Basketball Löwen erkämpfen mit toller Verteidigung 3. Sieg

Braunschweig.   Der Braunschweiger Bundesligist beherrscht den Mitteldeutschen BC – nur Lagerpuschs Verletzung trübt die Freude.

Scott Eatherton (rechts, hier gegen James Farr) führte die Löwen mit einer überragenden Leistung zum Sieg über den Mitteldeutschen BC.

Scott Eatherton (rechts, hier gegen James Farr) führte die Löwen mit einer überragenden Leistung zum Sieg über den Mitteldeutschen BC.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Bei dieser Einstimmung in der VW-Halle konnte eigentlich nicht viel schief gehen: In einer Video-Botschaft wünschte Demond Mallet, der Held vergangener Play-off-Glanzzeiten in Braunschweig, dem aktuellen Team Glück. Doch das brauchten Thommy Klepeisz und Co. am Freitagabend gegen den Mitteldeutschen BC gar nicht. Sie erarbeiteten sich ganz solide und gestützt auf eine starke Verteidigungsleistung mit 75:63 (39:26) ihren dritten Sieg in Folge.

Die 3169 Zuschauer – Bestmarke für diese Saison – erlebten zwar kein Spektakel, konnten aber mit einem souveränen Auftritt gegen den ebenfalls aufstrebenden Gegner sehr zufrieden sein. „Wir freuen uns riesig, dass wir heute gewonnen haben“, sagte Trainer Frank Menz erleichtert. „Es war schon psychologisch ein anderes Spiel als bei den beiden Siegen zuvor, weil die Erwartungshaltung höher war, und garantiert kein Pflichtsieg.“

Die Freude trübte allerdings die Verletzung von Lars Lagerpusch. Das Braunschweiger Eigengewächs knickte in der 15. Minute um, schrie vor Schmerz und wurde lange am linken Sprunggelenk behandelt, ehe er einbeinig aus der Halle hüpfte. Zuvor hatte der 20-Jährge als Vertreter von Center Scott Eatherton eine grandiose Leistung mit unglaublicher Präsenz unter den Körben gezeigt. In acht Minuten sammelte er sechs Punkte, vier Rebounds und blockte einen Wurf.

In der ersten Hälfte ließen die Löwen den Gästen mit ihrem Druck über das ganze Feld keinen Entfaltungsspielraum. „Obwohl wir wussten, dass die Braunschweiger stark verteidigen, waren wir überrascht, wie aggressiv sie waren“, gestand MBC-Trainer Aleksandar Scepanovic. Jeder Braunschweiger „klebte“ an seinem Gegenspieler, und war mal einer geschlagen, war sofort die Hilfe da.

Nach nicht mal einer Viertelstunde führten die Löwen bereits mit 16 Punkten nach einem Offensivrebound von Chris Sengfelder, der neben Scott Eatherton der herausragende Akteur war und ebenfalls 12 Rebounds abgriff.

Bis auf 19 Punkte wuchs der Vorsprung des Menz-Teams in Hälfte zwei an (47:28, 24.), ehe die Weißenfelser besser dagegenhielten.

Ebenfalls mit Ganzfelddruck und hinten einer Zonenverteidigung brachten die sie ohnehin nicht sehr treffsichere Offensive der Löwen aus dem Tritt, der diesmal auch die Impulse von Leistungsträger DeAndre Lansdowne fehlten. „Er war körperlich ein Ausfall, wir müssen erst herausfinden, woran das lag“, sagte Menz, der die vielen Fehler seiner Schützlinge im Angriff, vor allem bei missglückten Schnellangriffen, kritisierte.

Und so wurde es nochmal spannend, der Vorsprung schmolz im Schlussviertel zusammen. Beim 61:57 (35.), drohte die Partie zu kippen, auch weil die Löwen viele gute Angriffe teil überhastet, teils zu verspielt versemmelten.

Doch Scott Eatherton – eine echte Lebensversicherung für das Team – weckte die Kollegen mit einem krachenden Dunking, zog noch ein Foul dabei und brüllte seine Entschlossenheit heraus.

Von da an lief es wieder bei den Löwen, obwohl die Gäste nun von der Dreierlinie trafen. Sengfelder und Brayon Blake machten mit eigenen Dreiern den Sieg klar.

„Man kann einen Gegner nicht zwei Hälften lang auf 25 Punkten halten“, resümierte Kapitän Thomas Klepeisz, mit neun Vorlagen und toller Verteidigung der dritte herausragende Löwe an diesem Tag. „Aber wir haben das Spiel solide fertig gespielt, guten Basketball gezeigt und sind auch nicht nervös geworden.“

Bazou Koné spielte nach seiner Sprunggelenksverletzung noch nicht wieder mit. „Aber ich trainiere schon wieder und hoffe, dass ich nächste Woche voll ins Teamprogramm einsteigen kann“, sagte der A-2-Nationalspieler.

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