Lions-Tradition verpflichtet ­– zum Sieg

Braunschweig.   Die Braunschweiger Footballer spielen am Samstagabend um den Eurobowl. Bei einem Sie gegen die Frankfurt Universe sind sie Rekordsieger.

Wulf von Borzyskowski (Nummer 7) führte die Lions 1999 zum ersten Eurobowl-Sieg.

Wulf von Borzyskowski (Nummer 7) führte die Lions 1999 zum ersten Eurobowl-Sieg.

Foto: David Taylor

Die Lions-Footballer haben am Samstag in Frankfurt die große Chance, Geschichte zu schreiben ­– wieder einmal. Sollte es den Braunschweigern gelingen, ihren Vorjahres-Triumph gegen den gleichen Gegner an gleicher Spielstätte zu wiederholen, wären die Männer von Cheftrainer Troy Tomlin Rekordsieger im Eurobowl, im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb dieser Sportart.

Vor diesem Duell mit den Frankfurt Universe (20 Uhr, Sport1) gewannen die Braunschweiger schon fünfmal diese prestigeträchtige Trophäe, genauso oft wie die Vienna Vikings, nämlich in den Jahren 1999, 2003, 2015, 2016 und 2017.

Und immer wenn es darum geht, Geschichte zu schreiben, denken die vielen treuen Lions-Fans, die zu großen Teilen seit der ersten Stunde des Footballs in Braunschweig, also seit 1987, dabei sind, an vergangene große Football-Tage der Löwen zurück. Unvergessen verknüpft ist der erste Eurobowl-Gewinn der Lions mit einem deutschen Spieler, der im Team, aber auch im Publikum polarisierte wie kaum ein Zweiter: Quarterback Wulf von Borzyskowski.

Man liebte diesen charismatischen Angreifer oder man mochte ihn überhaupt nicht. Ein Spieler, der auch ein bisschen Genie und Wahnsinn verkörperte, meistens gleichzeitig. Jedenfalls war es ausgerechnet jener Akteur, der von den Zuschauern bei jeder Aktion mit einem langgezogenen Wuuuuulf gehuldigt wurde, der die Lions zum ersten Eurobowl-Sieg führte.

Der etatmäßige Quarterback, der legendäre Adrian Rainbow, hatte sich kurz vor dem Finale einen Schlüsselbeinbruch zugezogen, und viele Lionsfans gaben deshalb kaum mehr einen Pfifferling auf ihre Farben im Duell mit dem ewigen Rivalen Hamburg Blue Devils. Zumal das Finale im hanseatischen Volksparkstadion ausgetragen wurde. Doch Borzyskowski führte die Braunschweig Lions tatsächlich zum knappen 27:23-Triumph.

Oder 2003, da gelangen Kim Kuci im Eintracht-Stadion die entscheidenden Spielzüge. Der Ballträger ist unvergessen in Braunschweig als einer der ganz wenigen Runningbacks deutscher Herkunft, der in der Bundesliga auf allerhöchstem Niveau mithalten konnte. Kuci also gelangen zwei Touchdowns beim 21:14-Erfolg über die Vienna Vikings. Im Jahr zuvor hatten die Lions aus Bergamo noch im Eintracht-Stadion mit 27:20 gegen die Gastgeber triumphiert.

Und dann? Magere Jahre, nicht nur, was die internationale Ausbeute der Lions aus Braunschweig betraf. Vielleicht auch, weil fast diese ganze Zeit Troy Tomlin nicht Co.- oder Cheftrainer in Braunschweig war. Nach seiner Rückkehr auf den Chefsessel 2013 ging es jedenfalls rasant schnell, bis der nächste Eurobowl-Sieg folgte.

Warum es 2014 in Berlin im Duell mit den dort heimischen Adlern im Finale eine 17:20-Niederlage gab, ist vielen Lions-Anhängern bis heute unerklärlich und schleierhaft. Aber schon im Jahr darauf kehrte mit Tomlin und Dave Likins an der Trainer-Spitze der absolute internationale Erfolg zurück in die Löwenstadt: Mit Endspielsiegen über die Schwäbisch Hall Unicorns in Braunschweig (24:14), die Raiders Tirol in Innsbruck (35:21) und eben die Frankfurt Universe im Vorjahr.

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