Eintracht Braunschweig meldet ihre U23-Mannschaft ab

Braunschweig.  Nach dieser Saison ist Schluss. Dann ist die 2. Mannschaft von Eintracht in der Oberliga Geschichte. Aus Kostengründen wird das Team abgemeldet.

Trainer Deniz Dogan wird nur noch bis Saisonende mit der U23 am Spielbetrieb teilnehmen.

Trainer Deniz Dogan wird nur noch bis Saisonende mit der U23 am Spielbetrieb teilnehmen.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

Es hatte sich in den vergangenen Monaten angedeutet, trotzdem sind es harte Einschnitte, die Eintracht Braunschweig in den nächsten Tagen verkünden wird. Aufgrund des Spardrucks steht beim Fußball-Drittligisten vieles auf dem Prüfstand. Dazu gehört auch die U23, die aktuell in der Oberliga spielt. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Entscheidung über die Zukunft des Nachwuchsteams bereits gefallen. Die Mannschaft wird zum Ende der Saison vom Spielbetrieb abgemeldet.

Am Dienstagabend wurden die Nachwuchsfußballer von Trainer Deniz Dogan informiert, dass es für den Großteil von ihnen ab Juli keine Zukunft mehr bei der Eintracht gibt. Durch den Rückzug des Profiunterbaus sparen die Blau-Gelben geschätzt 800.000 Euro. Geld, das die Löwen in der nächsten Spielzeit gut gebrauchen können.

In der aktuellen Saison steuert der Klub nach dem Abstieg aus der 2. Liga auf einen Verlust von fünf bis sechs Millionen Euro zu. Wegen des Ziels Wiederaufstieg waren die Löwen mit einem der höchsten Etats der 3. Liga gestartet. Aufgrund der hohen Eigenkapitalquote stellt das für die Eintracht noch kein Problem dar. Klar ist aber, dass die Braunschweiger sich eine weitere Spielzeit mit so einer finanziellen Bilanz nicht erlauben können. Es muss also gespart werden, selbst wenn der Klassenerhalt am Ende geschafft wird.

Durch die Wechsel von Spielern mit gut dotierten Verträgen wie Christoffer Nyman und Gustav Valsvik in der Winterpause konnte sich die Eintracht zwar etwas Luft verschaffen, gleichzeitig wurde im Januar aber auch in die Mannschaft investiert. Trainer André Schubert erhielt für seine Rettungsmission immerhin acht Neuzugänge. Und auch zur neuen Saison soll an der Profimannschaft so wenig wie möglich gespart werden. Die Rückkehr in die 2. Liga bleibt das Ziel.

Deshalb müssen die Blau-Gelben an anderen Stelle jeden Stein umdrehen. In der Geschäftstelle, die nach dem Abstieg zunächst von großen Einsparungen verschont geblieben ist, regiert der Rotstift. Im Nachwuchsbereich wird es wohl nicht bei der Abmeldung der U23 bleiben. Weitere Einsparungen im Nachwuchsleistungszentrum sind wahrscheinlich unvermeidlich. Wie es mit U23-Trainer Deniz Dogan weitergeht, ist noch offen.

Aus sportlicher Sicht ist das Abmelden der Profi-Reserve aus der Oberliga in jedem Fall ein Verlust. Für junge Spieler, die nicht direkt aus der Jugend den Sprung in die erste Mannschaft schaffen, ist eine U23 ein gutes Auffangbecken. Zudem eignet sich die 2. Mannschaft bestens für Profis, um nach einer Verletzungspause oder längerer Nichtberücksichtigung Spielpraxis im Wettkampfmodus zu erhalten.

In den vergangenen Jahren ist das Konzept der 2. Mannschaften im deutschen Profifußball aber unter Druck geraten. Viele Klubs haben festgestellt, dass die Durchlässigkeit zu den Profis gering ist. Wer es nicht direkt aus der Jugend in den Profi-Kader schafft, hat es anschließend schwer. Ein Umweg über einen Verein, der tieferklassig spielt, ist da oft die bessere Alternative. Auch die Eintracht kennt das Problem. In den vergangenen Jahren schafften nur wenige Talente den Weg von der U23 dauerhaft zur ersten Mannschaft. Trotzdem kostet ein zweites Team auf Profiniveau viel Geld. Deshalb sind schon andere Klubs den Weg der Eintracht gegangen. Mehrere Zweitligisten sowie Erstligisten wie Leverkusen, Frankfurt und Leipzig haben keine U23 mehr.

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