Die Lions kämpfen um Europas Krone

Braunschweig  Die Braunschweiger Footballer treffen am Samstagabend in Frankfurt im Endspiel um den Eurobowl auf die Gastgeber von Frankfurt Universe.

Ballträger Lennies McFerren und seinen Lions-Kollegen steht in Frankfurt ein harter Arbeitstag bevor.

Ballträger Lennies McFerren und seinen Lions-Kollegen steht in Frankfurt ein harter Arbeitstag bevor.

Foto: Karsten Reißner

Die Lions-Footballer stapeln tief. Obwohl sie Titelverteidiger sind, wollen sie auf gar keinen Fall als Favorit gehandelt werden für das Eurobowl-Finale, das am Samstag um 20 Uhr gegen die Frankfurt Universe im Frankfurter Stadion am Bornheimer Hang angepfiffen wird (live auf Sport 1). „Wir haben so viele Verletzte. Frankfurt hat Heimrecht und eine extrem starke Mannschaft mit einer sehr starken Abwehr sowie einem sehr guten neuen Quarterback“, schwärmt Braunschweigs Cheftrainer Troy Tomlin und bekräftigt: „Ich sehe uns eher als Underdog.“

Die Wahrheit wird wohl eher – wie meistens im Leben – in der Mitte liegen. Frankfurt und Braunschweig haben bislang eine starke Saison gespielt. Auch, wenn es manchmal ruhig noch ein bisschen besser hätte laufen können. Wobei die Eurobowl-Final-Gastgeber in der Tat einen ganz großen Vorteil gegenüber den Lions besitzen. Sie haben bereits ein Duell mit einem sehr starken Gegner hinter sich. Am vergangenen Sonntag stieg das Topspiel der Bundesliga Süd zwischen dem deutschen Meister Schwäbisch Hall Unicorns und den Frankfurtern. Und dabei ist das Universum der Hessen-Metropole erstmals in dieser Saison sportlich ein bisschen in sich zusammengefallen. Mit 17:7 siegten die Unicorns dank einiger weniger ganz dicker Patzer der Hessen und kassierten erst im letzten Viertel die einzigen Punkte von den Frankfurtern.

Für den Trainerstab der Lions und natürlich auch für die Braunschweiger Spieler war es an ihrem spielfreien Wochenende Pflicht, den Südgipfel via Internet anzuschauen. Und so kam Tomlin zu der Erkenntnis: „Es spielt keine Rolle, wer dieses Spiel gewonnen hat. Wir müssen unseren besten Football spielen, sonst haben wir gegen die Frankfurter keine Chance. Wir haben Respekt vor ihnen.“

Im Vorjahr spielten die gleichen Gegner an gleicher Stätte wie in diesem Jahr um den Eurobowl. Und damals überrollten die Braunschweiger die Gastgeber regelrecht, siegten 55:14. „Das war eine Momentaufnahme. Das hat nichts zu bedeuten für Samstag“, ist Tomlin überzeugt.

Zumal dreieinhalb Monate später die Revanche in Braunschweig folgte. Im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft siegten die Lions nur denkbar knapp mit 23:21 im Eintracht-Stadion gegen Universe. Zur Erinnerung: Allein ein Touchdown mit Erhöhungspunkten kann bis zu acht Zähler einbringen.

Mit einem erneuten Sieg könnten die Lions zum vierten Mal in Folge den Eurobowl gewinnen und würden sich auch in diesem Wettbewerb mit dann sechs Titeln als Rekordmeister alleine an die Spitze vor die Vienna Vikings (bisher ebenfalls fünf Titel) setzen. Deutsche Rekordmeister sind die Braunschweiger ja schon längst.

53 Spieler hat Tomlin zur Verfügung, 45 Namen dürfen aber nur auf den Spielberichtsbogen vermerkt werden. „Das ist total doof, unüblich und völlig sinnlos, in einem Finale das Spielerkontingent zu beschränken“, findet Tomlin. Mitreisen sollen aber alle 53. „Nur die Verletzten bleiben zu Hause. Die sollen sich schonen, für sie ist so eine lange Busfahrt eher schlecht als gut im Genesungsprozess“, hat der Cheftrainer bestimmt.

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