NBA-Star Dennis Schröder feiert Geburtstag in Braunschweig

Braunschweig  Die neue Generation der deutschen Basketballer schmiedet nach dem EM-Viertelfinale ehrgeizige Pläne. Irgendwann soll es für eine Medaille reichen.

Dennis Schröder hatte Spaß bei der EM und freut sich auf die nächsten Aufgaben im Nationalteam.

Foto: Imago/Camera 4

Dennis Schröder hatte Spaß bei der EM und freut sich auf die nächsten Aufgaben im Nationalteam. Foto: Imago/Camera 4

NBA-Star Dennis Schröder kommt nach Braunschweig, um bei Familie und Freunden noch etwas auszuspannen und am Freitag seinen 24. Geburtstag zu feiern. Nach Atlanta kehrt der Spielmacher der Hawks erst in der letzten Septemberwoche zurück. Daniel Theis dagegen ist am Mittwoch direkt von der Basketball-EM in Istanbul in sein neues Zuhause nach Boston geflogen, wo für ihn ohne Pause bei den Celtics das Abenteuer NBA beginnt.

In ihrer Bewertung der Titelkämpfe sind sich die beiden herausragenden Akteure des Nationalteams einig. „Wir haben hart gekämpft und alles gegeben, was wir hatten. Ich bin stolz auf meine Teamkollegen und den DBB“, schrieb Schröder auf Instagram. „Das Viertelfinale zu erreichen, war eine gute Leistung. Mach weiter Druck, Deutschland.“

Und sein Lieblingspartner für die spektakulären Dunkings seit gemeinsamen Braunschweiger Zeiten meinte: Ich bin sehr, sehr stolz auf das gesamte Team DBB und auf das, was wir diesen Sommer geleistet haben. Es war mir eine Ehre und hat mir extrem viel Freude bereitet, mit diesen Jungs Seite an Seite zu spielen“, schrieb Theis, der anders als die Kollegen Zipser und Kleber die Nationalmannschaft dem NBA-Training vorgezogen hatte. Gleich nach der 72:84-Niederlage gegen Spanien hatte der Salzgitteraner in Richtung der europäischen Konkurrenz gepostet: „Wir kommen wieder! Das Beste kommt noch.“

So wie das Top-Duo des Nationalteams sehen es auch der Verband und die deutsche Basketball-Öffentlichkeit, die sich am Spiel der jüngsten Mannschaft des Turniers erfreuten. „Ich wäre nicht stolzer, wenn wir gewonnen hätten“, sagte der scheidende Bundestrainer Chris Fleming nach dem Viertelfinal-Aus. Sein Nachfolger Henrik Rödl, bislang sein Assistent, übernehme ein Team mit großer Perspektive: „Diese Generation wird um Medaillen spielen in den nächsten Jahren“, prognostiziert Fleming, der die Mannschaft über drei Jahre aufgebaut hatte, nun aber seine NBA-Karriere bei den Brooklyn Nets in den Vordergrund stellt.

Ginge es nach DBB-Präsident Ingo Weiss, lauteten die nächsten großen Stationen: WM in China 2019, Olympia in Tokio 2020 und eine Heim-EM mit Vor- und Endrunde 2021 in Deutschland.

Schröder wäre das recht. Er blickt zufrieden auf die EM zurück, hat den Respekt bekommen, den er eingefordert hatte. Diesmal gab es kein öffentliches Gemäkel an ihm, nachdem er vor zwei Jahren noch teilweise böse Kritik hatte einstecken müssen. Dabei war er 2015 mit nur 21 Jahren ebenfalls schon vorangegangen und mit 21 Punkten im Schnitt zweitbester Scorer der EM gewesen.

Diesmal erzielte er in 31 Minuten Spielzeit 23,7 Zähler und gab 5,6 Vorlagen (Theis: 24 Minuten, 10,9 Punkte, 6,3 Rebounds). Und hätten die Kollegen nach seinen Zuspielen nicht so schlecht getroffen, wären es noch viel mehr Assists gewesen. Schröder hatte sich dem europäischen Basketball besser angepasst, wirkte gereift, überzeugte immer auch kämpferisch sowie als Motivator. „Dennis tut alles für die Mannschaft. Er kann jede Verantwortung schultern, die man ihm gibt. Er hat dieses Herz und diesen Willen“, schwärmt Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann.

Schade, dass der DBB im November und Februar bei der WM-Qualifikation auf Schröder, Theis und andere Leistungsträger verzichten muss. „Natürlich ist das bitter“, sagte der Braunschweiger. „Ich denke nicht, dass das gut gemacht worden ist von der Fiba, aber das ist deren Ding.“ Im Juni aber, wenn die letzten beiden Spiele der ersten Qualifikations-Runde anstehen, will Schröder wieder dabei sein – und das Heimspiel gegen Österreich am liebsten in Braunschweig spielen.

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