.“

Holstein Kiel, der Aufsteiger, ist am letzten Spieltag der Hinrunde alles andere als ein Neuling, ein Auszubildender im Profi-Fußball. Die „Störche“, wie sie genannt werden, sind die Überraschungsmannschaft der Saison, sie sind Tabellenführer. 9 Siege, 5 Remis, nur 2 Niederlagen und das alles bei 36 erzielten Toren und 32 Punkten – was für eine Bilanz.

„Kiel steht völlig verdient an der Spitze, die Mannschaft hat sich stetig weiterentwickelt“, lobt Lieberknecht, „mir fallen da nur Superlative ein.“

Eintracht hat mit Holstein ja schon einmal in dieser Saison die Klingen gekreuzt. In der ersten Runde des DFB-Pokals gab es ein 1:2 für die Löwen. „Nach diesem Sieg sind die Kieler dann so richtig ins Rollen gekommen“, erinnert sich Lieberknecht, auch wenn das Potenzial der Mannschaft schon an diesem Augustabend zu erkennen gewesen sei.

Was dem Eintracht-Trainer vor allem in Erinnerung geblieben ist von dem Aus in der ersten Pokalrunde, ist das Zweikampfverhalten seiner Löwen. „Da müssen wir ganz anders auftreten. Im Pokalspiel hatten wir zuweilen Körperkontakt wie ein Regenwurm“, sagt Lieberknecht schmunzelnd. Wer so harmlos und körperlos wie damals in Zweikämpfe gehe, der könne nicht gewinnen. „Da ist dann auch das taktische System völlig wurscht. Wir brauchen am Freitag die nötige Vehemenz.“

Die wollen die Löwen gegen den Tabellenführer natürlich aufbringen, haben sie sie nach langer Durststrecke und dem Fall auf den viertletzten Tabellenplatz doch in Ingolstadt auf den Rasen gebracht und somit die Grundlage zum Befreiungsschlag gelegt.

Um die volle Leistungskraft zurückzugewinnen und die Akkus voll aufzuladen, hat die Eintracht in der kurzen Woche vor allem auch Regeneration großgeschrieben, ja sogar einen freien Tag gemacht. „Damit sind wir in den letzten englischen Wochen immer gut gefahren“, sagt Lieberknecht. Dafür standen am Donnerstag zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Personell steht außer Ken Reichel (Gelb-Sperre) der Kader zur Verfügung, der in Ingolstadt triumphierte. Auch Kiels Trainer Markus Anfang, der seit Tagen als Nachfolger von Peter Stöger beim 1. FC Köln gehandelt wird, wird um Umstellungen in der Abwehr nicht herumkommen. „Unsere Aufgabe ist es, unser Spiel durchzubringen. Wir dürfen nicht die Ordnung verlieren und müssen sehr konzentriert sein“, sagt er. Braunschweig habe eine wahnsinnig variable Mannschaft, die in der Lage sei, zwischen verschiedenen Systemen zu wechseln, habe ein gutes Umschaltspiel. „Sie hat das Potenzial und die Qualität, um oben in der 2. Liga mitzuspielen.“

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