Der neue Lions-Anführer ist schon da

Braunschweig.  Der neue Braunschweiger Spielmacher vom deutschen Football-Rekordmeister, Brandon Connette, feierte mit den Fans die Super-Bowl-Party.

Lions Cheftrainer Troy Tomlin (links) und der neue Lions-Quarterback Brandon Connette vor den Fans der Lions Braunschweig während der Super-Bowl-Party im C1-Cinema.

Lions Cheftrainer Troy Tomlin (links) und der neue Lions-Quarterback Brandon Connette vor den Fans der Lions Braunschweig während der Super-Bowl-Party im C1-Cinema.

Foto: Frank Rieseberg

Noch bevor Tom Brady von den New England Patriots sich anschickte, den Versuch zu wagen, mit 41 Jahren den Super Bowl im American-Football-Duell mit den Los Angeles Rams zu gewinnen, gab es riesigen Applaus für einen Quarterback. Denn im Braunschweiger Kino C1 präsentierten die Lions ihren neuen Spielmacher, quasi als Leckermacher auf das größte Einzelsportereignis der Welt, das die Football-Freunde und Lions-Anhänger auf Großbildleinwand in der Nacht zu Montag verfolgen wollten . Traditionell nutzen die deutschen Rekordmeister aus der Löwenstadt ihre Super-Bowl-Party, um ihren Fans einen großen Einblick in die Veränderungen für die kommende Saison zu geben.

Und da standen sie dann auf großer Bühne, Cheftrainer Troy Tomlin und sein neuer Anführer auf dem Platz, sein US-amerikanischer Landsmann Brandon Connette. Es hat lange gedauert, bis diese beiden, die schon seit Jahren im Kontakt stehen, in einem Team zusammengefunden haben. Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte Tomlin: „Connette ist ein sehr guter Quarterback. Er wird uns weiterbringen.“

Tomlin legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass er auch gern mit Vorjahres-Spielmacher Jadrian Clark weitergemacht hätte. „Er hat seine Sache gut gemacht und schnell aus Fehlern gelernt.“ Doch Clark hätten auch Angebote von anderen Teams vorgelegen, und so habe er versucht, mit den Lions zu handeln. „Wir haben ihm ein gutes Angebot gemacht. Das hat er abgelehnt. Ich muss das ganze Team im Blick haben, da kann man nicht jedem Wunsch entsprechen“, erklärte Tomlin. Und so seien sich die Lions mit Connette dann ganz schnell einig geworden.

Auch ein viertes Team spielte bei vielen Gesprächen während der Super-Bowl-Party im Kino eine große Rolle – neben den Lions, den Patriots und den Rams. Nämlich die Invaders, die Hildesheim Invaders. Der Jahr für Jahr gegen den Abstieg spielende Bundesligist hat eine große Einkaufstour gestartet und präsentiert als Anführer für die neue Saison Casey Therriault. Eben jenen Ausnahme-Quarterback, der die Lions zu mehreren Titeln geführt hatte. Als Therriault vor eineinhalb Jahren Braunschweig verließ und erklärte, er werde nicht wieder hier spielen, weil er sich um seine berufliche Zukunft in den USA kümmern müsse, versprach er noch: „Ich werde nie für ein anderes Bundesliga-Team spielen als die Lions.“ Diesen Satz haben die Fans nicht vergessen – und nun läuft ihr ehemaliges Idol für Hildesheim auf.

„Ich bin ihm nicht böse. Ich kann nicht sauer darüber sein“, bekräftigte Tomlin und erklärte: „Wir hatten vergangenes Jahr zweimal Kontakt: Einmal gleich nach dem Eurobowl-Gewinn hat er zum Titel gratuliert. Und dann hat er nach unserer Niederlage gegen Frankfurt im Meisterschaftshalbfinale angerufen und gefragt, ob er hier wieder spielen kann.“ Doch da war mit Connette schon alles klar. „Und“, fügte Tomlin hinzu, „Casey hätte nicht mehr in unser Budget gepasst, denn zu dem Zeitpunkt war vieles schon fest verplant.“

Connette nimmt seine neue Aufgabe bei den Lions sehr ernst. Denn während die meisten US-Akteure und Import-Spieler erst wenige Wochen vor Saisonbeginn in Braunschweig anreisen, ist der Spielmacher schon da und übt mit jenen Spielern, die das Wintertraining in der Löwenstadt absolvieren. Das hilft natürlich, besser zusammenzuwachsen. Schnell auf eine Linie kam Connette auch mit dem Braunschweiger Anhang, der es genoss, den neuen Topspieler so früh im Jahr schon von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen.

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