Die Braunschweiger Mauer steht

Braunschweig.  Die Eintracht ist in den vergangenen Spielen dabei, den Ruf von der Schießbude der 3. Liga hinter sich zu lassen. Die Defensive funktioniert.

Benjamin Kessel (links) stoppt Zwickaus Orrin Gaines II.

Benjamin Kessel (links) stoppt Zwickaus Orrin Gaines II.

Foto: Gabor Krieg / imago/Picture Point

So richtig schön anzuschauen war es ja nicht, was Eintrachts Braunschweigs Drittliga-Fußballer am Montagabend in Zwickau zeigten. In den ersten 45 Minuten verzeichneten die Löwen so gut wie keine Offensivaktion. Nach der Pause wurde es zwar besser, ein spielerisches Feuerwerk brannten die Blau-Gelben aber auch nicht ab. Doch das dürfte ihnen ziemlich egal sein – zu Recht. Denn das Ergebnis in Zwickau stimmte. Mit dem 1:0 feierten die Braunschweiger einen wichtigen Auswärtserfolg, verließen erstmals seit dem zehnten Spieltag den letzten Tabellenplatz und nährten die Hoffnung, dass die Saison für die Eintracht doch ein glückliches Ende nimmt.

Mit zwei Siegen in zwei Spielen 2019 bestätigen die Löwen ihren Aufwärtstrend, der kurz vor der Winterpause mit dem 1:0 im letzten Hinrundenspiel bei Energie Cottbus einsetzte. Was dabei auffällt: Die Eintracht ist als Mannschaft besser, kompakter, gefestigter geworden. Es ist aber besonders die Defensivarbeit, die die Grundlage für den aktuellen Aufschwung bildet. Mit 39 Gegentoren sind die Löwen zusammen mit Fortuna Köln immer noch die Mannschaft, die die meisten Tore kassierte. Allerdings sind sie gerade dabei, ihren Ruf als Schießbude der Liga hinter sich zu lassen, denn seit einigen Spielen steht die Braunschweiger Mauer. In den vergangenen vier Partien spielten die Blau-Gelben dreimal zu null, kassierten nur beim 1:1 in Karlsruhe ein Gegentor. Der Lohn: Zehn von zwölf möglichen Punkten in diesem Zeitraum und Platz 3 in der Tabelle der Rückrunde, die mit dem Spiel beim KSC begann.

Während sich Offensivspieler in der Regel vor allem über eigene erzielte Tore definieren, ist der Stolz der Braunschweiger Abwehrrecken über den Fortschritt in der Defensive groß. „Wir wollten in Zwickau vor allem hinten sicher stehen und sind froh, dass uns das gelungen ist“, sagt Steffen Nkansah, der sich seit André Schuberts Amtsantritt als Eintracht-Coach zum Abwehrchef der Löwen entwickelt hat. „Als Abwehrspieler will man immer zu null spielen. Aber man muss auch sagen, dass Jasmin Fejzic in Zwickau super gehalten hat“, reicht Nkansah die Komplimente für das nächste Zu-Null-Spiel an Eintrachts Schlussmann weiter.

Nkansah hat zusammen mit seinen Nebenleuten in der Abwehr aber ebenfalls einen großen Anteil daran, dass es bei den Braunschweigern hinten nicht mehr so oft klingelt. Ob als Dreier- oder als Viererkette, Eintracht steht mit Nkansah in der Mitte stabil. Neben ihm entwickelt sich Robin Becker zu einer weiteren wichtigen Stütze, Niko Kijewski beackert die linke Seite und hinten rechts präsentiert sich Rückkehrer Benjamin Kessel als Verstärkung. „Eine gute Defensive ist immer die Grundlage, aber das schließt auch die Arbeit unserer Offensivspieler gegen den Ball mit ein. Es ist ein geiles Gefühl, wenn man weiß, dass sich alle reinhauen und jeder alles gibt“, freut sich Nkansah, dass seine Mannschaft zu mehr Geschlossenheit gefunden hat.

In den nächsten Spielen wird die weiterhin nötig sein. Trotz der positiven Serie sind es weiterhin drei Punkte, die die Braunschweiger vom ersten Nichtabstiegsplatz trennen. Nkansah und Co. müssen ihre erfolgreiche Arbeit also fortsetzen, wenn es mit dem Klassenerhalt klappen soll. Deshalb tritt Trainer Schubert auf die Euphoriebremse. „Wir müssen nur auf die Tabelle schauen, dann wissen wir alle Bescheid. Es gibt keinen Grund nachzulassen“, sagt er. Aber wenn Braunschweigs Abwehrspieler in den nächsten Wochen so weitermachen wie bisher, werden sie sich wohl noch über ein paar Zu-Null-Spiele freuen können.

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