Chris Sengfelder – der beste deutsche BBL-Rebounder

Braunschweig.  Die Top-Leistung des Löwen-Rookies beim Sieg der Braunschweiger gegen den MBC wirkte wie eine Antwort auf die Nicht-Nominierung fürs Nationalteam.

Schlüsseldreier versenkt: Christian Sengfelder schreit nach dem Treffer zum 68:60 gegen den MBC seine Emotionen heraus.

Schlüsseldreier versenkt: Christian Sengfelder schreit nach dem Treffer zum 68:60 gegen den MBC seine Emotionen heraus.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Ihren Lohn für den dritten Sieg in Folge haben Braunschweigs Erstliga-Basketballer ganz besonders genossen. Sie konnten das erste freie Wochenende der Saison verleben, während die härtesten Konkurrenten im Kampf um einen gehobenen Mittelfeldplatz Federn ließen. Somit sind die Löwen durch den 75:63-Sieg vom Freitag gegen den Mitteldeutschen BC auf Platz zwölf geklettert und haben mit zwei Punkten Rückstand auf einen Play-off-Platz auch die erhoffte Tuchfühlung nach oben.

Mit besonderer Genugtuung, aber insgeheim doch ein wenig betrübt, dürfte am Freitag Chris Sengfelder vom Parkett gegangen sein. Der 23-jährige Neuzugang der Löwen hatte neben dem einmal mehr sensationellen Center Scott Eatherton (19 Punkte/12 Rebounds) die zweite herausragende Leistung des Abends geboten. Mit 17 Punkten und 12 Rebounds ackerte sich der 2,03-Meter-Mann und personifizierte Kampfgeist in die Herzen des Publikums.

Es war ein Auftritt, der wie eine Antwort auf die in der Vorwoche veröffentlichte Nominierungsliste des Deutschen Basketball Bundes für das nächste WM-Qualifikationsfenster wirkte – auf der Sengfelders Name überraschend fehlt.

Denn für die Spiele des Nationalteams in zwei Wochen in Griechenland und gegen Estland muss Bundestrainer Henrik Rödl auf Dennis Schröder und die anderen Stars aus der NBA und der Euroleague verzichten, so dass die zweite Reihe zum Zug kommen kann. Und da drängt sich der Name des Löwen-Profis eigentlich auf.

Immerhin hatte er als Topscorer und Toprebounder der A-2-Nationalmannschaft bereits für das September-Fenster auf Rödls erweiterter Liste gestanden. Dass Sengfelder nun fehlt, dafür aber auf seiner Position der Ex-Braunschweiger Sid-Marlon Theis aus Jena nominiert ist, verwundert schon.

Denn Chris Sengfelder ist mit 6,6 Rebounds pro Partie der beste deutsche Rebounder der Liga, noch vor Münchens Star Danilo Barthel und anderen Nationalspielern. Dazu liegt er mit 10,1 Punkten auf Platz vier der nationalen Rangliste. Theis dagegen kommt nur auf 4 Punkte/2 Rebounds. Löwen-Trainer Frank Menz wollte sich nicht zur Nominierung äußern, muss sich als ehemaliger Bundestrainer wohl auch besonders zurückhalten.

Bundestrainer Henrik Rödl meinte auf Nachfrage ohne weitere Ausführungen: „Chris macht einen guten Job, er steht auf unserer erweiterten Liste, aber er wurde für diesen Lehrgang nicht nominiert.“

Sengfelder räumte nach seiner Gala gegen den MBC die Enttäuschung ein. „Es wäre schön gewesen, beim Nationalteam dabei zu sein, aber es liegt nicht in meiner Kontrolle, und Henrik wird seine Gründe haben“, bedauerte er und will sich nun für das Februar-Fenster weiter empfehlen.

Lars Lagerpusch gibt Entwarnung

Wenn die Löwen so weiterspielen, müsste ihm das gelingen. „Wir haben eine tolle Verteidigung gespielt, das hat Spaß gemacht und Selbstvertrauen gebracht“, lobte Sengfelder die Schlüsselqualität der Löwen gegen Weißenfels. „Es demoralisiert den Angreifer, wenn er den Ball nicht reinkriegt, und du selbst hast vorne nicht so viel Stress, dass du jeden Wurf treffen musst.“ Lediglich die Phase, als der MBC auf vier Punkte (35.) an die eigentlich dominierenden Löwen herankam, sei zu kritisieren gewesen. „Da müssen wir noch ein bisschen erwachsener und abgezockter werden.“

Am Samstag in Frankfurt soll der nächste Sieg her, und eventuell kann dann auch Lars Lagerpusch schon wieder dabei sein. „Es ist nichts gebrochen, und die Bänder sind auch heile“, übermittelte der Youngster gestern erfreut die Diagnose seiner Sprunggelenksverletzung. Nach vier Spielminuten von grandioser Präsenz mit sechs Punkten und vier Rebounds war er umgeknickt und ausgeschieden. „Aber der erste Schreck und der Ärger über die Verletzung waren größer als der Schmerz“, gab er zu, nachdem er am Freitag schon wieder zum Jubeln mit den Teamkollegen aufs Feld gehumpelt war.

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