Kämpfen über jeden Krampf hinaus

Braunschweig.  Bis zur Erschöpfung kämpfte die Eintracht in Kaiserslautern. Nun gilt es, bis Sonntag die Akkus wieder aufzuladen.

Eintrachts Spieler feiern den Punkt in Kaiserslautern.

Eintrachts Spieler feiern den Punkt in Kaiserslautern.

Foto: imago images / Werner Schmitt

Es gab schon einmal bessere Spieltage für Eintracht Braunschweig in der 3. Fußball-Liga. Mit Energie Cottbus und dem VfR Aalen haben gleich zwei direkte Konkurrenten der Löwen im Kampf um den Klassenerhalt wichtige und überraschende Siege bei Top-Teams gefeiert. Die Cottbuser sind durch den Erfolg in Halle sogar wieder in der Tabelle an den Braunschweigern vorbeigezogen.

Trotzdem ist die Zuversicht bei den Blau-Gelben, den Abstiegskampf erfolgreich zu überstehen, durch das 0:0 in Kaiserslautern eher gewachsen . Das hängt sicherlich mit der unberechtigten Roten Karte für Nils Rütten nach 22 Minuten zusammen , die den Spielverlauf stark beeinflusste. „Wenn man auf die anderen Ergebnisse schaut, dann war es ein Punktgewinn“, sagt deshalb Abwehrspieler Steffen Nkansah. Die Löwen mussten froh sein, dass sie überhaupt etwas aus der Pfalz mitgenommen haben. Ihm und seinen Kollegen wären zwar drei Zähler lieber gewesen, doch angesichts der 70 Minuten in Unterzahl war das 0:0 für die Blau-Gelben ein gefühlter Sieg „Der ganzen Mannschaft muss man ein Kompliment machen, wie sie verteidigt hat. Am Ende haben sich drei von uns mit Krämpfen über den Platz gequält, haben aber weiter gekämpft. Das ist wichtig in unserer Situation“, glaubt Nkansah, dass die Braunschweiger aus dieser Nullnummer viel moralische Stärke ziehen werden.

Die kann die Eintracht gut gebrauchen, denn in der englischen Woche bleibt wenig Zeit für Training und große taktische Analysen. Mit Meppen steht am Sonntag die nächste schwere Herausforderung vor der Tür. Vor dem Hinspiel hatte der SV als Schlusslicht noch hinter der Eintracht in der Tabelle gestanden, nun ist er Siebter und aus den gröbsten Abstiegssorgen raus.

Eine entscheidende Frage wird sein, wie sich die Löwen von dem Kraftakt in der Pfalz erholen. Nicht nur durch die lange Unterzahl stieß die Eintracht-Elf an Grenzen. Viele Spieler waren zuletzt wegen Krankheiten angeschlagen oder fehlten. Trainer André Schubert kann die Frage, wer ihm am Sonntag zur Verfügung steht, deshalb noch nicht beantworten. „Da müssen wir abwarten und schauen wie sich die Lage entwickelt“, sagt der Coach, der vor allem auf die Rückkehr von Routinier Bernd Nehrig hofft. Der 32-Jährige könnte dann wieder die Rolle übernehmen, für die in Lautern Nils Rütten vorgesehen war. Der wird gegen Meppen wegen seiner Roten Karte fehlen. Genauso wie Yari Otto, der seine fünfte Gelbe Karte sah und ebenfalls gesperrt ist.

Deshalb wird in den nächsten Tagen Regeneration das A und O sein. Trainer Schubert war daher froh, dass es für ihn und seine Mannschaft am Mittwochabend nach dem Spiel nicht gleich zurück in die Löwenstadt ging. Der Eintracht-Tross machte nach einem Drittel des Weges Halt für eine Übernachtung. „So kommen wir wenigstens nicht mitten in der Nacht an und können uns besser regenerieren“, erklärt Schubert. Da sollte aktuell für seine Spieler wichtiger sein als eine Nacht im eigenen Bett.

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