Lions zeigen ein paar gute Dinge und ein paar doofe Fehler

Hannover.   Im Eisschrank von Hannover testen die neu formierten Braunschweiger Footballer, siegen 37:0 und wissen, was noch zu tun ist.

Christopher McClendon trug die Hauptlast des Braunschweiger Laufangriffs, machte das ordentlich, aber auch nicht fehlerfrei.

Christopher McClendon trug die Hauptlast des Braunschweiger Laufangriffs, machte das ordentlich, aber auch nicht fehlerfrei.

Foto: Fabian Uebe

In alten Trikots mit reichlich neuem Inhalt präsentierten sich die Braunschweiger Footballer am Samstagnachmittag erstmals in diesem Jahr ihren Anhängern. Dass die Lions keine Mühe haben würden, die Hannoveraner Gastgeber zu besiegen, war vorher klar. Denn die Braunschweiger streben die Rückkehr auf den deutschen Titel-Thron an, und die Spartans sind gerade erst aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga aufgestiegen.

So gab es für die Lions einen glanzlosen 37:0-Sieg, der vor allem deshalb nicht höher ausfiel, weil vieles noch nicht so klappte, wie es sollte beim deutschen Rekordmeister. Und weil Lions-Cheftrainer Troy Tomlin versuchte, so wenig wie möglich zu riskieren. „Es war wettermäßig ein ganz komischer Tag“, fand Tomlin, der auf dem Feld wenigstens überwiegend in der Sonne stehen durfte. Die meisten Fans dagegen froren auf der Tribüne des Stadions von Arminia Hannover um die Wette.

Play-off-Wetter, aber keine Play-off-Qualität

Also verschärftes Play-off-Wetter im April? „Ja, es kam mir auch so vor“, sagte Tomlin grinsend. Von Play-off-Form waren seine Schützlinge allerdings noch weit entfernt. Kein Wunder nach erst zwei gemeinsamen Trainingswochen. „Sehr zufrieden bin ich heute mit unserer zweiten Gruppe“, sagte Tomlin und meinte damit die Reservespieler, die in Hälfte zwei zahlreich zum Einsatz kamen. „Die haben im Training gar nichts gut gemacht, das war heute schon viel besser.“ 65 Spieler gehören zum Kader, 26 sind neu, mit 49 Männern liefen die Lions in Hannover auf, und alle kamen zum Einsatz.

Unter besonderer Beobachtung der geschätzt mehr als 500 Lions-Fans im rund 1000-köpfigen Publikum standen natürlich die Top-Neuverpflichtungen. Alle voran Spielmacher Brandon Connette. Viel Spektakuläres bot er nicht, dafür aber in den allermeisten Fällen große Präzision.

Lob für den neuen Quarterback

Als Anspielstation suchte sich Connette gefühlt am häufigsten Nicolai Schumann aus, der im Vorjahr schon mit starken Leistungen bei den Braunschweigern begeisterte. „Wir versuchen natürlich zunächst, mit dem weiterzuarbeiten, was vergangenes Jahr gut funktioniert hat“, erklärte Schumann. Von seinem neuen Quarterback ist er absolut begeistert. „Brandon arbeitet viel mit einem. Er ist einer, der nicht sagt: Wir machen das so, weil ich das will. Sondern er sieht, was wir gut können und versucht, dies zu verbessern. Das ist ein super Anführer.“

Der so Gelobte war nicht ganz zufrieden: „Wir haben eine ganze Menge richtig gemacht, aber uns auch einige Fehler geleistet. Es war ein Auf und Ab. Wir müssen weiter hart arbeiten“, meinte Connette und verschwand in den Katakomben zum Doping-Test.

Touchdown-Lauf über das ganze Feld

Ins gleiche Horn blies Jamaal White. Der amerikanische Abwehrspieler ist ebenfalls neu bei den Lions und stand immer wieder im Mittelpunkt, besonders bei seinem Touchdown-Lauf über das ganze Feld, als er einen Hannoveraner Abschlag fing und nahezu unberührt zurücktrug: „Das ist ein tolles Team. Ich bin froh, mich entschieden zu haben dabeizusein. Aber wir haben noch eine ganze Menge zu arbeiten, auch wenn es für eine Abwehr immer toll ist, keine Punkte kassiert zu haben.“

Cheftrainer Tomlin resümierte: „Wir haben ein paar ganz gute Dinge gemacht, aber auch ein paar doofe Fehler. Das ist so in jedem ersten Spiel des Jahres. Womit ich überhaupt nicht zufrieden bin, sind die Ballverluste. Das darf so nicht passieren.“ Und in der Tat wirkten gerade gestandene Führungsspieler wie Christopher McClendon oder David McCants mitunter nicht ganz bei der Sache. Vielleicht fehlte es auch ein wenig an Adrenalin im Blut oder es war an diesem Nachmittag einfach nur eingefroren.

Vorfreude auf den Bundesliga-Start

„Normalerweise ist die Entwicklung bei einer guten Mannschaft zwischen dem ersten und dem zweiten Spiel richtig groß. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass das genau so bei uns aussehen wird“, meinte Tomlin und schuf schon einmal Vorfreude auf den Bundesligastart in drei Wochen gegen die Cologne Crocodiles. Dann wird es in den neuen Trikots auf dem Feld deutlich heißer zugehen. Von der Lufttemperatur her ganz zu schweigen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder