Dablé-Wolf, der tragische Lions-Held

Braunschweig  Bis zu seiner Verletzung bot der Rückkehrer eine tolle Show beim Heimspiel der Braunschweiger Footballer gegen Hamburg.

Anthony Dablé-Wolf schaut traurig ins Publikum.

Anthony Dablé-Wolf schaut traurig ins Publikum.

Foto: Karsten Reißner

Mit dem pompösen lautstarken Einmarsch der Lions-Footballer am Samstagabend ins Eintracht-Stadion sollte auch der große Triumphzug eines hoch geschätzten Rückkehrers beginnen. Doch das Comeback von Star-Ballfänger Anthony Dablé-Wolf war schon kurz nach der Halbzeitpause des Heimspiels gegen die Hamburg Huskies (39:0) vorbei. Der 29-Jährige konnte wegen einer Fußverletzung nicht weitermachen.

Am Anfang war noch alles gut, so wie das Wetter, eitel Sonnenschein. Wenn die Lions, unterlegt mit ihrer speziellen Einlauf-Musik, das Stadion durch den aufblasbaren Spielertunnel mit dem riesigen Löwenkopf betreten, hat jeder einzelne stets ein spezielles Ritual, wie er sich präsentiert. Die einen zeigen Muskeln, andere stolzieren Überlegenheit und Stärke demonstrierend ins weite Rund. Manche laufen winkend in die Arena oder halten nur die Hand zum Gruß gen Fans. Dablé-Wolf rannte was das Zeug hält los, überholte alle und kam als Erster am Mittelkreis an. Unter tosendem Beifall. Und als die Kapitäne auf dem Platz zum Münzwurf schritten, machte der neue, alte Franzose im Lions-Dress von der Seitenlinie aus Späßchen mit dem Publikum – und bekam spontan Applaus. „Es war so toll, hier wieder ins Stadion einzulaufen. Das habe ich so vermisst“, sagte Dablé-Wolf hinterher. „Ich habe das richtig genossen.“

Und dann sollte gleich der erste Spielzug dem Ganzen die Krone aufsetzen. Dablé-Wolf rannte los bis tief in die Hamburger Hälfte, hängte alle Gegenspieler ab, der Pass von Quarterback Jadrian Clark über 60 Meter fand die Hände des blitzschnellen Rückkehrers – und der ließ das Ei durch die Finger flutschen.

Nach gutem Einstieg, das abrupte Aus, für Dablé-Wolf

„Jadrian ist ein richtig guter Quarterback. Aber wir brauchen noch ein bisschen Zeit, um besser abgestimmt zusammenzuspielen“, meinte die neue Nummer 7. Jeder gelungene Pass auf Dablé-Wolf wurde fortan mit Ahs und Ohs aus dem Publikum begleitet. Auch ein Touchdown sprang für den Franzosen heraus. Dann war die Show abrupt zu Ende.

„Ich fahre jetzt ins Krankenhaus, mein Fuß muss geröntgt werden. Gehen geht, aber ich kann nicht laufen. Ich habe keine Schmerzen, aber ich kann einfach nicht laufen“, sagte der Pechvogel kopfschüttelnd. Und er fügte mit Inbrunst hinzu: „Ich weiß, dass sich die Fans auf mich gefreut haben. Ich hoffe sehr, dass es nicht so lange dauert, bis ich zurückkommen kann. Aber ich komme auf jeden Fall zurück, egal, was das für eine Verletzung ist.“

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